Tellerkraut als Vitaminspender im Winter leicht selbst zu ziehen

Unkompliziert selbst zu ziehen, Vitaminspender im Winter, nitratärmer als Treibhaussalate – warum nicht ein paar Blättchen Winterportulak auf den Quark?

Name

Das Gewöhnliche Tellerkraut, wissenschaftlicher Name Claytonia perfoliata, ist auch unter den Namen Postelein, Winterportulak oder Kubaspinat bekannt. In der Literatur ist es auch unter dem Synonym Montia perfoliata zu finden.

Beschreibung

Die durchwachsenen (perfoliata), runden Hochblätter der Blattteller (Tellerkraut), die ja auch der Pflanze ihre anschaulichen Namen gaben, machen sie unverwechselbar. Die fleischigen Hochblätter umschließen die Stängel rosettenartig und können einen Durchmesser von 10cm bis zu 30cm erreichen. Diese auffallenden Tellerblätter bildet die Pflanze allerdings erst kurz vor der Blüte, ab Februar, März, April. Dann erscheinen bald auch in der Tellermitte kleine, weiße Blüten. Bis dahin wachsen an frostfreien Tagen ständig spitz-ovale, rhombenförmige, gestielte, saftige Grundblätter.

Die Pflanze ist winterhart und kann sich durch Selbstbestäubung vermehren, wird aber zum Nutzanbau ausgesät.

Der Geschmack ist schwach aromatisch, mild nussig, wird auch als erdig kritisiert.

Herkunft und Vorkommen

Ursprünglich stammt das Gewöhnliche Tellerkraut aus dem Westen Nordamerikas, wurde dann auch in Mittelamerika als Kubaspinat angebaut. Schon im 18.Jahrhundert kam es nach Australien. Inzwischen gedeiht es auch wildkrautig in Mittel-und Westeuropa.

Die Pflanze liebt Halbschatten und stickstoffreichen Boden.

Anbau und Ernte

Der Anbau von Tellerkraut ist unproblematisch, da die Pflanze nur geringe Ansprüche stellt. Die Zeit der Aussaat ist September bis zum Jahresanfang. Die Samen benötigen zur Keimung Temperaturen unter 12°C. Der Samen wird breitwürfig oder in Reihen ins Frühbeet oder im Gewächshaus ausgebracht, soll nur dünn mit Erde bedeckt und feucht gehalten werden. Im Freiland unter Vliesabdeckung können auch Fröste bis -10°C vertragen werden. Sobald die Temperaturen auf über 5°C steigen, beginnt das Wachstum. Sind die Pflanzen etwa 5-8cm hoch, können sie geerntet werden. Schneidet man nicht zu tief, kann man mehrmals ernten. Blüht das Tellerkraut, ist die Erntezeit vorbei (doch auch Teller und Blüten können verzehrt werden) und die Pflanzen sollten abgeschnitten werden, um wilde Aussaaten im Garten zu vermeiden.

Tellerkraut lässt sich übrigens auch in Pflanzschalen auf der Fensterbank oder in Balkonkästen ziehen, wenn es zum Keimen entsprechend kühl gestellt wird.

Schädlinge und Pilzerkrankungen treten nur selten auf, wodurch chemische Pflanzenschutzmaßnahmen nicht notwendig sind. Um nicht höhere Nitratwerte zu provozieren, sollte der Boden vor der Saatausbringung nicht frisch gedüngt sein.

Verwendung

Indianer verwendeten Tellerkraut nicht nur roh als Salat, gekocht spinatähnlich, sondern auch als Heilkraut in Breiumschlägen gegen rheumatische Beschwerden.

Das nicht sehr geschmacksintensive Tellerkraut – Blätter, Stängel und Blüten – kann wie Feldsalat oder auf Kräuterquark gegessen werden, gut in Verbindung mit anderen Kräutern. Als Vitamin C-Anreicherung und sehr dekorativ wirkt es auf Suppen gestreut. Kurz gekocht wird es wie Spinat zubereitet und gegessen.

Im Kühlschrank ist es in ein feuchtes Tuch eingeschlagen bis zu 2 Tagen haltbar.

Inhaltsstoffe

Das Gewöhnliche Tellerkraut enthält Magnesium, Kalzium und Eisen und was früher, gerade im Winter besonders wichtig war: Vitamin C. Heute, wo ein Vitamin C-Mangel kaum erreicht wird, hat aber das im Gegensatz zu anderen Salatsorten vorkommende und beim Postelein wenig enthaltene Nitrat eine positive Bedeutung.

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