Was ist ein Discofon?

Das Discofon hat in Köln gerade Weltpremiere, der Andrang darauf ist groß. Doch wodurch wird überhaupt ein Handy zum einzigartigen Discofon? Was passiert, wenn man eine Tanzmatte, wie sie für Spielekonsolen benutzt wird, mit einem Handy kombiniert und darauf herum hüpft? Eine Antwort auf diese Frage bekommt, wer zur Weltpremiere des Discofon nach Köln-Ehrenfeld vom 21. Januar bis 24. Januar 2010 fährt: Man tanzt sich seinen unverwechselbaren, individuellen Klingelton. Ein Glück, dass der Deutschlandfunk in seiner Nachmittagssendung „Corso“ ein Interview mit Andreas Lemke geführt hat, einem der Macher des Discofons. Hier bekam der aufmerksame Hörer bereits einen Vorab-Einblick, was den Neugierigen mit dem Discofon erwartet.

Die Idee hinter dem Discofon

Die einen nutzen Handys, moderne Menschen, die mit den Trends gehen, nutzen hingegen ihr Discofon. Das Discofon unterscheidet sich von einem Handy nur in einer einzigen Sache, dem Klingelton. Während Klingeltöne in der Regel immer nervtötender werden, wächst in vielen Handybenutzern das Bedürfnis, sich durch ihren Ringtone-Sound von der Masse abzusetzen. Normalerweise sind Klingeltöne entweder piepsige Nachspielungen bekannter Melodien oder MP3-Aufnahmen aktueller Chart-Hits. Wohin man auch hört, überall piepst, klingelt oder schallt es – und immer dieselben, altbekannten Töne. Es müsste doch einmal einen Klingelton geben, der sich von allen anderen unterscheidet, den es garantiert kein zweites Mal mehr gibt. Es müsste einen ganz individuellen Klingelton geben.

Wie kreiert man den individuellsten aller Klingeltöne?

Vielleicht kommt es beim Komponieren vor, dass sich manche Tonsequenzen ähneln oder gar wiederholen können. Deshalb dürfte die Komposition des eigenen Klingeltones nicht Garant dafür sein, einen wirklich einzigartigen Klingelton zu kreieren, den es kein zweites Mal mehr gibt. Bewusstes Komponieren scheidet demnach aus. Wenn man allerdings zufällig Töne erzeugen würde durch Bewegung, dann wäre es möglich, Sounds zu erstellen, die bei jedem anders klingen. Fragt sich nur, wie man aus Bewegung Töne erzeugen kann.

Der APRTM 2.0 Ringtone Generator

Was sich hierhinter verbirgt bekommt derjenige zu sehen, der nach Köln fährt und der Premiere beiwohnt. Der aufmerksame Hörer des Radiointerviews kann sich lediglich gedanklich ein potentielles Bild davon machen. Vielleicht gelingt es, ein solches Bild hier zu transportieren, ohne den APRTM 2.0 Ringtone Generator gesehen zu haben. Die kreativen Köpfe hinter dem Discofon haben einen Soundgenerator mit einer Tanzmatte kombiniert, wie man sie für sportliche Konsolenspiele verwendet. Jede Bewegung auf dieser Matte erzeugt einen Sound. Je nachdem, wie schnell und in welcher Art man sich bewegt, werden unterschiedliche Sounds erzeugt. Diese können als MP3 abgespeichert und aufs Handy geladen und dort als individueller Klingelton verwendet werden. Da selbst bei gleichen Bewegungsabläufen, wie sie zum Beispiel bei festgelegten Tanzschritten vorkommen, niemals die Art der Ausführung bei zwei Menschen identisch sein kann, weil man zwar Schritte in derselben Reihenfolge durchführen kann, aber dennoch mit anderem Druck oder Tempo dabei vorgeht, kann man sicherstellen, dass jeder so entstandene Sound einzigartig sein wird.

Seltsame Sounds – eine Alternative zum Klingelton-Mainstream

Die durch den APRTM 2.0 Ringtone Generator erzeugten Sounds heben sich erfrischend vom Mainstream der Klingeltöne ab. Teilweise muten die Sounds sehr futuristisch an. Seit der lange angekündigten Premiere in Köln-Ehrenfeld in den Passagen ist der Run auf die unvergleichlichen Sounds sehr groß. In den Passsagen muss ein großer Andrang auf das Discofon herrschen, wenn man den Mitteilungen der entsprechenden Facebook-Gruppe glaubt. Eines steht auf jeden Fall fest: Wer mit dieser neuen Technologie seinen eigenen Sound bastelt, kann von sich selbst stolz behaupten, er habe sich seinen eigenen Klingelton ertanzt bzw. erhüpft. Das dürfte den eigentlichen Vorteil des Discofons offenlegen: den Spaßfaktor. Schließlich kann sich jeder vorstellen, wenn er künftig im Bus einen seltsamen Handysound ertönen hört, wie lustig der Handybesitzer dafür auf einer Matte herumgesprungen sein musste. In Zukunft werden uns klingelnde Handys nicht mehr auf die Nerven gehen, sondern Lachattacken in uns auslösen. Denn so wenig wie manche ihre Handys in der Öffentlichkeit auf lautlos stellen, so wenig lässt sich das Kopfkino abstellen, bei dem man sich skurril verrenkende Menschen auf ihren Tanzmatten vorstellt, wie sie gerade ihren Klingelton tanzen.

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