Tiere der Bibel

Im Naturkundemuseum in Münster ist noch bis zum Januar die Ausstellung „Tiere in der Bibel“ zu sehen. Der Ausstellungsbesuch lohnt.

Am Eingang zur Ausstellung im Naturkundemuseum in Münster werden die Besucher/innen mit Regen per Bildschirm und einer nachgebauten Arche Noah Arche begrüßt. Die Arche ist begehbar. Hier reiht sich ein ausgestopftes Tier neben das andere, eine Stallatmosphäre wurde nachgebaut und per Band werden Bootsgeräusche und Tierlaute eingespielt.

Arche Noah und der Artenschutz

Die Arche Noah, ein Symbol des Erhaltens und Schutz für die Tierarten. Die Ausstellung fragt, welche Archen gibt es heute: Zoos, Reservate, Saatgut.-Speicher wie den großen Tresor auf Spitzbergen. Mit Fotos und Schrifttafeln werden zeitgenössische Versuche, Flora und Fauna zu erhalten, erläutert. Veränderte Lebensumstände und Lebensraumverknappung sind Ursachen für die Bedrohung. Es wird darauf hingewiesen, dass in der Bibel erst nach der Landung der Arche die gegenseitige Angst zwischen Mensch und Tier begann.

Paradiesvorstellungen

Weiter geht es mit dem Paradies. Stellen wir uns heute eine Art friedlichen Dschungel darunter vor? Früher war es mehr das Bild eines wohl gepflegten Gartens. Der Begriff Paradies beschreibt für die Menschen meist das, was für sie momentan unerreichbar scheint. Nach dem Sündenfall von Adam und Eva, werden nur die Menschen aus dem Paradies vertrieben, nicht die Tiere. Paradies ist somit einem Zustand der Unschuld gleich zu setzen. Der Mensch grübelt nach dem Geschmack vom Baum der Erkenntnis über Moral und Scham, das Tier hingegen lebt unbeschwert und gelassen. Es verharrt im paradiesischen Zustand der Unschuld.

Beherrschung des Tierreiches als Auftrag Gottes

In der Bibel steht der Auftrag Gottes an die Menschen, über die Tiere zu herrschen. Damit kann nicht ein tyrannischer Herrscher gemeint sein, sondern ein schützender, verantwortungsvoller, vergleichbar mit dem guten Hirten, der um seine Herde bemüht und besorgt ist. Das passt zum Thema der Tier- und Arterhaltung, die sich in der Geschichte von der Arche Noah widerspiegelt.

Pflanzen der Bibel

In einem Schaukasten werden die wichtigsten sieben Pflanzen der Bibel gezeigt: Weizen, Gerste, Wein, Feige, Granatbäume, Oliven, Datteln und Honig – als Tiererzeugnis und wichtiges Süßmittel der damaligen Zeit.

Schauplätze der Bibel

Die Schauplätze der Bibel werden in Satellitenbildern erläutert: vom Nildelta, Sinai-Halbinsel bis Nordwestsyrien umfasst das Gebiet verschiedene Landschaften, verbindet sie drei Kontinente Asien, Afrika und Europa und dadurch tauchen entsprechend viele Tierarten auf. Ungefähr 130 verschiedene werden in der Bibel genannt, wobei manchmal die Übersetzung nicht ganz eindeutig fest gelegt werden kann.

Die Rolle der Haustiere in der Bibel

Der nächste Themenbereich sind Haustiere, am häufigsten erwähnt Schaf und Ziege, daneben Esel, Rind, Kamel und Hahn. Der Reichtum in der damaligen Gesellschaft ließ sich am Tierbesitz messen. So heißt es von Hiob, dass ihm 7000 Schafe, 500 Gespanne Rinder und 500 Eselinnen gehörten. Der Esel wurde als Last- und Reittier eingesetzt, auch für Wohlhabende und Könige. Daher reitet Jesus auf einer weißen Eselin in Jerusalem ein (Palmsonntag). Die Israeliten verbanden mit dem Pferd Krieg und Luxus und bevorzugten den Esel.

Tierschutz in der Bibel

Tierschutz ist nicht nur im Zusammenhang mit der Arche Thema der Bibel. Das Sabbatgebot umfasst auch das Vieh. An verschiedenen Bibelstellen ist von der gerechten und guten Behandlung der Tiere die Rede. Übrigens gehörten in der damaligen Zeit Tiere zum täglichen Leben. Heute wird das Tier oft als Produkt angesehen, so z.B. in der Massentierhaltung oder bei den Überzüchtungen mancher Haustiere, wie Fotos und Bildschirm in der Ausstellung zeigen.

Wildtiere in der Bibel

Wildtiere wurden nicht als Opfertiere eingesetzt, sondern dienten der Nahrungsergänzung oder verdeutlichen bedrohliche Situationen. Das Wachtelwunder beim Exodus wird erwähnt, Hirsch, Gazelle, Fuchs, Dachs, Rehe und Fische sind ausgestellt. Die Löwengrube ist nachgebaut und der Bär fehlt ebenfalls nicht.

Die zehn Plagen in Ägypten im Alten Testament

Ein abgeteilter Raum erläutert die zehn Plagen in Ägypten, die der Befreiung des israelischen Volkes dienten, auch hier spielen Tiere eine Rolle: Fische, Frösche, Mücken, Stechfliegen, Heuschrecken und der Tod des erstgeborenen Viehs. Daneben fragen drei Bildschirme nach den heutigen Plagen wie Vulkanausbruch, Börsenschwankungen, Waldbrände, Flutkatastrophen, Verkehrsunfälle und ähnliches.

Speisegebote – rein und unrein

Im Buch Levitikus wird zwischen reinen und unreinen Tieren unterschieden, was zu den Speisevorschriften für die Juden führte. In der Ausstellung erklärt eine Säule die Zuordnung und ein Schaukasten zeigt Modelle von Paarhufern. Nicht nur das Schwein gilt als unrein, auch Aale, Krebstiere, Vögel und weitere.

Tiersymbole

Tiere als Symbole für menschliches Verhalten spielten in der Bibel eine Rolle und die Bilder sind teilweise bis heute gebräuchlich, manchmal abgewandetl. Ein großer Tisch funktioniert mit Tierbildern durch einen Touchscreen und zählt die einzelnen Symbole nach Tieren zugeordnet auf.

Das Goldene Kalb ist im Schaukasten vertreten und die eherne Schlange als Symbol für Heilberufe und Pharmazeuten aufgebaut. Der Sündenbock findet ebenfalls Erwähnung, auch wenn er als solcher in der Bibel nicht namentlich auftritt.

Fabeltiere in der Bibel

Fabeltiere und Ungeheuer wie Drachen und Einhorn tauchen neben den reellen Tieren in Bibelerzählungen auf, so auch die Erwähnung märchenhafter Tiergeschichten wie bei Jona und dem Wal. Die Katze allerdings, in Ägypten damals sehr bedeutend und wichtig, taucht nicht in der Bibel auf. Nur im Buch Baruch, das allein von den Katholiken zur Bibel zugehörig erklärt wird.

Ausstellungskatalog zu Tieren der Bibel

Der Katalog zur Ausstellung umfasst 116 Seiten und ist für 12,80 € zu erwerben. Hier werden die einzelnen Stationen kapitelweise behandelt und durch weitere Fotos ergänzt.

Ein Besuch der Ausstellung lohnt.

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