Schutz durch heilende Sträucher

Heilkräfte von Sträuchern ethnomedizinisch betrachtet

Manche Sträucher galten einst als heilig, andere als besonders schützend, manche als beides. Die besonderen Schutzsträucher haben noch heute eine heilende Wirkung.

Fichten und Tannen vermitteln dem Volksmund nach Weisheit und Schutz – eine natürliche Hecke schützte einst auch das Gehöft und bot den Bewohnern Sicherheit. Die Namen der schützenden Gewächse zeugen oft davon: Der Hagedorn (Weißdorn), die Hagerose (Hundsrose) mit ihrer Hagebutte und die Hagebuche (Hainbuche).

Im Schutz des Hags

Das Wort Hag entstammt dem Germanischen und bedeutet soviel wie Umzäunung und Schutz. Hinter dem „Zaun“ wartete das Wilde, die übersinnliche Welt des Zaubers, die nur von Wagemutigen, Wissenden, Kräuterweibern oder Schamanen betreten wurde. Hier hielten sich die Hagazussa auf, Erben der Druiden, Prototyp der Weisen Frauen und späteren „Hexen“. Sie sammelten Heilkräftiges, und sprachen mit den Geistern. „Zaunreiterin“ so die Übersetzung, Frauen, die zwischen den Welten standen. Entsprechend der Magie dieser Zaun-Pflanzen ist auch ihre tatsächliche Heilwirkung.

Die Hagerose

Die Form ihrer durch unregelmäßigen Wuchs bestechenden Kelchblätter entspricht dem Drudenfuß, dem magischen Stern der Druiden und Weisen Frauen: Vielleicht erhielt die Heckenrose deshalb den Ruf als Zauberpflanze.

Die Hundsrose erhielt ihren Namen, da sie als hilfreich gegen tollwütige Hundebisse galt. Anspruchslos, gern am Waldrand wachsend, war sie ideal zur Einfriedung und stand dem Menschen nahe. Ein Dickicht aus Hagerose war es, durch das sich Dornröschens Prinz zu schlagen hatte, die Germanen sahen sie als Zauberpflanze aus Freyas Garten. Sie war die Göttin der Fruchtbarkeit, Beschützerin von Frau und Kind.

Galläpfel wuchern gern in Hundsrosen und werden als Heilmittel für Schlaflosigkeit auch Schlafapfel genannt. Die Knospen eignen sich als Mittel bei Verstopfung, Krämpfen, Blutungen und zu Scheidenspülungen; die getrockneten Blätter waren ein bekanntes Wundpulver für Kinder. Kühlend wirken die frischen Blätter, beruhigen geschwollene Augen und Brandwunden. Ein Extrakt der Blätter ist als Mundwasser und bei entzündetem Zahnfleisch hilfreich, bei Mundfäule und innerlich wirkt er nerven- und herzstärkend. Hagebutten gehören zu den bekanntesten Volksheilmitteln: Vitamin-C-haltig helfen die frischen Früchte bei Grippe, die getrockneten wirken anregend auf Blase und Nieren, lindern Gicht und Rheuma und pulverisiert auch Arthritis.

Die Hagebuche als Dritter im Bunde war schon treuer Begleiter der Baumriesen in den Eichenwäldern Mitteleuropas, stellte das schützende Unterholz, überlebensfähig und zäh. Noch heute hält sie zugunsten von Einfriedungen schlimmste Verstümmelungen aus, einst aber war sie natürlicher Teil des Hags. Sie galt als Eisenbaum, denn so hart wie das Metall war ihr Holz, stark und geduldig auch ihr Charakter: Die medizinische Verwendung wurde vergessen, ihre Gerbstoffe lassen Spekulationen zu, in der Bachblütentherapie wird sie bei geistiger Erschöpfung eingesetzt.

Auch Weiden vergesellschaften sich gern mit diesen Sträuchern, genauso wie die Hasel.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Therapie mit pflanzlichen Mitteln

Die Grenzen einer Selbstbehandlung sollten stets beachtet werden: Anhaltende, chronische und akute Beschwerden sollte ein Fachmann abklären. Wichtig ist auch die Berücksichtigung von Nebenwirkungen bzw. Kontraindikationen: gerbstoffhaltige Pflanzen können zum Beispiel die Aufnahme verschiedener Stoffe im Darmbereich verzögern.

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