Was tun bei giftigen Insektenstichen?

Erste Hilfe nach Stachelattacken von Biene, Wespe und Hummel. In der Regel sind die schmerzhaften Stiche einheimischer Flügelinsekten relativ harmlos. Bei Kindern und Allergikern ist allerdings erhöhte Vorsicht angezeigt.

Das Brummeln geschäftiger Insekten gehört zum Sommer wie die Butter aufs Brot. Allerdings verbindet fast jeder mit diesem Brummeln auch Eigenerfahrungen von Mensch-Insekt-Begegnungen der äußerst unangenehmen Art. Werden Mückenstiche noch unter der Rubrik „Lediglich lästig“ abgespeichert, gehören Stiche von mit Giftstacheln bewehrten Insekten zu den Negativ-Erlebnissen, die sich unter anderem wegen des empfundenen vergleichsweise heftigen Schmerzes und einer damit verbundenen atavistischen Angst vor der Bedrohung durch Wildtiere tief einprägen.

Die Giftstachelträger-Insekten

In unseren Breiten sind es vor allem Vertreter von Wespen- und Bienenarten, die bei tatsächlicher und vermeintlicher Bedrohung zustechen. An erster Stelle sind dabei die leicht erregbare Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die ebenso angriffslustige Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) zu nennen. Weniger häufig sind Stiche der weit verbreiteten Westlichen Honigbiene (Apis mellifera). Auch Hornissen und einige Ameisenarten verfügen über Giftstachel und setzen sie bei Gelegenheit manchmal auch ein. Selten kommt es zu Attacken der durchaus zu Recht als ausgesprochen langmütig eingeschätzten Hummeln.

Wirkung der Insektenstiche

Der menschliche Körper reagiert sehr unterschiedlich auf die Insektengifte. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Art und Menge des injizierten Giftes und die Einstichstelle sowie die individuelle Empfindlichkeit. Kinder sind auf Grund ihres Entwicklungsstatus meist empfindlicher als Erwachsene.

Generell kann man sagen, dass Giftinsektenstiche immer sehr schmerzhaft sind und meist zu mehrtägigen Schwellungen führen. Hornissengift ist grundsätzlich nicht toxischer als Wespen- oder Bienengift. Hornissenstiche sind aber wegen bestimmter Schmerz erzeugender Stoffe im Gift und wegen des großen Hornissenstachels wesentlich schmerzhafter als Wespen- und Bienenstiche.

Lebensbedrohlich ist das Gift von Bienen, Wespen und Hummeln in der Regel nicht. Auch mehrere Stiche der Großwespe Hornisse, der zu Unrecht mitunter enormes Killerpotenzial nachgesagt wird, haben meist keine wirklich schwerwiegenden physischen Beeinträchtigungen zur Folge.

Allerdings muss dabei eingeschränkt werden, dass für Allergiker bereits bei einem einzigen Giftstich größte Gefahr bestehen kann. Eine allergische Reaktion kann zu harmlosen Erscheinungen wie Hautrötung oder Quaddelbildung führen, aber auch zu Übelkeit, Erbrechen oder Atemnot. Im Extremfall kann es sogar zum anaphylaktischen Schock kommen. Allergiker sollten sich deshalb dringend sofort nach einem Giftinsektenstich in ärztliche Behandlung begeben.

Bei Stichen in Mund, Rachen oder Speiseröhre gilt Entsprechendes auch für Nichtallergiker. Eine durch Insektengift hervorgerufene Schleimhautschwellung kann ein extrem gefährliches Erstickungs-Ödem verursachen.

Vermeidung von Insektenstiche

Der beste Schutz gegen Insektengift ist natürlich die Vermeidung von Insektenstichen. Besonders wichtig ist es, die Insekten nicht durch heftige Bewegungen zur Verteidigung zu reizen.

Entfernung des Bienenstachels

Ist es dann doch zum Stich gekommen, sollte bei einem Bienenstich darauf geachtet werden, den Stachel rasch aus der Haut zu ziehen. Im Gegensatz zu den anderen in Frage kommenden Insekten hat die Honigbiene einen kleinen Widerhaken am Ende ihres Stachels mit dem sie sich in der Oberhaut des Opfers festhakt. Beim Wegfliegen nach dem Angriff bleibt der Stachel mitsamt der weiter pulsierenden Giftblase in der Menschenhaut stecken und wird so aus dem Körper der Biene gerissen. Für das Insekt bedeutet das eine tödliche Verletzung.

Um zu verhindern, dass weiter Gift aus der Blase in den menschlichen Körper gepumpt wird, muss der Giftapparat vorsichtig ohne Quetschung mit einer Pinzette oder mit Hilfe langer Fingernägel entfernt werden. Die Entfernung klappt auch mit einer Messerklinge, die vorsichtig in einem flachen Winkel über die Haut an den Stachel herangezogen wird und ihn dann nach oben heraus drücken kann.

Vakuumpumpe

Nicht nur für Besitzer insektenreicher Gärten empfiehlt sich die Anschaffung einer kleinen Vakuumpumpe. Damit kann im Ernstfall sofort auf einfache Art und Weise ein Großteil des Giftes abgesogen und so die Reaktion entschärft werden.

Kühlung und Zwiebelhälften

Wirkungsvolle und erprobte Hausmittel zur Linderung von Insektenstichen sind das Kühlen der Einstichstelle durch Eiswürfel oder feuchte Tücher sowie das Auflegen einer halben Zwiebel. Hilfreich sind auch kühlende Umschläge mit essigsaurer Tonerde oder spezielle Gels aus der Apotheke.

Bei Stichen im Mund-Rachen-Raum sollte man versuchen, die Zeit bis zur erforderlichen ärztlichen Behandlung mittels Kühlung durch Eis oder sehr kalte Getränke zu überbrücken.

Homöopathische Mittel

Nach dem Prinzip „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“ schwören viele Anhänger der Homöopathie bei Bienenstichen auf aus der Honigbiene hergestellte und in homöopathische Dosen verabreichte Mittel. Entsprechende Mittel gibt im Handel auch für die Behandlung von Wespen -und Hornissenstichen.

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