Optimale Erstellung von Bewerbungsschreiben

Nach Möglichkeit Floskeln und Textbausteine vermeiden. Viele Bewerber greifen häufig auf Textbausteine aus Bewerbungsratgebern zurück oder gehen gar nicht erst auf das Unternehmen ein, das sie anschreiben.

Selbstverständlich gibt es Dinge, die sich in jedem Anschreiben wiederholen wie etwa die Anrede, gegebenenfalls die Frage nach der Gehaltsvorstellung und die Schlussformel. Hierbei muss das Rad nicht jedes Mal neu erfunden werden. Anders sieht es jedoch aus, wenn man seine Qualifikationen und seine Motivation, sich ausgerechnet bei dem Unternehmen zu bewerben, darstellt.

Die Einleitung

Viele Bewerber machen den Fehler, lediglich zu schreiben, dass sie auf der Suche nach Arbeit sind oder dass sie sich auf die Position bewerben, da sie weitestgehend zur bisherigen beruflichen Laufbahn passt. Ohne einen konkreten Bezug zum Unternehmen, der die eigene Motivation näher beleuchtet, verschenken Bewerber bereits im ersten Absatz Pluspunkte beim Personalchef, der sich angesichts einer 08/15-Formulierung fragen wird, wie motiviert der Bewerber wohl an seine Arbeit gehen wird, wenn er ihn einstellen würde.

Über die Unternehmensphilosophie informieren

Besser ist es, beispielsweise auf die Unternehmensphilosophie Bezug zu nehmen. Praktisch alle Firmen verfügen über eine eigene Homepage, auf der vielfach auch die Unternehmensphilosophie nachgelesen werden kann. Ist das Unternehmen eher rein profitorientiert oder steht bei der Arbeit der Mensch im Mittelpunkt? Kommt eher eine sachliche, nüchterne Philosophie zum Ausdruck oder stehen Lebendigkeit und Spaß an der Sache im Vordergrund?

Es ist auch möglich, sich bei (ehemaligen) Mitarbeitern, Freunden, Bekannten und Nachbarn über das Unternehmen zu informieren, sofern diese dort einmal gearbeitet haben oder immer noch arbeiten. Papier und auch das Internet sind bekanntlich geduldig, so dass man Informationen vielfach aus erster Hand bekommt. Natürlich ist auch hierbei ein wenig Vorsicht geboten – manche Menschen neigen dazu, einfach alles schlecht zu reden und wie in anderen Bereichen auch sind die Geschmäcker oft verschieden. Was der eine als angenehm und produktiv empfindet, mag der andere ganz anders sehen.

Es kommt auf den Wirtschaftszweig an

Bei einigen Wirtschaftszweigen sollte das Anschreiben selbstverständlich absolut nüchtern gehalten werden, etwa bei Juristen oder in Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Dennoch hindert das besonders hohe Maß an Seriosität und Sachlichkeit, das Sozietäten und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vermitteln, nicht daran, kurz zu erläutern, warum man gerade dort arbeiten möchte. „Ich bin Jung-Anwalt und suche eine erste Anstellung nach meinem erfolgreich abgeschlossenen Jura-Studium“ ist nicht gerade der Satz, den ein Personalverantwortlicher in der Einleitung lesen möchte.

Die Darstellung der eigenen Qualifikationen

Eine Reihe von Bewerbern verfügt sicher über eine große Bandbreite von Qualifikationen und Fähigkeiten. Es müssen jedoch nicht alle ins Anschreiben aufgenommen werden. Es sollten lediglich jene aufgezählt werden, die für die konkrete Stelle von Bedeutung sind. Ein Buchhalter, der im Urlaubs- oder Krankheitsfall auch PowerPoint-Präsentationen im Sekretariat erstellt hat, muss dies nicht im Anschreiben erwähnen, wenn nach einer Buchhaltungskraft gesucht wird und in der Stellenausschreibung keine guten Kenntnisse in PowerPoint und klassischen Sekretariatstätigkeiten gefordert werden. Ansonsten wirkt das Schreiben schnell sehr aufgebläht und ohne rechten Bezug zu den Skills, die das Unternehmen sucht.

Keine zu langen Schachtelsätze in Bewerbungen

Manche Bewerber machen auch den Fehler, ihre vielfältigen Qualifikationen und Berufserfahrungen in ellenlangen Schachtelsätzen, die in sehr lange Absätze eingebettet sind, zu verstecken. Sehr lange Absätze, Aufzählungen und Schachtelsätze ermüden den Leser sehr schnell, so dass unter Umständen wichtige Punkte überlesen werden. In der Konsequenz erhält der Bewerber eine Absage, weil er als zu langatmig und langweilig empfunden wird und weil das, was er eigentlich kann, gar nicht zum Ausdruck kommt.

Um das Problem der Unübersichtlichkeit und Langeweile zu vermeiden, können bestimmte Fähigkeiten und Qualifikationen sogar mit so genannten Bullet Points zusammen gefasst werden. Damit wird das Anschreiben übersichtlicher und wirkt aufgelockert. Ein Beispiel hierfür:

  • Diplom-Betriebswirt mit achtjähriger Berufserfahrung,
  • fachliche Vorstandsassistenz einschließlich Gremienarbeit,
  • zwei Jahre Erfahrung als Mitarbeiter der Pressestelle bei Firma XY inklusive redaktioneller Mitarbeit,
  • vielfältige Projekterfahrungen im Bereich Cash Management.

Würde all dies in einem langen Absatz aufgezählt, würde der Personalchef unter Umständen die Vielfältigkeit des Bewerbers überlesen.

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