Woran erkenne ich umweltfreundliche Kleidung?

Heutzutage muss Kleidung viele Richtlinien erfüllen. Vor ein paar Jahren schwappte auch die Öko-und Sozialbewegung auf die Textilindustrie über. Siegel sollen bei der Auswahl korrekter Kleidung helfen.

Ob beim Shoppingbummel oder gemütlichen Spaziergang durch die Straßen blicken den Passanten ständig Werbeplakate an, die „bio“, „fair“ oder ganz einfach mit „grün“ werben. Für den Verbraucher ist es aber mitunter auch beim genauen Hinsehen sehr schwierig zu erkennen, welche Produktionsschritte unter sozialen und umweltfreundlichen Gesichtspunkten durchgeführt wurden.

Ein Siegel=Eine Bedeutung

In der Lebensmittelindustrie sind Prüf- und Vergabekriterien bereits nahezu perfektioniert. Meist reicht ein Siegel aus, um zu erkennen, dass Inhaltsstoffe und Herstellung unbedenklich sind. In der Textilindustrie ist es da schon schwieriger alles „unter einen Hut“ zu bekommen. So untersucht eines der bekannteren Siegel Öko-Tex Standard 100 lediglich die gesundheitsschädigende und chemische Komponente der Kleidung. Es gibt aber keine Auskunft über die verarbeiteten Rohstoffe und Arbeitsbedingungen.

In der Textilbranche gibt es für die einzelnen Herstellungsschritte eine Vielzahl von Siegeln. „Kunden möchten beim Kauf nicht erst jedes Siegel prüfen und sich über die Bedeutung und Glaubwürdigkeit informieren“, sagt Produktmanagerin Maike Harnich einer namhaften Kleiderkette. „Wir versuchen dazu auch unser Verkaufspersonal in regelmäßigen Abständen zu schulen, damit diese unsere Kunden schnell und kompetent beraten und informieren können, denn das Bewusstsein und Interesse ist in den letzten Jahre enorm gewachsen.“ Fest steht, dass es derzeit kein einheitliches Siegel gibt, das jeden Produktionsablauf zertifiziert. Somit müssen Kleidungshersteller für Umwelt- und Sozialstandards sowie Fair Trade Siegel eigenständige Kontrollen vornehmen lassen.

Inhaltliche Bedeutung der Siegel

Ein Leitfaden von unabhängigen und vertrauenswürdigen Siegeln, nach Meinung von Experten gibt Gewissheit. Im Folgenden eine Auswahl:

Fairer Handel

Ein Siegel für den fairen Handel zwischen Nord und Süd und gerechte Bezahlung der Arbeiter wurde von Transfair entwickelt. Transfair zeichnet Produkte mit seinem Siegel Fairtrade aus. Die Überwachung und Einhaltung der Richtlinien übernimmt seit 2007 FLO-CERT Germany.

Gesundheitsverträglich

Der Öko-Tex Standard 100 gibt dem Verbraucher die Garantie, dass die Färbestoffe und Accessoires von Textilien verträglich für Mensch und Umwelt sind. Dazu stellt er sicher, dass die Gewässer durch Wasseraufbereitungspflicht geschützt werden.

Soziale Arbeitsbedingungen

Die Fair Wear Foundation (FWF) setzt sich weltweit für faire Arbeitsbedingungen ein. Jedes Unternehmen verpflichtet sich nach dem FWF Kodex Fabriken und Lieferanten nach diesem regelmäßig zu prüfen und ggf. zu verbessern. Die FWF kontrolliert in bestimmten Abständen ob der Kodex eingehalten wird.

Umweltfreundlich

Das internationale Siegel Global Organic Textile Standard (GOTS) beinhaltet die strengsten Vergabekriterien weltweit. Die verwendeten Rohstoffe der Textilien müssen aus bis zu 90 Prozent ökologischen Anbau bestehen. Die Weiterverarbeitung unterliegt ebenfalls strengen umweltfreundlichen Richtlinien. Aufgepasst wird auch, ob Kinderarbeit oder Zwangsarbeit in den jeweiligen Produktionsstätten verboten sind.

Eine eher außerhalb Deutschlands bekannte Organisation Soil Association lizenziert ausschließlich Lieferanten echter Biobaumwollkleidung.

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