Ursachen von Psychoterror in der Partnerschaft

Liebe und Mobbing: Oft braucht das Opfer psychologische Beratung. Mobbing in der Partnerschaft hat viele Ursachen. Gegen den Psychoterror helfen ein gutes Selbstwertgefühl, eine stabile Persönlichkeit und eine psychologische Beratung.

Mobbing ist häufige, unversöhnliche Aggression über einen längeren Zeitraum. Im Unterschied zu alltäglichem Streit, bei dem es darum geht unterschiedliche Ansichten der Partner zu diskutieren, hat Mobbing eine zerstörerische Komponente. Der Mobber greift sein Opfer direkt an und entwertet die Person oder Teile von ihr. Es gibt zahlreiche Mobbinghandlungen, die alle darauf abzielen Macht und Kontrolle über das Opfer auszuüben. Die Folgen von Mobbing in der Partnerschaft sind besonders drastisch, da der Gemobbte sich kaum selbst befreien kann. Es gibt jedoch Möglichkeiten, Mobbing zu verhindern, wenn man es rechtzeitig entlarvt und entsprechende Grenzen zieht.

Warum schikanieren sich Partner gegenseitig?

„Was sich liebt das neckt sich“. Was hier verharmlosend dargestellt wird kann bitterböse gemeint sein. Ein Mensch der mobbt möchte im Grunde geliebt werden. Er hat oft ein übergroßes Bedürfnis nach Liebesbeweisen. Das kann daher rühren, dass er in der Kindheit Ablehnung anstatt Liebe erfahren hat. Diese kindliche Kränkung wird verdrängt und führt im Erwachsenenalter zu genau denselben Problemen: der gekränkte Mensch erlebt die Kränkung immer wieder. Mobbing resultiert also aus einer nicht gelungenen Verarbeitung von Kränkung. Indem der Mobber andere abwertet, steigt sein eigenes Selbstwertgefühl (Lit.: Zimbardo, über die narzistische Persönlichkeit).

Sind sind ok

Wenn Sie in der Beziehung gemobbt werden, dann hat das nichts mit ihrer Person zu tun. Es ist ganz wichtig, sich das klar zu machen. So wie Sie sind, sind Sie in Ordnung, auch wenn ihr Partner Teile von ihnen ablehnt.

Mobbingopfer zweifeln an sich selbst

Oft dauert es Jahre bis ein terrorisiertes Opfer merkt, welch böses Spiel der Partner treibt. Darauf angesprochen streiten viele Mobber jede Absicht sofort und vehement ab („… alles Zufall, so war das gar nicht, du spinnst ja“). Meistens zweifeln die Opfer zuerst ihre eigene psychischen Gesundheit an.

Ungleiche, abhängige Beziehungen erschweren die Trennung

Wenn Sie als Opfer in einer finanziell abhängigen Beziehung (mit kleinen Kindern) stecken, haben Sie es doppelt schwer. Hinzu kommt, dass irgendetwas an der Persönlichkeit des mobbenden Partners Sie anfänglich fasziniert hat. Vielleicht haben Sie ihn bewundert für sein zur Schau gestelltes Ego, dass Sie jetzt als unerträglich empfinden? Vielleicht sind Sie es „gewohnt“, schlecht behandelt zu werden und empfinden das als normal?

Wenn Mobbing jahrelang anhält hilft meist nur die Trennung

Mobbingofper pendeln zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Sie können – und das ist die Tragik – letzten Endes nichts retten wenn die Demütigungen sich schon jahrelang hingezogen haben. Wenn der Partner sich weigert sein Verhalten zu ändern oder eine versprochenen Änderung nie eintritt, haben Sie nur die Chance sich selbst zu retten – und zu gehen.

Das können Sie tun, wenn sie glauben gemobbt zu werden

  • Erkennen Sie, was läuft
  • Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl (durch Bewusstmachen ihrer Kompetenzen)
  • Gehen Sie aus der Isolation und suchen Sie Unterstützung (bei Familie, Freuden, Psychologen, ihrem Hausarzt, öffentl. Beratungsstellen)

Wenn es Hoffnung auf Besserung gibt

  • Sprechen Sie mit ihrem Partner, sagen Sie ihm wie sie sich fühlen. Es ist wichtig, dass Sie ihn nicht persönlich angreifen
  • Ziehen Sie Grenzen und pochen Sie auf deren Einhaltung
  • Treffen Sie klare Absprachen, teilen Sie Kompetenzen und Aufgabengebiete (gleichberechtigt!)
  • Wappnen sie sich gegen den Widerstand Ihres Partners. Er wird ungern die Kontrolle abgeben
  • Wenn Ihr Partner kooperativ ist: Besuchen sie zusammen eine Eheberatung
  • Sorgen Sie für Ihre Entspannung und Gesundheit

Wenn es keine Hoffnung auf Besserung gibt

  • Falls iIhr Partner uneinsichtig ist, weil er meint Sie allein hätten das Problem und auch sonst keine Kooperation mehr möglich ist, dann trennen Sie sich
  • Auch hier gilt: Ihr Partner wird sie nicht kampflos ziehen lassen. Deshalb holen Sie sich auch hier unbedingt Unterstützung und klären Sie rechtliche Fragen
  • Fragen Sie sich zuletzt wie Sie in die Opferrolle hineingerutscht sind. Lernen Sie daraus

Das können Sie selbst gegen Mobbing tun bevor es entsteht

  • Achten Sie auf ein stabiles Selbstwertgefühl
  • Begeben Sie sich nicht leichtfertig in finanzielle oder emotionale Abhängigkeit
  • Ziegen Sie frühzeitig Grenzen
  • Verteidigen Sie Ihre persönlichen Grenzen, auch wenn es bedeutet, dass die Beziehung in einen frühen Stadium auseinander geht
  • Pflegen Sie Ihr eigenes soziales Netz (Freunde, Familie, Arbeitskollegen)

Folgenden Anzeichen sind Hinweise für ein gestörtes Selbstwertgefühl ihres potentiellen Partners

  • wenn er schlecht über Dritte spricht oder viele Vorurteile hegt
  • wenn er Ihnen Schuldgefühle einredet, damit Sie etwas für ihn tun
  • wenn er bedingungslosen Gehorsam/Loyalität einfordert
  • wenn er überempfindlich auf abschlägige Bitten reagiert
  • wenn er alles persönlich nimmt, egal wie vorsichtig Sie sich ausdrücken
  • wenn Sie bemerken, dass er sich anders darstellt (besser), als Sie ihn wahrnehmen

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