Wie funktioniert die Musiktherapie

Musiktherapie als neuste Heilmethode? Was ist Musiktherapie? Welche Wirkung hat Musik auf den Menschen? Heilt Musik Krankheiten? Wo wird Musiktherapie eingesetzt? Welche Ziele hat sie?

Ob in der Oper, im Film, im Theater oder im Musical, die Musik erzeugt Spannung und löst Emotionen wie Angst, Freude, Trauer und Entspannung aus. Kann Musik Schlaflosigkeit, Stress und andere Krankheiten mindern oder sogar heilen? Neusten Studien ergaben, dass Musik gezielt eingesetzt werden kann, um neurologische Beschwerden zu heilen und neurologische Krankheiten zu lindern.

Welche Wirkung hat Musik auf den Mensch?

Im Wellnessbereich wird klassische Musik mit langsamen Rhythmen und Takten eingesetzt, um Entspannung und Wohlbefinden auszulösen. Medizinische Forscher fanden heraus, dass in therapeutischer Behandlung indianische Musik den Blutdruck effektiv senkt und Herzinfarkten vorbeugt. Mit der Fähigkeit, die Aktivität im Gehirn zu fördern oder zu lindern, können das Grundempfinden, Mattheit und Schlaflosigkeit beeinflusst werden. Temporeiche Songs mit klarer Sopranstimme lösen Glückshormone aus und bewirken eine positive Veränderung des Empfindens und Verhaltens und können die Schmerzempfindlichkeit verringern. Bereits im Kindsalter wirkt sich die Musik positiv auf die Sprachentwicklung des Kindes aus. Gezielt wird sie auch in der Prävention eingesetzt, da sie zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit beiträgt. Das eigene Musizieren führt zur Bildung neuer Nervenbahnen bis hin zur Bildung eines gesamten Nervennetzes und fördert somit die Sinneswahrnehmungen und die Bewegung.

Wann ist Musiktherapie anwendbar?

Die Musiktherapie wird zur Behandlung von verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, zum Beispiel bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, zur Behandlung Suchtkranker und Komapatienten, bei Entwicklungs- u. Verhaltensstörungen im Kindsalter, zur Behandlung und Förderung von Menschen mit Behinderung und zur Behandlung von älteren, unheilbar kranken oder sterbenden Menschen. Die Musiktherapie ist dennoch keine wissenschaftlich anerkannte Heilmethode, da sie meist als arzneimittelunterstützende Therapie angewandt wird. Dennoch steht sie in enger Wechselwirkung mit verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen, unter anderem mit der Medizin, den Gesellschaftswissenschaften, der Psychologie, der Musikwissenschaft und der Pädagogik. Sie ist ein psychotherapeutisches Verfahren und eine alternative Ergänzung zur Schulmedizin.

Wie funktioniert die Musiktherapie?

Psychologen setzen die Musiktherapie zur Diagnose bei Patienten ein. Mit der Musik kann in das Unterbewusstsein des Patienten „eingedrungen“ werden, z.B. mittels Hypnose. Der Patient teilt seine Gefühle über Stimme, Klang und Rhythmen mit, so erfährt der Therapeut meist mehr über den Patient als in einem Gespräch. Am Ende jeder Sitzung folgt ein Einzelgespräch mit dem Patient, um die Sitzung gemeinsam auszuwerten. Abhängig von der sozialen Kompetenz des Patienten wird er in Gruppen- oder Einzeltherapie behandelt. Die Musiktherapie wird unterteilt in aktive und rezeptive Therapie. Bei der aktiven Therapie musizieren Therapeut und Patient gemeinsam, wohingegen bei der rezeptiven Therapie der Patient nicht selbst musiziert, sondern die Musik auf sich wirken lässt.

Welche Ziele hat die Musiktherapie?

Die Ziele jeder Therapie sind die Wiederherstellung, die Erhaltung, die Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit und ein stärkeres Sich-Selbst-Erleben durch Musik hören und Musik spielen. Alle musikalischen Prozesse fördern das Problembewusstsein des Patienten, durch die Wahrnehmung der Musik und die daraus resultierenden emotionalen Reaktionen. Das Üben sozialer Kompetenzen ohne Leistungsdruck spielt in jeder Sitzung eine große Rolle.

Welche Risiken birgt die Musiktherapie?

Trotz vieler Vorteile kann die Musik auch nachteilige Auswirkungen auf den Menschen haben, wie z.B. Ängste verstärken oder durch zu lautes Musik hören Hörschäden hervorrufen. Dennoch ist die Musiktherapie nicht mehr aus der Medizin wegzudenken und spielt eine immer größer werdende Rolle in unserer Gesellschaft.

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