Tapezieren richtig vorbereiten – Tipps und Infos

Gute Vorarbeit beim Renovieren spart Mühen und Ärger. Der Malermeister und heute als Fotograf arbeitende Torsten Toups erzählt aus seiner langjährigen Erfahrung, wie die Vorarbeit zum Tapezieren ihren Schrecken verliert.

Es ist nicht nur in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von Vorteil, wenn die Menschen sich selbst helfen können. Ganz gleich, ob es sich um eine kleine Reparatur am Auto oder um die Ausbesserung einer Wohnung handelt: Handwerklich begabt zu sein, spart Geld. Der Düsseldorfer Torsten Toups ist lange Jahre als Meister im Malerhandwerk tätig gewesen, bevor er sich dazu entschloss, den Pinsel gegen den Fotoapparat zu tauschen.

Dennoch möchte er Menschen an seiner langjährigen, beruflichen Erfahrung teilhaben lassen und ihnen mit ein paar Tipps und Tricks die Angst davor nehmen, ein Zimmer oder eine neue Wohnung selbst zu renovieren. Denn es sind gerade oft die kleinen Hindernisse, die viel Ärger bereiten und den Spaß an der Eigenleistung schmälern. Dies muss nicht sein, so Toups, der mit ein paar Kniffen erklärt, wie sich das Tapezieren eines Raumes gut vorbereiten lässt.

Das Malervlies als Schutz für den Untergrund

Die Arbeit geht leichter von der Hand, wenn zuvor ein paar Dinge genau überlegt werden. Zunächst einmal sollte der Fußboden – Teppich, Laminat oder Parkett – gründlich abgeklebt werden. Toups: „Eine einfache Folie dazu zu nehmen, ist der falsche Weg. Sie kann leicht reißen und wird so nicht nur zu Stolperfalle, sondern verfehlt auch ihre eigentliche Aufgabe.“ Toups empfiehlt ein Malervlies anzuschaffen: „Zuerst ist eine Folie auszulegen, auf die dann das Malervlies ausgebreitet wird.“ Ein Malervlies ist wasserundurchlässig wie eine Folie, aber rutschhemmender und reißfest. Beschädigungen werden dadurch verhindert; der zu schützende Untergrund vor durch Risse dringender Feuchtigkeit geschützt.“ Die Folie ist im ganzen Zimmer zu verlegen; vom Malervlies reicht eine Bahn rund um die zu tapezierenden Wände.

Beim Entfernen einer alten Tapete werden die meisten Fehler gemacht

Manche Heimwerker empfinden das Abkratzen der meist trockenen Tapete noch als Spaß und lassen ihre Kinder ran. Ein grober Fehler. Toups: „Alte Tapeten sollten gründlich eingeweicht werden, bevor man sie abzieht. Dies geht auch mit der Rolle, mit der später der Tapetenkleister aufgetragen wird. Oder aber mit einer kleinen Pumpe, mit der die Wand abgesprüht wird. Besser diesen Arbeitsgang zweimal wiederholen, als eine zu gering genässte Tapete abzureißen.“ Der Handwerker empfiehlt, von unten nach oben einzuweichen, wenn man eine Rolle benutzt, weil sonst nur Wasser auf die Erde klatscht und den ganzen Raum unter Feuchtigkeit setzt.

Eine alte wasserfeste Tapete oder eine alte Tapete mit Latexanstrich erfordern besondere Vorbehandlung

Sollte es sich bei der alten Wanddekoration um eine wasserfeste Tapete oder eine Tapete mit Latexanstrich handeln, so muss die wasserundurchlässigige Schicht vor Beginn des Anfeuchtens angerauht werden. Dazu nimmt der Handwerker ein entsprechendes Werkzeug oder aber einfach den Spachtel, den er später zum Abkratzen der Tapeten benutzt. Damit kratzt er ein gitterförmiges Raster in die wasserundurchlässige Alttapete ein.

Die Vorteile einer sorgfältigen Vorarbeit liegen auf der Hand

Die alte Tapete lässt sich nach einem gründlichen Einweichen mit weniger Kraftaufwand von der Wand entfernen. Es verbleiben kaum Tapetenrückstände und auch der Untergrund wird in geringerem Maße beschädigt. Demzufolge sind auch die Vorarbeiten zum Neutapezieren weniger aufwändig: Zeit und Nerven werden gespart. Außerdem lassen sich alte Tapeten nach dem Saubermachen einfacher in einem Müllsack zusammenpressen. Ist der Tapetenmüll trocken und hart, reißt der Müllsack. Auch die ausgelegte Folie wandert mit all dem Staub und Dreck in den Abfall, während das Vlies wiederverwendet wird: Der Raum wird nun neu ausgelegt: Erst mit Folie, dann mit dem Vlies.

Die Vorbereitung der Wände geht dem eigentlichen Tapezieren voraus

Ist der Raum wieder gereinigt, widmet sich der Handwerker sowie der Heimwerker den Rissen und Beschädigungen in der Putzoberfläche der Wände. Auch alte Dübellöcher müssen verschwinden. Dazu wählt der Fachmann einen handelsüblichen Füllstoff. Sind größere Aufbrüche zu beseitigen, müssen diese mit einem Putz verputzt werden (Rotband). Handelsüblicher Fertigspachtel ist nur bedingt einsetzbar, weil er bei tieferen Löchern einfällt. Das heisst, wenn er trocknet, nimmt er im Volumen ab und erfordert weiteres Spacheln. Nach dem Spachteln sollte der Tapezierer mit einem Flächenrakel die Wände abschaben oder sie mit einem Schleifklotz und Schleifpapier behandeln, um Putzgrate und eventuelle Tapetenreste zu entfernen, damit ein kinderpopoglatter Untergrund entstehen kann.

Jetzt ist der Untergrund so weit vorbereitet, um eine Rauhfasertapete kleben zu können

Steht jedoch eine Mustertapete auf dem Wunschzettel, müssen auch noch die kleineren Riefen im Untergrund gespachtelt werden, da sich diese sonst in der Tapete abzeichnen. Des weiteren muss als nächster Schritt eine Makulatur geklebt werden. Diese dient dazu, dass sich eine Mustertapete leichter verarbeiten lässt, weil diese auf dem Untergrund einer Makulatur noch verschieb- und damit korrigierbar ist. Die Anforderungen an eine Naht sind bei einer Mustertapete aufwändiger als bei Rauhfaser. Ferner könnten sich ohne Makulatur im Untergrund der Tapete farbliche Unterschiede abzeichnen.

Soll die Wand aber nur gestrichen werden – was seit Jahren wieder hochaktuell ist – empfiehlt es sich, die Wandflächen ganzflächig mit einem Fertigspachtel abzuspachteln. Nach einer farblichen Grundierung werden dann noch kleine Beschädigungen sichtbar und könnnen noch einmal nachbehandelt werden.

„Alles also halb so wild.“ sagt Torsten Toups und gibt dabei noch den abschließenden Rat, jeden Arbeitsgang im Voraus genau zu planen, damit das Tapezieren dann doch mehr als Vergnügen als als Arbeit empfunden wird.

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