Starkes Rauchen erhöht Alzheimer-Gefahr

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass starkes Rauchen die Alzheimer-Gefahr erhöht. Bei 40 Zigaretten sind Raucher besonders gefährdet.

Dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, sollte hinlänglich bekannt sein. Es schädigt die Atemwege, verursacht Gefäßerkrankungen und vergrößert das Schlaganfall- und Krebsrisiko. Wie jetzt amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben, erhöht starkes Rauchen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren die Alzheimer-Gefahr um das Doppelte. Das ergab eine Studie an mehr als 21.000 Einwohnern in Nordkalifornien. Die Studie wurde im „Archive of Internal Medicine“ veröffentlicht. Sie widerlegt eine ganze Reihe von anders lautenden Studien.

Bei 40 Zigaretten besonders gefährdet

Es sind speziell die Vielraucher, die besonders gefährdet sind. Wer im Alter von 50 bis 60 Jahren pro Tag mehr als zwei Päckchen raucht, war doppelt so gefährdet wie ein Nichtraucher (rp-online.de). Wer hingegen eine halbe Schachtel oder weniger raucht, untersteht keinem besonders großem Risiko, an Alzheimer oder einer anderen Demenzform zu erkranken.

Tabakindustrie legt eigene Studien vor

Forscher, die der Tabakindustrie nahe stehen, legten jedoch eigene Studien vor, in denen sogar eine Verringerung des Alzheimer-Risikos durch Rauchen konstatiert wurde. Gehalts- und Sponsorenlisten zeigen, dass die Tabakindustrie eindeutig Einfluss auf diese Untersuchungen genommen hat. Es ist auch vor einem möglichen Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson die Rede (focus.de). Doch diese Studien wurden durch die nun veröffentlichte Langzeitstudie widerlegt.

Negative Effekte auf Gefäße und Nervenzellen nachgewiesen

Das menschliche Gehirn ist nicht immun gegen die Langzeitfolgen des starken Rauchens. Die negativen Effekte des Rauchens auf Gefäße und Nervenzellen sind seit langem nachgewiesen. Und gerade die Gefäßgesundheit spielt für Alzheimer eine entscheidende Rolle (heilpraxisnet.de). Verantwortlich sind die Durchblutungsstörungen im Gehirn, die durch starkes Rauchen nur verstärkt werden.

1,3 Millionen Demenzkranke

Nach Schätzungen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) gibt es derzeit in Deutschland 1,3 Millionen Demenzkranke. Es wird geschätzt, dass sich die Zahl bis zum Jahr 2050 verdoppelt haben wird. Die wichtigsten Risikofaktoren für den Ausbruch einer Demenzerkrankung sind neben dem Rauchen eine ungesunde Ernährung, Bewegungsarmut, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus und Fettleibigkeit.

Alzheimer meistens ab 65

Alzheimer tritt am häufigsten bei Menschen ab dem 65 Lebensjahr auf. Charakteristisch für Alzheimer ist eine zunehmende Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Um gegen Demenz vorzubeugen raten Neurologen zu einem möglichst gesunden Lebensstil. Dazu gehört auch der Verzicht aufs Rauchen (gesundial.de). Es wird empfohlen, bei der Wahrnehmung eines rapiden kognitiven Leistungsabfalls umgehend einen Neurologen aufzusuchen. Frühzeitig eingeleitete Maßnahmen können die Demenz unterbinden helfen. Je früher die Therapie eingeleitet wird, desto größer die Chancen, die Erkrankung aufzuhalten.

Weitere Studien sind erforderlich

Die bisher veröffentlichten Studien sind noch recht widersprüchlich. Was den Zusammenhang von Rauchen und Alzheimer betrifft, fehlen nach wie vor gute Langzeitstudien. Die Untersuchung aus Kalifornien ist zwar schon ein erster Schritt, verschafft aber noch nicht letzte Klarheit.

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