Schnorcheln und Tauchen im roten Meer, was gibt es für Gefahren?

Was können einem für giftige oder gefährliche Tiere beim Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer begegnen?

Das Rote Meer ist für seine beeindruckende Unterwasserwelt bekannt und bei Tauchern und Schnorchlern sehr beliebt. Hier kann man eine umfangreiche Artenvielfalt beobachten und beeindruckende Formen und Farben bewundern. Es gilt jedoch zu beachten, dass einige Meeresbewohner durchaus eine Gefahr für den Menschen darstellen und jedes Jahr kommt es immer wieder zu mehr oder weniger schlimmen Unfällen mit solchen Tieren. Im Folgenden sollen kurz die im Roten Meer heimischen Arten vorgestellt werden, bei denen entsprechender Respekt und Vorsicht geboten sind.

Doktorfische und Drückerfische

Doktorfische haben ihren Namen auf Grund von hornartigen Klingen, den „Skalpellen“, welche die Fische vor der Schwanzwurzel tragen. Es gibt etwa 80 unterschiedliche Arten von Doktorfischen, wovon einige nur wenige Zentimeter groß werden, andere jedoch eine Größe von einem Meter erreichen können. Die Tiere sind überall im Roten Meer verbreitet und man sieht sie sehr häufig. Sie setzen ihre Skalpelle als Defensivwaffe ein, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihr Revier verteidigen. Je nach Art können die Tiere bis zu 20 dieser scharfen Klingen tragen, die häufig zur Warnung farblich hervorgehoben und deshalb leicht zu erkennen sind. Bei Verletzungen mit diesen Klingen kommt es in der Regel zu heftigen Infektionen, die durch Eiweißverbindungen auf der Fischhaut ausgelöst werden. Einige wenige Arten besitzen zusätzlich Giftdrüsen.

Drückerfische haben keine Klingen oder Stacheln, besitzen jedoch ein außergewöhnlich starkes Gebiss, mit dem sie in der Lage sind, Muscheln zu knacken oder Korallenstücke ab zu beißen. Die Gefahr, die von diesen Tieren ausgeht, liegt darin begründet, dass sie sehr aggressiv ihr Revier verteidigen und jeden attackieren, der ihrem Gehege zu nahe kommt. Im Falle einiger Arten kann eine Entfernung von zehn Metern bereits zu nah sein. Normalerweise warnen Drücker durch einen Kopfstand und Scheinangriffe, bevor sie wirklich angreifen. Sollte man einen Drückerfisch sehen, der ein solches auffälliges Verhalten zeigt, sollte man sich möglichst schnell entfernen.

Skorpionfische und Co.

Skorpionfische, eine Unterfamilie der Drachenköpfe, verfügen über Stacheln in den Flossen und ein relativ starkes Gift. Manche Arten, wie der Steinfisch, sind sehr gut getarnt und kommen auch in Ufernäher vor, wo es immer wieder zu Unfällen kommt, bei denen unachtsame Menschen auf die Tiere treten. Andere Arten, wie der Feuerfische hingegen, sind sehr auffällig und farbenprächtig aber nicht weniger gefährlich. Das Gift der Echten Skorpion-, Feuer- und Steinfische kann einen Menschen in Ausnahmefällen töten aber in jedem Fall langwierige Schmerzen, Lähmungen und Herz- Kreislaufstörungen hervorrufen.

Neben den bereits beschriebenen Stachel bewährten Fischen gibt es weitere Arten, wie die Kaninchenfische, die zwar nicht ganz so gefährlich sind, aber dennoch schmerzhafte Stiche und Vergiftungen auslösen können.

Quallen und Anemonen

Unter den Quallen gibt es einige unangenehme Arten, die mehr oder weniger stark nesseln. Am gefährlichsten ist sicherlich die Portugiesische Galeere aber auch unter den normalen Schirmquallen gibt es giftige Arten. Ebenso wie die Quallen, nesseln auch Anemonen bei Berührung.

Schwämme und Korallen

Es gibt einige giftige Schwämme und Korallen, die bei Berührung starkes Brennen, Rötungen Quaddelbildung und lang anhaltende Schmerzen verursachen können. Unter ihnen zum Beispiel die Feuerkorallen, Feuerschwämme oder der Fingerschwamm.

