Sex im Bordell: Macht als Hauptmotiv

Das Geschäft mit dem schnellen Liebe boomt. Das Rotlichtmilieu gibt den Männern anscheinend den gewissen Kick.

Das Geschäft mit der käuflichen Liebe boomt. 70 Prozent der Männer waren schon bei einer Prostituierten. Etwa 20 Prozent der Männer, die in einer festen Partnerschaft leben, sollen ab und zu ins Bordell gehen. Zehn Prozent nehmen sogar regelmäßig die Sexdienste einer Prostituierten in Anspruch. Das Rotlichtmilieu übt anscheinend auf viele Männer einen Reiz aus. Männer gehen vor allem zu Prostituierten, weil sie „keine Angst haben müssen, von ihnen zurückgewiesen zu werden“, so Österreichs Sexexpertin Gerti Senger. Die Prostituierte kann bestimmte Vorlieben befriedigen, die der Partner nicht erfüllt, oder dem Partner nicht zugemutet werden können. Außerdem soll den Männern das Milieu den „gewissen Kick“ geben. Sexualität werde im Rahmen des Rotlichts als aufregender und prickelnder empfunden. Aber auch der Alltagstrott in einer festen Beziehung kann eine Rolle spielen. Eine Ehe oder Partnerschaft ist etwas Schönes, doch irgendwann kann auch beim glücklichsten Paar die Leidenschatt nur noch nebensächlich sein. Überforderung und Stress im Berufsleben, private Probleme und häufige Streitereien sorgen einfach dafür, dass das Feuer im Bett erlischt. Was hilft, ist Liebe und Kommunikation, um in Puncto Sexualität die Vorstellungkraft zwischen Mann und Frau zu bereichern.

Macht als Hauptmotiv

Die männliche Sexualität besitzt einen Unterwerfungscharakter, der mit Macht gleichzusetzen ist. Für den Berliner Partnerschaftsberater Christian Thiel ist Macht der Hauptgrund, warum es Männer zu Prostituierten zieht. Dass der Mann der Frau für den Liebesakt bezahlt, gebe ihm das Gefühl, über sie zu bestimmen. In einer festen Beziehung ist das nicht möglich, weil sich beide Partner mit den Wünschen des anderen auseinandersetzen müssen. Die Prostituierte hingegen stellt keine Ansprüche. Sie leistet nur ihren Dienst.

Der Reiz des Verbotenen

Ein Grund für den Bordellbesuch ist der Reiz des Verbotenen. Die Vorstellung mit einer wildfremden Frau Sex zu haben, wirkt für die Männer erregend. Für die Kulturwissenschafterin Sabine Grenz geht es für viele Männer um ihre „Identität als heterosexueller Mann“. Der Sex-Käufer wolle nicht nur wegen seines Geldes gemocht werden, sondern auch wegen anderer Qualitäten. Häufig suche er einfach nur Nähe und Verständnis.

Die Faszination Hure

Ein weiterer Grund, warum Männer die käufliche Liebe im Bordell in Anspruch nehmen, ist, dass eine Prostituierte oder Hure auf den Mann einen bestimmten Reiz ausübt: Strapse, laszive Blicke, und so weiter. Die Vorstellung, mit einer fremden Frau Sex zu haben, ohne sich rechtfertigen zu müssen, wie gut oder wie schlecht man während des Sexualkontaktes ist, zieht viele Männer ins Bordell. Bei einer Prostituierten kann sich der Mann auch nicht blamieren. Im Bordell ist es ganz egal, wie lange man als Mann „durchhält“ oder ob er die Frau befriedigt.

Sind die Ehefrauen schuld, wenn ihre Männer ins Bordell gehen?

Für Senger kann es nicht klappen, wenn der biedere Ehemann von seiner überarbeiteten Frau mit Kindern verlangt, dass sie sich in die Strapse wirft und seine sexuellen Wünsche erfüllt. Bedenklich sei es, wenn die Männer regelrecht süchtig danach werden. Es gibt sogenannte „Rotlicht-Freaks“, die suchthaft Sex in diesem Rahmen suchen. Da gebe es keinen Trick, meist endet die Sucht erst dann, wenn das Geld nicht mehr reicht und finanzielle Schwierigkeiten auftauchen.

Thiel ist der Ansicht, dass sich ein Bordellbesuch leichter verheimlichen lässt als eine Affäre. Fliegt die Untreue auf, dann bedeutet das oft das Ende der Beziehung. Ob und wie es in der Beziehung weitergeht, hängt von der betrogenen Frau ab. Es gibt Frauen, die können einen Betrug mit einer Prostitutierten leichter verzeihen als eine Affäre, bei der Gefühle im Spiel waren. Den betrogenen Frauen rät Thiel, nicht zu schnell zu verzeihen. Wenn der Partner eine Außenbeziehung sucht, sind häufig Kommunikationsprobleme die Ursache, die gemeinschaftlich – auch im Rahmen einer Therapie – gelöst werden müssen.

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