Wie besuche ich als Fachbesucher die Buchmesse?

Profitipps für einen erfolgreichen Messebummel. Genaue Planung und Vorbereitung sind Schlüssel für den erfolgreichen Besuch einer Buchmesse.

Wenn Sie bereits Kontakt mit einem Verlag haben, dann erbitten Sie von diesem im Vorfeld der Messe einen Berechtigungsnachweis für eine Fachbesucherkarte. Die Buchmesse, die nur am Wochenende für das allgemeine Publikum geöffnet ist, wird damit auch während der Fachbesuchertage für Sie zugänglich.

Fachbesucher sind im Vorteil

An der Eingangskasse weisen Sie ein Schreiben oder eine Einladung Ihres Verlags vor und können daraufhin eine Fachbesucherkarte erwerben. Als Fachbesucher sind Sie schon „ganz schön dicht dran“. Es geht wesentlich entspannter zu als an den Publikumstagen, an denen Brigaden von Tütenschleppern die Stände stürmen.

In der zweiten Phase Ihres Messebesuches geht es darum, die Sie interessierenden Verlage konkret anzusprechen. Die meisten Autoren versuchen dies, indem Sie den jeweiligen Stand aufsuchen und um ein Gespräch bitten.

Diese Vorgehensweise überlässt es dem blinden Zufall, ob ein kompetenter Mitarbeiter des Unternehmens verfügbar ist und Zeit für Sie opfert. Meistens geht die Sache schief, denn die bereits im Vorfeld verabredeten Termine sind dicht gedrängt.

Ziel: Gespräche vereinbaren

Gespräche nach vorheriger Anmeldung sind für alle Beteiligten effektiver und auch auf einer Buchmesse üblich. Jeder größere Verlag verfügt über ein Standtelefon in seiner Messekoje. Die entsprechenden Telefonnummern sind in einem Verzeichnis zusammengestellt, das an den Informationsschaltern der Messe erhältlich ist.

Besorgen Sie sich dieses Telefonverzeichnis und rufen Sie den Verlag direkt auf der Messe an. Fragen Sie nach dem zuständigen Lektor, tragen Sie Ihr Anliegen vor, und verabreden Sie einen Gesprächstermin. So wird aus dem Überraschungsgast ein willkommener Besucher, der erwartet wird und über einen Gesprächspartner verfügt. Dies ist für alle Beteiligten der optimale Weg.

Verfügen Sie bereits vor Messebeginn über alle notwendigen Erkenntnisse und Informationen zum Verlag, können Sie schon Wochen zuvor einen Gesprächstermin für die Messe ausmachen. Denken Sie dann aber daran, den telefonisch verabredeten Termin mit einem kurzen Schreiben zu bestätigen. Die Zeit vor der Messe ist für alle Verlage hektisch, und so gehen Sie sicher, dass Ihre Verabredung registriert wird.

Ziel: Interesse abklopfen

Ein Gesprächstermin auf der Buchmesse kann dazu dienen, sich und sein Werk kurz vorzustellen. Dazu sollten Sie ein mit Ihrem Namen versehenes Exposé des angebotenen Werkes bereithalten. Nützlich ist ferner eine Visitenkarte, die Ihnen auch Ihr Gesprächspartner aushändigen wird. Ziel des Gespräches sollte sein, abzuklopfen, ob an dem von Ihnen beschriebenen Thema grundsätzliches Interesse besteht, ob Sie Ihr Manuskript einsenden können und in welcher Form dies gegebenenfalls gewünscht wird.

Die Messe bietet auch die Möglichkeit, ein Manuskript persönlich zu überreichen und darüber zu sprechen. Das sollten Sie aber zuvor mit Ihrem Gesprächspartner genau abstimmen. Die Möglichkeit, dass Ihr Manuskript im allgemeinen Messetrubel untergeht, ist nämlich durchaus gegeben. Es bleibt Ihnen stets der Postweg, um Ihre Arbeit an den entsprechenden Verlag einzusenden, wo diese sorgfältiger begutachtet werden kann.

Ziel: Kontakt aufbereiten und pflegen

Die Nachbereitung Ihres Messebesuches beginnt unmittelbar nach Ende der Bücherschau. Schreiben Sie Ihre Gesprächspartner direkt an und danken Sie für die freundliche Aufnahme und das informative Gespräch. Dann fassen Sie das Ergebnis Ihrer Unterredung kurz zusammen und erinnern an Ihr Anliegen.

Führen Sie den Dialog dort fort, wo er zur Messezeit beendet wurde. Sofern verabredet, übersenden Sie nun Ihr vollständiges Manuskript samt den dazugehörigen Unterlagen. Damit hat sich die Investition in den Besuch der Buchmesse vielleicht schon gelohnt.

Was für die Frankfurter Herbstmesse gilt, hat mit Einschränkungen auch für ihre kleine Schwester, die Leipziger Frühjahrsmesse, Gültigkeit. Dort geht es allerdings wesentlich lockerer zu.

In Leipzig besteht bislang bei den meisten Ausstellern Bereitschaft zu spontanen Gesprächen. Allerdings ist dort auch nur ein Bruchteil der Verlage zu finden, die in Frankfurt anzutreffen sind. Die Stände sind sehr viel bescheidener ausgestattet, und das Standpersonal ist entsprechend ausgedünnt. Viele Entscheidungsträger von Großverlagen halten es für entbehrlich, auf der Messe persönlich anwesend zu sein. In Leipzig wird die Nähe zum Publikum tatsächlich noch spürbar, und der Stress hält sich für alle Beteiligten in Grenzen.

Messen für Einsteiger und Fortgeschrittene

Zusammenfassend kann zum Stichwort Messen gesagt werden: Leipzig ist die Messe für den Einsteiger, Frankfurt hingegen die für Fortgeschrittene. Wer es sich zeitlich und finanziell erlauben kann, sollte getrost einmal beide Buchmessen besuchen.

Es ist und bleibt Tatsache: Jedes Ereignis zum Thema Buch bietet interessierten Autoren zusätzliche Chancen. Das gilt neben Buchmessen für jede Veranstaltung, die sich mit dem Lesen, dem Schreiben und dem Buch als geistiger Hülle des Wortes befasst.

Besuchen Sie Lesungen, die in Buchhandlungen veranstaltet werden. Nutzen Sie Angebote der verschiedenen Autorenverbände. Belegen Sie Kurse, die von Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen angeboten werden. Stets werden Sie dort auf Gleichgesinnte treffen, die leidenschaftlich gern schreiben und mit denen ein Austausch lohnt. Oft sind es eine Adresse, ein Name oder ein nützlicher Rat, die Ihnen helfen können, den gewünschten Erfolg zu erreichen. Handeln Sie! Werden Sie aktiv!

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