Winterzeit – Schnupfenzeit

Der Winter neigt sich seinem Ende zu, doch gerade jetzt wird es noch einmal gefährlich: Erkältungen häufen sich.

Fast jeden hat es schon einmal erwischt: die Nase läuft, die Augen tränen. Im Hals beginnt es zu kratzen, Hustenreiz plagt uns. Stirn- und Nasennebenhöhlen setzen sich zu, die Folge sind dröhnende Kopfschmerzen. Oftmals zwingen uns Fieber und Gliederschmerzen dazu, zumindest stundenweise das Bett zu hüten.

Der Gang in die Apotheke versorgt uns mit Nasenspray, Hustenlösern, Grippetabletten, der Hausarzt verschreibt Antibiotika. Doch trotz all den teuren Medikamenten, deren Kosten meist nicht von der Krankenkasse getragen werden, dauert ein grippaler Infekt mehrere Tage und die Medikamente lindern nur die lästigen Begleiterscheinungen. Eine preiswerte Alternative zu den teuren „Chemiebomben“ sind immer noch Omas alte Hausmittel, die die Erkältungsbeschwerden ebenso wunderbar mildern können.

Erkältungsbad

Bei den ersten Anzeichen eines grippalen Infektes kann man mit einem Fichtennadelbad sofort entgegensteuern. Eine Hand voll Fichtennadeln oder auch Heublumen in 38° warmes Badewasser geben und etwa 15 Minuten darin baden. Eine höhere Badetemperatur oder eine längere Badedauer ist nicht zu empfehlen, da es zu Kreislaufbeschwerden kommen kann. Nach dem Vollbad sollte man sich nicht abtrocknen, sondern in einen warmen Bademantel hüllen und das, möglichst schon vorgewärmte, Bett aufsuchen.

Inhalation

Husten kann man auf verschiedenste Weise lindern. Eine davon ist das Inhalieren von heilenden Dämpfen. Dazu füllt man ca. 1 Liter kochendes Wasser in eine Schüssel, gibt einen Esslöffel Salz dazu und atmet dann die aufsteigenden Dämpfe ein. Um möglichst viel Dampf einzuatmen, bedeckt man Kopf und Schüssel mit einen Handtuch. Zur Inhalation eignen sich auch Heublumen, Kamilleblüten oder konzentrierte Kamilletropfen. Wer es verträgt kann auch ein oder zwei Tropfen Eukalyptusöl zugeben. Inhalieren kann man mehrmals täglich, sollte sich danach aber ein wenig Ruhe gönnen.

Nasenspray

Zur Abschwellung der Nasenschleimhäute kann man sein Nasenspray selbst herstellen. Dazu gibt man eine Prise Salz in 100 ml abgekochtes Wasser und tropft dann die Salzlösung mittels einer Pipette in die Nase. Für Erwachsene ist die Anwendung der Salzlösung in einer Nasendusche (den Apparat gibt es in der Apotheke) empfehlenswert.

Husten

Fest sitzenden Husten kann man mit einem selbst gemachten Hustensaft wunderbar lösen. Dazu schneidet man eine Zwiebel in Ringe, bedeckt diese mit ca. 300ml Wasser und gibt eine Handvoll braunen Kandis hinzu. Das Ganze kocht man kurz auf und lässt es auf kleiner Hitze etwas einkochen bis ein dickflüssiger Sirup entsteht. Der Sirup wird abgeseiht und warm gehalten. Nun jede Stunde einen Esslöffel voll einnehmen.

Wohltuend bei Husten sind auch mit Honig gesüßte Spitzwegerich- und Huflattichtees. Der Spitzwegerich, von vielen als Unkraut mißachtet, wirkt schleimlösend. Seine Glykoside lindern Hustenanfälle. Huflattich besitzt ebenfalls schleimlösende Wirkung. Beide Heilkräuter werden zu gleichen Teilen gemischt und ein Esslöffel davon mit kochendem Wasser aufgegossen. Nach 10 Minuten die Teeblätter abseihen und, je nach Geschmack, mit Honig süßen. Honig unterstützt die Heilwirkung der Kräuter, er wirkt leicht entzündungshemmend. Mehrmals täglich eine Tasse des leckeren Hustentees trinken.

Halsweh

Bei Halsschmerzen empfiehlt sich Salbeitee zum Gurgeln. Salbei wirkt desinfizierend, er tötet Bakterien und Pilze. Wer den Geschmack verträgt, kann auch 1 bis 2 Tropfen Teebaumöl in lauwarmem Wasser auflösen und mit dieser Mischung gurgeln.

Bewährt haben sich auch Halswickel mit warmen, zerstapften Kartoffeln oder warmem, reinen Schweinefett. Dazu werden warme Stampfkartoffel in ein Leinentuch gewickelt oder das Leintuch in sehr warmes Schweinefett (im Topf ausgelassener Flomen) getaucht. Das so vorbereitete Tuch legt man dem Patienten um den Hals, wickelt darüber noch einen dünnen Schal und bringt den Kranken zu Bett.

Fieber

Ein grippaler Infekt geht oft mit Fieber einher. Besonders Kinder haben schnell hohes Fieber. Da hilft ein Tee aus 1 EL getrockneten Lindenblüten und 1 TL Holundersaft. Lindenblüten und Holunder sind uralte Arzneimittel, sie wirken unter anderem schweißtreibend und lindern so das Fieber.

Hohes Fieber kann aber auch mit einem Quarkwickel oder kalten Waschungen gemildert werden. Für den Quarkwickel streicht man einen kleinen Becker Quark auf ein Leintuch, wickelt dieses um eine Wade des Patienten und legt zum Schutz noch ein dickes Handtuch darum. Der Wickel bleibt so lange am Bein, bis der Quark trocken ist.

Bei einer Waschung wird der Oberkörper des Patienten mit einem nassen Waschlappen abgerieben, danach nicht abgetrocknet, sondern sofort ein warmer Schlafanzug oder Bademantel übergezogen. So eingepackt geht es zum Schwitzen ins warme Bett.

Stärkung

Wenn der Infekt langsam abklingt und der Patient wieder Appetit hat, ist eine kräftige Hühnerbrühe zur Stärkung genau das Richtige. Eine Hühnerbrühe wirkt außerdem auch antibakteriell, hemmt Infekte der oberen Atemwege und erhöht leicht die Körpertemperatur.

Für eine schnelle Hühnersuppe reichen zwei fleischige Schenkel mit Rückenanteil, eine Möhre, eine Stange Porree, ein Stück Sellerie sowie etwas frische Petersile. Alles in 1 bis 1, 5 l Wasser etwa 90 Min. kochen. Das Fleisch vom Knochen lösen und klein zupfen, das Gemüse hacken, alles zur Brühe geben. Die Suppe mit Pfeffer und Salz würzen.

Die alten Hausmittel heilen und lindern tatsächlich! Dennoch sollte bei einer schwerwiegenden Erkrankung immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Ein suite101-Artikel kann den Arzt nicht ersetzen.

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