Wie und wo wirken Vata, Pitta und Kapha in der Haut?

Eine im ayurvedischen Sinn wirkungsvolle Hautpflege stellt gleichzeitig eine Gesundheitspflege dar.

Die menschliche Haut als wahres Multitalent macht in den drei Hautschichten erstaunliche Leistungen möglich. Die Unterhaut, die Subcutis, besteht hauptsächlich aus Fettzellen. Sie ist Isolationsschicht, Nahrungsdepot und mechanisches Polster. Die Lederhaut, das Korium enthält die wichtigen Aufbauproteine Elastin und Kollagen. Diese Eiweißbausteine bilden das stützende Netz, das die Haut prall und elastisch erhält. Die Lederhaut enthält außerdem die Blut- und Lymphgefäße. Die Oberhaut, die Epidermis, besteht ihrerseits wieder aus 15 bis 20 Schichten, sie sind miteinander eng verbundene Zellen. Am unteren Rand dieser Hautschicht befinden sich die Basalzellen, die sich ständig teilen und nach oben zur äußeren Hautoberfläche wandern. Am Anfang dieser Reise bestehen sie zu 80% aus Wasser, am Ende sind es nur noch 20%.

Eine perfekt ausbalancierte Hülle aus Fett und Feuchtigkeit macht die Oberhaut wasserfest und abwaschbar. An der Oberfläche sind die Zellen dann vollständig mit Keratin gefüllt und bilden die sogenannte Hornschicht. Wenn sich nach ca. 28 Tagen eine komplett neue Schicht gebildet hat, wird die alte abgestoßen.

Vata, Pitta und Kapha in der Haut

Die drei Bioenergien Vata, Pitta und Kapha, die nach der ayurvedischen Lehre jegliches Leben erst möglich machen, sind nach dieser auch in allen Hautschichten zu finden, wenngleich sie auch nicht streng einer bestimmten Hautschicht zugeordnet werden können. Aber entsprechend ihren Aufgaben in der Haut kann man der ayurvedischen Lehre zufolge sagen, dass Vata hauptsächlich im Nervennetz der Oberhaut zu finden ist, die Stoffwechselfunktionen der Lederhaut durch Pitta unterstützt werden und Kapha im Bindegewebe und Fettgewebe der Subcutis lokalisiert ist.

Die Aufgaben von Vata in der Haut

Die Haut ist nicht nur unser größtes Organ überhaupt, sondern auch gleichzeitig das größte Tast- und Gefühlsorgan. Da der Tastsinn dem Ayurveda gemäß allgemein dem Vata zugeordnet ist, wird klar, dass Vata in diesem Körperbereich eine besonders große Rolle spielt. Zahlreiche Nervenendungen sind auf der Körperoberfläche zu finden und ermöglichen so den lebenswichtigen Kontakt mit der Umwelt. Der Tastsinn ist der einzige Sinn, ohne den der Mensch nicht existieren kann. Der Einfluss von Vata als Bewegungs- und Transportfunktion spielt auch in der Lederhaut eine große Rolle. Durch Vata werden die Blutgefäße enger und weiter gestellt. Talg, Fett und Schweiß werden zwar in der Unterhaut gebildet, aber nach der ayurvedischen Lehre mittels der Vataenergie je nach Bedarf zur Oberfläche transportiert. Auch für eine Gänsehaut sorgt das Vata in der Haut.

Die Aufgaben von Pitta in der Haut

Das Pitta-Prinzip steuert dem Ayurveda zufolge den Stoffwechsel der Haut und den Wärmehaushalt. Pitta sorgt für die Durchblutung der Haut, damit auch für das Aussehen des Teints. Die Lederhaut ist die gefäßhaltigste Hautschicht und damit nicht nur für die Durchblutung, sondern auch für den Abtransport von Schlacken und Zellstoffen zuständig. Die Gefäßschicht der Haut kann im Extremfall bis zu 2/5 der gesamten Blutmenge des Körpers aufnehmen und als Wärme abgeben, beispielsweise bei Fieber.

