Silvester und Neujahrsglück

Am letzten Tag im Jahr werden böse Geister vertrieben. Der letzte Tag des Jahres weckt Ängste und Hoffnungen – egal in welchem Land. Wir alle starten einen Neuanfang.

Ist der 31. Dezember ein besonderer Tag – unterscheidet er sich vom – sagen wir mal dem 24. Januar? Ja – es ist der letzte Tag im Jahr. Wir starten einen Neuanfang. Wir wollen uns besinnen; zurückdenken. Mit Freude und ohne Sorge wollen wir in die neuen 365 Tage einsteigen. Das Alte – das Verbrauchte werfen wir weg und öffnen uns dem Neuen. Das wollen wir aber ungehindert – ungehindert von Kräften, die uns möglicherweise Böses wollen: Die bösen Geister. Die wollen wir vertreiben. Womit? Mit Krachern, mit Böllern, laut und bunt!

Vertreibung der bösen Geister

In unserem Kulturkreis kennen wir den Geist als guten Geist, als göttlichen Geist – aber die Ängste und Besorgnisse um das wirklich gute Gelingen der Handlungen im kommenden Jahr bewegen uns. Wirken nicht auch andere Kräfte, wirken nicht auch andere Geister? ‚Die Geister, die ich rief, werd ich nicht mehr los…’ So Goethe im ‚Zauberlehrling’.

Geister, die ihre Arbeit tun, stereotyp, gewissenhaft, unausweichlich. Ausgeliefert sind die Menschen, die diesen Kräften nicht Einhalt bieten können. Bitteln und betteln müssen wir, um unser Leben wieder in den Griff zu bekommen. Wir wollen sie zurückwerfen! Mit Böllern! Mit Krachern! Laut und bunt! Das ist wohl der Sinn unseres bunten Feuerwerks am Jahresende. Es kann nicht laut und bunt genug sein. Wir freuen uns an den unterschiedlichsten Gebilden, die in den Himmel geschrieben werden; in den Himmel! Sie rufen: Hallo, ihr Geister, wir trotzen euch! Ihr könnt uns nichts anhaben. Unsere Bilder, unsere Laute sind stärker.

Der Geist Nian

Auch in China darf in diesem Jahr – zum ersten Mal nach 12 Jahren – der Geist Nian in seine Schranken gewiesen werden. Nian ist ein böser Geist, eine gehörnte Bestie, die im Wasser versteckt war und am Silvestertag hervorkommt. Vertrieben wurde sie einst von einem alten Mann in roter Kleidung. Das Zeremoniell, das sich daraus entwickelt hat, lebt nun wieder auf. Also wird auch hier laut und bunt eine positive Kraft beschworen.

Hervorrufen des Guten

Doch nicht nur das Vertreiben des Bösen, auch das Hervorrufen des Guten ist ein ‚Silvesteranliegen’: Schweinchen, vierblättrige Kleeblätter (nur wegen der Seltenheit), auch der Schornsteinfeger wird bemüht, dem Glück den Weg zu bereiten. Im Suppentopf muss etwas ‚grieseliges’ liegen, damit auch das Geld nicht ausgeht. Reichtum und Glück – das ewige Ziel!

Wahrsagerei

Doch da ist auch die ewige Angst, es könnte nicht gelingen. Daher wollen wir uns doch im Bleigießen versuchen: Welche Gebilde entstehen, wenn das heiße Blei in das kalte Wasser zischt: deutet mal! Die Deutungsversuche sind subjektiv, wie auch das kommende Jahr für jeden sein wird!

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