Anwendungsgebiete von Belladonna atropa in der Homöopathie

Die Anwendung von Belladonna zielt auf die Verbesserung der Gesundheit bei entzündlichen Prozessen ab. Die Tollkirsche hilft bei Fieber, Grippe und mehr.

Belladonna – auch Tollkirsche oder Wolfsbeere genannt – ist ein gebräuchliches Mittel in der homöopathischen Heilkunde. Es ist gut dazu geeignet, nahezu alle entzündlichen Prozesse positiv zu beeinflussen; daher ist Belladonna ein bewährtes Mittel gegen Fieber, grippale Infekte und Kopfschmerzen.

Die Pflanze wächst in skandinavischen, west- und südeuropäischen Ländern, dem Balkan sowie nordafrikanischen Gegenden. Belladonna-Sträucher sind häufig auf Kalkböden in luftigen Höhen bis etwa 1700 Meter vorzufinden. Bei der Tollkirsche handelt es sich um eine starke Giftpflanze, deren Wirkstoffe man nicht unverdünnt einnehmen darf. Sämtliche Anteile des Nachtschattengewächses sind toxisch. Im Herbst trägt Belladonna schwarze Beeren, deren Fruchtsaft im Altertum von Frauen zur Erweiterung der Pupillen verwendet wurde, um den Männern zu gefallen; daher der Name: Belladonna = schöne Frau. Der Effekt ist auf den bekannten Wirkstoff Atropin zurück zu führen, welcher noch heute bei Augenbehandlungen eine große Rolle spielt.

Woran man die Belladonna-Persönlichkeit erkennt

„Belladonna-Typen“ wirken energiegeladen und unterhaltsam. Ihr Temperament ist bisweilen aber auch als zickig, reizbar und empfindlich zu beschreiben. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Betroffenen überempfindlich auf Reize von außen reagieren; seien es Licht, Geräusche oder Berührungen. Häufig reden diese Personen hastig und sind „nah am Wasser gebaut“.

Sie neigen im Krankheitsfall bisweilen zu leichten Halluzinationen im Sinne von Furcht vor eingebildeten Dingen wie Gesichtern oder auch Geistern.

Typische Symptome, bei denen Belladonna helfen kann

Zu den bekannten Leitsymptomen zählen plötzlich auftretende Beschwerden mit Schmerzen, ein hochrotes Gesicht, trockener Husten mit Schmerzen beim Schlucken, kolikartige Schmerzen im Bauchraum (vor allem rechtsseitig), erweiterte Pupillen, Krämpfe sowie Unruhe ohne Angst.

Zu einer Besserung der Beschwerden kommt es durch Ruhe, Sitzen und Strecken, leichtes Bettzeug, Bauchlage sowie einen angelehnten Kopf oder das Nachhintenlehnen des Rumpfes. Die Leiden verschlechtern sich dagegen bei Berührung und Erschütterung, grellem Licht und Lärm, Zugluft, am Nachmittag und Abend sowie in Gesellschaft.

Anwendungsgebiete – Bei diesen Beschwerden hilft die Tollkirsche

Belladonna atropa wird in der Homöopathie häufig komplementär zu „Aconitum“ gegeben, wobei man unterscheiden muss, dass die Symptomatik bei Aconitum zwar ähnlich ist, jedoch heftiger verläuft. Daher wird Belladonna meist als zweites Mittel nach Aconitum verabreicht; für den Fall, dass Aconitum nicht mehr helfen sollte oder Fieber mit Schweißbildung eingesetzt hat.

Belladonna atropa wird unter anderem bei diesen Beschwerden hilfreich eingesetzt:

  • kolikartige Schmerzen
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • trockener Husten und Heiserkeit
  • Bindehautentzündung
  • grippaler Infekt
  • Krupphusten
  • Mandelentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Mumps, Scharlach
  • Sonnenbrand
  • Sinusitis
  • Blinddarmreizung
  • Angina ohne Eiterbildung
  • Lärm-, Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • blitzartiger Gelenkschmerz
  • Zahnungsbeschwerden bei Kleinkindern
  • Zahnschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Periodenkrämpfe

Einnahme, Potenzen und Anwendungsmöglichkeiten von Belladonna atropa

Belladonna atropa wird gewöhnlich in den Potenzen D6 – D12 gegeben; verschreibungspflichtig ist die Tollkirsche bis D3. Bei grundsätzlichen und nicht akuten Beschwerden werden häufig 3x täglich 5 Globuli in D6 gegeben. Die genaue einzunehmende Dosis und Potenz ist jedoch immer vom individuellen Beschwerdebild abhängig und sollte vom Homöopathen oder entsprechend ausgebildeten Arzt festgestellt werden.

Belladonna ist in Apotheken in Form von Globuli, Tropfen oder Tabletten erhältlich. Dabei entspricht 1 Tablette = 5 Globulis sowie 5 Globuli = 5 Tropfen.

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