Die Aufgaben von Kapha in der Haut

Das Unterhautfettgewebe ist ein wichtiges Speichergewebe für Körpernährstoffe. Hier ist der ayurvedischen Theorie zufolge der Hauptsitz von Kapha in der Haut. Das Unterhautzellgewebe ist reich an Binde- und Fettgewebe und bildet gegenüber den Muskeln und Knochen ein Schutzpolster. Auch Talg, Fett und Schweiß werden hier gebildet.

Die typgerechte Pflege der Vata-Haut

Die typische Vatahaut ist, sofern sie gesund ist, zart, feinporig, geschmeidig und erinnert mit ihrem sanften Schimmer an die Haut eines Babys. Wenn aber das Vata-Prinzip im Organismus außer Balance geraten ist, reagiert die Haut als das größte Sinnesorgan dem Ayurveda zufolge schnell mit vielfältigen Störungen. Die Vatahaut reagiert dann oft mit Trockenheit, wird rau und im Extremfall sogar rissig.

In der kalten, windigen Jahreszeit, in der Vata dominiert, ist diese Haut sehr pflegebedürftig. Günstig wirken dabei auch allgemein auf den ganzen Organismus vataberuhigende Maßnahmen, wie vorwiegend warme, flüssige und leicht ölige Nahrung, regelmäßige Ruhephasen, Wärme, Vermeidung von Schlafmangel und Stress. Besondere Pflegemaßnahmen, die der Vatahaut helfen, sind vor allem regelmäßige Ölmassagen. Kosmetisch betrachtet braucht die Haut ein jetzt ausgewogenes Verhältnis von Fett und Feuchtigkeit.

Die typgerechte Pflege der Pitta-Haut

Wenn das Pitta aus dem Gleichgewicht ist, entsteht gemäß der ayurvedischen Philosophie im ganzen Körper vermehrt Hitze, vor allem auch in der Haut. Die häufigsten Störungen sind dann Entzündungen, Brennen, Hautrötungen, starke Schweißabsonderungen, Wärmeempfindlichkeit und gelbliche oder rötliche Verfärbungen. Die Pittahaut ist besonders empfindlich bei heißem Wetter, in der Pubertät und in der Menopause. Gute Pflegemaßnahmen sind Ölmassagen mit Oliven- oder Cocosöl. Wichtig ist es in diesem Fall auf heiße Bäder und Sauna zu verzichten. Kühlende Nahrungsmittel, wie z.B. Ghee, frisches Lassi und allgemein pittareduzierende Ernährung sind hilfreich. Kosmetisch ist Rosenwasser sehr angenehm für diesen Hauttyp, da es kühlt.

Die typgerechte Pflege der Kapha-Haut

Zu viel Kapha in der Haut beeinflusst dem Ayurveda nach den Talg- und Fettstoffwechsel in der Haut. Die Haut kann fettig, teigig, bleich und blass werden. Bei extremen Störungen staut sich Lymphe und es kommt zu Wasseransammlungen im Gewebe. Typische Störungen sind daher Talgdrüsenabszesse, eitrige Akne, übermäßige Schuppenbildung und Hautpilze. Die Kapha-Haut ist bei feucht-kaltem Wetter empfindlich, bei unserer Witterung vor allem im Frühjahr. Es ist hilfreich fette, salzige und süße Mahlzeiten zu meiden. Der Kapha-Haut tun laut Ayurveda Trockenmassagen und Peelings gut. Auch viel Bewegung und leichte Kost sind wichtig. Kosmetisch sollte man besonderen Wert auf porentiefe Reinigung legen, um der fetten Haut zu helfen und diese von Verhornung zu befreien, damit die Hautdurchblutung sich verbessert und Pflegestoffe besser aufgenommen werden können.

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