Seeigel, Seesterne und Borstenwürmer

Neben der Gefahr durch die Stacheln, gibt es unter den Seeigeln auch solche Arten, die Giftdrüsen besitzen. Bei Vergiftungen kann es zu Schmerz, Schwellungen, eventuell Kreislaufproblemen sowie Lähmungen der Gesichts- und Sprechmuskulatur kommen. Gefährliche Arten, die zu nennen sind, sind der Giftzangenseeigel, der Leder- oder Feuerseeigel und der Diademseeigel. Unter den Seesternen gibt es nur einen giftigen Vertreter, den Dornenkronen-Seestern. Auch bei den Borstenwürmern gibt es Tiere, die bei Berührung ein schmerzhaftes Brennen auslösen können.

Schnecken und Muscheln

Es gibt einige giftige Schnecken im Roten Meer, zum einen solche, die giftiges Nesselkapseln anderer Tiere fressen und zum eigenen Schutz in sich tragen, aber auch solche, die selbst mit einem hochwirksamen Gift ausgestattet sind. Am gefährlichsten sind die Kegelschnecken, deren Gift einen Menschen innerhalb einer Stunde töten kann.

Bei Muscheln geht die Gefahr eher davon aus, dass große Exemplare der Riesen- oder Mördermuschel durchaus eine Hand oder einen Fuß einklemmen können, wenn sie sich bei Berührung ruckartig schließen.

Haie, Rochen, Barracudas und Muränen

Im Roten Meer sind über 40 verschiedene Haiarten beheimatet, von denen etwa zehn für den Menschen potentiell gefährlich sind. Die größte Gefahr geht sicherlich von Hochsee Weißspitzen-, Mako- und Tigerhai aus. Daneben sind noch Bullenhai, Großer Hammerhai, Seiden-, Riff-, Sandbank- und Zitronenhai zu nennen. In den meisten Fällen befinden sich die Tiere im Freiwasser oder an tiefer gelegenen Riffen und man kommt mit ihnen eher beim Tauchen als beim Schnorcheln in Kontakt.

Auch unter den nahen Verwandten der Haie, den Rochen, gibt es gefährliche Arten im Roten Meer. Zum einen sind dort verschiedene Stachelrochenarten und zum anderen Zitterrochen beheimatet. Die Tiere sind zwar in der Regel nicht aggressiv, allerdings macht ihre gute Tarnung sie gefährlich. Abgesehen vom Blaupunkt Stachelrochen, der meist ganz gut zu erkennen ist, sind die übrigen farblich recht gut an den Untergrund angepasst und zudem oft eingegraben. Sie kommen bis in die seichten Uferregionen und wenn man unachtsam auf die Tiere tritt oder sich mit der Hand auf ihnen abstützt, können sie entweder einen Stromschlag austeilen oder blitzschnell mit ihren stachelbewehrten Schwanz zuschlagen.

Barracudas sind ebenfalls im Roten Meer zu finden, es sind schnelle Schwimmer mit einem sehr furchteinflößendem Gebiss, mit dem sie furchtbare Wunden reißen können. Teilweise sind die Tiere nicht sehr scheu und können auf kleinste Reize, wie das Blinken eines Metallgegenstandes, zum Angriff provoziert werden. In der Regel nicht frei schwimmend, sondern in Höhlen und Spalten versteckt, sieht man im Roten Meer recht häufig unterschiedliche Muränenarten. Ihre scharfen Zähne und ihre extrem hohe Bakteriendichte im Maul, die bei jedem Biss zu schlimmen Entzündungen führt, machen sie so gefährlich.

Generelles Verhalten

Oberstes Gebot für Taucher und Schnorchler ist es, unter Wasser nichts zu berühren, anzufassen oder abzubrechen. Auch wenn man die Arten genau kennt, sollte man sie lediglich beobachten und weder stören noch provozieren. Wenn man die Tiere mit entsprechendem Respekt behandelt und sich entsprechend vorsichtig verhält, hat man auch von den potentiell gefährlichen Arten nichts zu befürchten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.