Wie Emotionen die Kommunikation beeinflussen und wie sie kontrolliert werden können?

Gefühle im Gespräch. Unter Kommunikation versteht man jede Form der Mitteilung in einer Interaktion zwischen zwei oder mehreren Personen.

Wichtig ist hierbei das Verständnis, dass Kommunikation nicht nur aus den Worten besteht, die man ausspricht, sondern aus dem Verhalten während des Gesprächs, wozu der Tonfall, das Tempo der Sprache, die Pausen, Seufzen, Lachen oder Betonungen zählen. Auch die Körpersprache mit Haltung, Gestik und Mimik zählt zum kommunikativen Verhalten. Dies sind Signale, die sich nicht ausschalten und nur schwer bewusst steuern lassen. Dieses Verhalten wird im Grunde von Gefühlen gesteuert, die in der entsprechenden Gesprächssituation empfunden werden. Doch genau dieses unterbewusste kommunikative Verhalten steht häufig den Zielen, die ein Sprecher in einem Gespräch verfolgt, im Weg und blockieren sie.

Verhalten in einem Streit

Dies wird besonders in einer Streitsituation deutlich. Als Beispiel eine klischeehafte Situation: Die Ehefrau wünscht vom Mann, dass er den Müll raus bringt. Da sie über die fehlende Selbstständigkeit bei dieser Tätigkeit verärgert ist und den überquellenden Müll vor Augen hat, der sie in eine gereizte Stimmung bringt, reagiert sie vermutlich mit einer Aussage wie: „Du bist Schuld, dass es hier so saumäßig aussieht! Nie tust du etwas für den Haushalt! Bring das jetzt auf der Stelle raus!“ Eigene Ziele werden durch falsche Wortwahlen, Formulierungen und unpassendes Verhalten häufig sabotiert. Durch diese Aussage erreicht die Frau wahrscheinlich nicht ihr Ziel. Sie macht lediglich ihrem Ärger Luft. Sie provoziert und kritisiert. Als beispielhafte positive Reaktion wäre eine Aussage, die Verständnis zeigt und einfühlsam wirkt. Dies wäre zielbringender, würde einen Streit vermeiden und eventuell eine Einsicht erreichen: „Ich verstehe, dass du müde bist und keine Lust hast, aber wir haben uns darauf geeinigt, dass dies zu deinen Aufgaben im Haushalt zählt. Wenn du das jetzt gleich erledigen würdest, würde ich mich besser fühlen. Mich stört der Müll“. Die Gefühle sind kontrolliert und stehen dem Gesprächsziel nicht im Weg.

Angemessene und unangemessene Gefühle

Wenn eigene Ziele oder Wünsche blockiert werden, stellt sich ein ungutes Gefühl ein. Diese sind zum Beispiel Frustration, Ärger oder Wut. Sie beeinflussen die Kommunikation und wirken dabei doch selbstschädigend. Jedoch kann bei negativen Gefühlen unterschieden werden zwischen denen, die sabotieren und denen, die motivieren. Unangemessene Gefühle sind:

  • Frustration
  • Ärger
  • Wut
  • Angst
  • Depressivität
  • Niedergeschlagenheit
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Groll
  • Schuldgefühle
  • schlechtes Gewissen

Sie begünstigen selbstschädigendes Verhalten.

Angemessene Gefühle:

  • Besorgnis
  • Trauer
  • Enttäuschung
  • Gereiztheit
  • Irritation
  • Verdruss
  • Bedauern
  • Reue

Solche können hilfreich sein, denn sie motivieren, etwas gegen die Blockade der Ziele und Wünsche zu unternehmen. So kann beispielsweise bei dem Gefühl von Angst oder Panik das Gespräch durch vorsichtige, wohlüberlegte Argumentation beeinflusst werden.

Training zur zielbringenden Kommunikation

Um das Verhalten in einem Gespräch steuern zu können, muss ein Gespür dafür entwickelt werden, wann wie am vernünftigsten kommuniziert werden sollte. Es muss erkannt werden können, ob das eigene kommunikative Verhalten den verfolgten Zielen schadet oder nutzt. Die Gründe und Ursachen müssen ausgemacht werden können, die zu einem selbstschädigenden kommunikativen Verhalten führen. Selbstschädigende Kommunikation muss durch zielführende ersetzt werden. Dies ist ein Lernprozess, der auf Beobachtungen beruht und auf der Fähigkeit, zwischen Zeilen zu lesen.

Eine regelmäßige Selbstanalyse ist sinnvoll. Wenn das eigene Kommunikationsverhalten beobachtet und hinterfragt wird, kann in ähnlichen Situationen zurückgedacht und überlegt werden. Wann waren welche Äußerungen selbstschädigend und wann haben sie einen weitergebracht? Auch das Beobachten anderer Menschen in Interaktionen begünstigt den Lernprozess. Wer beobachtet, kann auch aus falschen Verhaltensweisen anderer lernen.

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