Thai Yoga Massage – Heilsame Berührungen

Thai Yoga Massage wird oftmals mit Erotik in Verbindung gebracht. Doch diese Auffassung wird der traditionellen Heilmassage nicht gerecht. Ein Überblick.

Die Thai Yoga Massage ist eine Heilmethode, die ihre Ursprünge in Indien hat. Als Begründer der Technik gilt der Buddha-Zeitgenosse Jivaka Kumar Bhaccha, ein ayurvedischer Arzt und praktizierender Yogi. Im Lauf der Jahrhunderte wanderte das Wissen und wurde vor allem in den buddhistischen Tempeln Thailands weiterentwickelt. Es entstand eine Massagetechnik, die Akupressur mit effektiven Übungen aus der Yogapraxis verbindet.

Energiebahnen im Körper

Thai Yoga Massage gründet sich auf dem Gesundheitssystem des Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunst. Ebenso wie die chinesische Medizin geht Ayurveda von Energiebahnen im menschlichen Körper aus. Sind diese Bahnen, in der Praxis der Thai Yoga Massage „Sip Sen“ genannt, durchgängig, so ist die Energie im Fluss und der Mensch gesund. Bei Blockaden im System können Gesundheitsstörungen entstehen. Mit Hilfe der Massagearbeit an den Leitbahnen und Akupressurpunkten („Marmas“ genannt) wird in der Thai Yoga Massage die Blockade in der Energiebahn gelöst. Der Körper bekommt so die Möglichkeit zur Selbstheilung.

Die ayurvedischen Konstitutionstypen: Pitta, Vata und Kapha

Thai Yoga-Therapeuten erarbeiten ein Profil ihrer Patienten anhand der traditionellen ayurvedischen Einteilung in Konstitutionstypen. Jeder Mensch lässt sich den Typen Pitta, Vata oder Kapha zuordnen, wobei Mischformen häufig sind. Die Behandlung, die am bekleideten Patienten ausgeübt wird, richtet sich nach Konstitutionstyp und Art der gesundheitlichen Beschwerden. Nicht jede Übung aus der Thai Yoga Massage ist für jeden Konstitutionstyp geeignet. Es erfordert Erfahrung und Umsicht des Therapeuten, die richtigen Techniken zur Linderung auszuwählen.

Sanfte Behandlung mit tiefer Wirkung

Die Techniken der Thai Yoga Massage reichen von aktivierenden Übungen, die sowohl für den Therapeuten als auch für den Behandelten anspruchsvoll bis anstrengend sein können, bis zu entspannenden Sequenzen. Die Behandlung zeichnet sich durch rhythmische Bewegungen und fließende Übergänge zwischen den einzelnen Positionen aus. Der Behandelnde arbeitet sowohl mit den Händen als auch mit den Füßen und setzt während der Massage das eigene Körpergewicht ein, um effektiv Druck ausüben zu können. Der Körper des Massierten wird so sanft gedehnt. Wichtig ist die Ausübung der Übungen im Sinne von „Metta“, der buddhistischen Haltung von Güte und Liebe gegenüber allem.

Oftmals stellt sich nach einer Thai Yoga Massage ein Gefühl tiefer Gelöstheit beim Behandelten ein. Besonders Menschen, die nur schwer die Kontrolle abgeben können, haben durch aktives Mitwirken bei den Übungen die Möglichkeit, Schritt für Schritt mehr zu entspannen und sich auf die Behandlung einzulassen. Den Abschluss einer Thai Yoga-Sitzung bildet, je nach Indikation, eine Kopf-, Hand- oder Fußmassage.

Kontraindikationen der Thai Yoga Massage

Thai Yoga Massage ist eine wunderbare Technik, um u.a. viele Störungen des Bewegungsapparates, endokrine Störungen oder auch Allergien zu behandeln. Doch es gibt auch Krankheiten, bei denen auf eine traditionelle Thai Yoga Massage verzichtet werden sollte. Hierzu gehören z.B. Aneurysmen, Hypertonie, Bandscheibenvorfälle und Frakturen. Menschen mit Thromboseneigung sollten nicht behandelt werden. Bei Schwangeren ist aufgrund der Gefahr von Überdehnungen Vorsicht geboten. Auch sollten wehenstimulierende Akupressurpunkte, wie z.B. Hegu (Di 4), vermieden werden. Ausgebildete Therapeuten beachten dies und passen die Thai Yoga Massage entsprechend an.

Abgrenzung vom Rotlicht-Milieu

Die traditionelle Thai Yoga Massage ist ein ganzheitliches medizinisches System zur Behandlung von Gesundheitsstörungen diverser Genese. Die Zuordnung zum Erotikbereich wird dieser Therapieform nicht gerecht und ist in jeder Hinsicht falsch. Professionelle Thai Yoga Massage-Behandler grenzen sich deshalb auch deutlich davon ab.

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