Wie funktioniert DSL

DSL-Technologie: Vorteile, Anwendung, Anschluss – eine Übersicht. DSL (Digital Subscriber Line) nutzt normale Telefon-Kupferleitungen. Die DSL-Umrüstung erfolgt beim Kunden und im Telekom-Verteiler (HVt). Wie läuft die Übertragung mit DSL?

Eine breite und intensive Nutzung des Internets für geschäftliche und private Zwecke erfordert Anbindungen, die schnell, bezahlbar und unkompliziert sind. Seit etwa 2000 bieten sich dafür die xDSL-Techniken (das „x“ steht für die verschiedenen DSL-Varianten; DSL = Digital Subscriber Line, digitaler TeilnehmerAnschluss) als ideale Anbindungstechnologie an.

DSL

DSL ist

  • schnell, weil Übertragungsraten von 50 Mbps und mehr im Download erreicht werden.
  • bezahlbar und unkompliziert, weil die Technologie vorhandene Leitungsnetze nutzt, keine großartige Zusatz­ausstattung benötigt, problemlos zu warten und ein­fach skalierbar ist.

DSL – die Übertragungs-Revolution für den „kleinen Mann“

Mit Hilfe der DSL-Technik wird aus dem Telekommunikationsnetzwerk, das bisher mit analoger Technik oder ISDN auf die Übermittlung von Sprache, Text und einfache Grafiken begrenzt war, ein hochleistungsfähiges System. Seit der Einführung von DSL sind für jeden, von kleineren und mittleren Unternehmen bis hin zu Privatpersonen, Telelearning und Teleworking bis hin zu Videoconferencing möglich und erschwinglich geworden (dies waren vorher unkalkulierbare Kostengräber). SOHOs und ROBOs (Small Office Home Office/Remote Office Branch Office) hatten endlich einen sicheren, leistungsfähigen und kostengünstigen Zugang ins LAN ihrer Zentrale. Privatkunden erhielten so einen schnellen Internetzugang, zum Beispiel für multimediale Anwendungen.

DSL-Anwendungen

  • Sicherer, leistungsfähiger und kostengünstiger Zugang ins LAN der Zentrale für SOHOs.
  • Telelearning, Teleworking, Videoconferencing sind mit DSL für KMUs bezahlbar.
  • Schneller Internetzugang für multimediale Anwen­dun­gen.

DSL läuft über die normale Telefon-Kupferleitung

DSL-Techniken nutzen die normalen Kupferleitungen, die es schon überall gibt. Das Verlegen besonderer Leitungsnetze und neuer Anschlüsse beim Kunden ist damit überflüssig. Was heißt das? DSL nutzt die herkömmlichen Kupferkabel-Doppelader, die bereits bei jedem Kunden bis zum nächsten Hauptverteiler (HVt) der Telekom verlegt ist. Dieser Hauptverteiler ist meist ein unscheinbares kleines Häuschen oder ein angemieteter Raum, in dem die Telefonkabel der Umgebung zusammenlaufen.

DSL-Umrüstung

Die Umrüstung auf DSL geschieht an den beiden Eckpunkten Kunde und HVt: Beim Kunden steht das DSL-Modem und ein separater NTBA von der Telekom. Auf der Gegenseite beim Carrier im HVt gibt es ebenfalls spezielle DSL-Hardware, eine DSL-Modem-Karte im so genannten DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) (siehe Schemata unten).

Da DSL nur eine bestimmte Entfernung überbrücken kann, dürfen HVt und Kundenstandort nicht mehr als circa drei bis fünf Kilometer auseinander liegen. Vom HVt führt die Anbindung weiter über (angemietete) Leitungen zum City-PoP (Point-of-Presence, eine Art Verteilerzentrum für Internetprovider), von dort zum Mega-PoP und von dort über den ISP-eigenen Backbone (die technische Infrastruktur eines Providers) ins Internet (siehe Abbildung 7: „Backbone“).

DSL setzt also voraus, dass der DSL-Provider zunächst einen Zugang zu den lokalen HVts der Telekom anmietet, um dort die eigene Hardware aufzubauen. Kundenstandorte, die nicht im Bereich eines umgerüsteten HVts liegen, müssen alternativ, zum Beispiel über eine herkömmliche Standleitung, angeschlossen werden.

  • Per DSL lassen sich nur kurze Distanzen überbrücken.
  • Ein Service-Provider muss deshalb dichte Netze knüpfen.
  • Die Umrüstung erfolgt an den Polen Kunde – Hauptverteilerstelle (HVt).

So läuft die Übertragung mit DSL

DSL ist ein Datendienst, der digitale Informationen via Frequenz-Modulation über Kupferkabel versendet. Die Übertragung läuft paketorientiert.

  • Bei der Paketvermittlung werden Nutzdaten in Pakete aufgeteilt, die unter anderem die Zieladresse enthalten, und einzeln anhand dieser Adresse von Netzknoten zu Netzknoten weitergeleitet werden. Die erforderliche Netzkapazität muss daher nur während der konkreten Übertragung von Daten bereitgestellt werden. Beispiel: Internet. Bei paketvermittelten Netzen ist in der Regel nicht die Zeit das Tarifelement, sondern das Übertragungsvolumen. Gegenteil: Leitungsvermittlung wie bei der Telefonie.

Übertragungsablauf

  1. Beim Nutzer ist das DSL-Modem an die Telefonleitung und den PC angeschlossen. Es wird über eine beliebige 100-BaseT-Ethernet-Netz­werk­karte und über die Netzwerk­einstellungen im Betriebs­sys­tem an den PC angeschlossen. So entsteht eine feste Anbindung. Das Anwählen wie bei einer Telefonverbindung entfällt (siehe Abbildung 4 unten „Kunden-Netzwerk – DSL-Modem – Telefonbuchse“).
  2. Im HVt der Telekom am anderen Ende der Leitung steht ein sogenanntes Rack (Regal) mit allen notwendigen Geräten. Das DSL-Mo­dem im HVt ist eine Einbaukarte (siehe Grafik 5 „Kundenseite mit DSL-Modem – Regal im Hauptverteiler (HVt) der Telekom“).
  • Upstream: Daten, die vom PC kommen, werden vom DSL-Modem zum Digital Subscriber Line Access Multiplexer (DSLAM) geleitet. Vom Rack im HVt werden die Daten über eine Highspeed Asynchronous Transfer Mode (ATM)-Leitung zum Internet geleitet: zunächst zum so genannten Point of Presence (PoP) des Internet Service Providers (ISP) und dann ins Internet.
  • Downstream: Daten werden aus dem Internet geholt und zurück über das DSLAM im HVt zurückgeroutet zum Kunden (siehe Abbildung 1 „Übertragung vom Kunden via DSL und HVt in den Provider-Backbone und ins Internet“).

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