Alkohol – Drogen im Alltag

Alkohol gilt als die schlimmste Droge unserer Zeit und ist dieenige, die am leichtesten zugänglich ist.

Alkohol ist in der heutigen Gesellschaft die meist konsumierteste Droge, allerdings scheint sie auch die am verpönteste zu sein. Das mag zum einen daran liegen, dass die wenigsten Menschen ausreichend über das Produkt informiert sind, zum andere mag es daran liegen, dass zu viele Menschen vor dieser Gefahr wegsehen.

Ein Gläschen Wein

Abends nach dem Abendbrot einen „Absacker“ oder beim Fernsehen ein Gläschen Wein, ein kleines Bierchen, diese Rituale kennt fast jeder und in vielen deutschen Haushalten wird wenigstens eines davon praktiziert. Alkohol ist niemandem fremd, er ist überall zugänglich und ständig stößt man darauf.

Manchmal wird sogar zu medizinischen Zwecken dazu angeraten, natürlich immer unter der Berücksichtigung, dass dieses Medikament durchaus abhängig machen kann, außerdem ist es mittlerweile Pflicht den Alkoholgehalt in einem Getränk genau zu kennzeichnen.

Nur die wenigsten Menschen über 14 Jahren haben noch nie Alkohol angerührt und viele kennen auch seine berauschende und betäubende Wirkung.

Und schließlich wird das abendliche Gläschen Wein oft der Gemütlichkeit oder der Entspannung wegen getrunken, um den Alltag zu vergessen.

Alkohol hat nicht nur schlechte Eigenschaften. Neben der desinfizierenden Wirkung haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Alkohol das Herz stärkt und, bei mäßigem (!) Genuss, die Hirnzellen anregen kann. Allerdings gilt dies tatsächlich nur für geringen Genuss, bei zu häufigem Trinken, werden die Hirnzellen zerstört.

Komasaufen

Es ist bekannt, es wurde vielfach an die Öffentlichkeit gebracht, es wurde als „Schande und Unverantwortlichkeit“ angeklagt, es wurden Aufklärungskampagnien gestartet und trotzdem passiert es jedes Wochenende wieder: das Komasaufen.

Ob mit Absicht oder durch „Zufall“, die Krankenhäuser haben fast jedes Wochenende einen Fall von Alkoholvergiftung zu behandeln, oft auch an unter 18-jährigen.

„Wo sind die Eltern“, wird dann gefragt, zu Recht. Im Zweifelsfall wissen diese nichts von den Eskapaden ihrer Sprösslinge. Viele Eltern wollen nicht wahrhaben, dass auch ihr Kind Alkohol konsumiert, obwohl sie es ihnen am oben genannten Beispiel oft genug selbst vorgelebt haben.

Jugendliche lassen sich nur schwer kontrollieren und sie finden immer Mittel und Wege sich abzukapseln. Man kann nicht von ihnen verlangen, dass sie das komplette Ausmaß all ihrer Taten betrachten, abwägen und dann handeln, denn dafür sind es Jugendliche, die ihre eigenen Erfahrungen machen müssen. Wer hat sich als Jugendlicher schon großartig an das gehalten, was Eltern, Lehrer und Polizei gesagt haben. Da half die beste Aufklärungsaktion nichts, das nächste Bier wurde trotzdem getrunken, denn: „Mir kann ja nichts passieren…“

Manchmal stimmt diese Annahme, aber manchmal eben auch nicht. Im „besten“ Falle kommt der Jugendliche mit einer einfachen Alkoholvergiftung davon, aber das Komasaufen kann auch Hirn- und Leberschäden hervorrufen oder, im schlimmsten Falle, sogar zum Tod führen.

Alkoholabhängig

Menschen, die Alkoholabhängig sind, werden gemieden und häufig auch allein gelassen. Dies liegt zum einen daran, dass andere Menschen nicht wissen, wie sie mit dieser Krankheit umgehen sollen, zum anderen liegt es aber auch daran, dass sich die Suchtkranke von ihren Mitmenschen abkapseln und sich nicht helfen lassen wollen. Wer suchtkrank ist, besitzt oft nicht die nötige Kraft und auch nicht mehr den richtigen Blickpunkt um einschätzen zu können dass er a) überhaupt krank ist und b) dringend Hilfe benötigt. Diese Hilfe kann erst dann geleistet werden, wenn der Betroffene tatsächlich Hilfe erhalten will.

Wie jeder andere Suchtkranke auch hält er seine Abhängkeit für normal, beziehungsweise, er will sie nicht wahrhaben. Er glaubt nicht an seine Sucht und sieht nicht den Schaden den er sich, aber auch anderen zufügt.

Viele Mitmenschen meiden Menschen mit Alkoholsucht, weil sie zum einen denken, dass der Betroffene selber Schuld an seinem Zustand hat und sich zum anderen nicht in die Person hineindenken können, beziehungsweise nicht erfassen können, dass die Abhängigkeit einem Menschen die Fähigkeit nehmen kann, rational zu denken.

Und dieser Kreislauf schürt natürlich das Feuer: Der Betroffene wundert sich, dass alle von ihm abwenden und ertränkt seinen Kummer darüber im Alkohol, was seine Mitmenschen in der Annahme bestätigt, dass er „nicht ganz normal ist“. Ein Teufelskreis, aus dem die Flucht nicht leicht ist.

Niemals alleine

Die Einsamkeit treibt die Menschen häufig in die Sucht, aber die Einsamkeit holt sie dort nicht wieder heraus. Jeder braucht einen Freund oder einen Partner der in jeder Lebenslage zu einem steht. Und auch wenn die Abhängigkeit den Menschen sich abkapseln lässt, sollte man sich bereit halten, denn es kommt der Punkt, an dem ein Freund gebraucht wird. Ein Mensch geht erst dann vollends kaputt, wenn er alleine ist und so lange man da ist, kann man seinen besten Freund, seinen Partner oder sein Familienmitglied „retten“ und wieder aufbauen.

Therapien, Blaues Kreuz, Suchtberatung, all diese Einrichtungen bieten Unterstützung für jede Art der Betroffenheit. Zwar lebt der Betroffene immer mit Einschränkungen, aber immerhin ohne Alkohol, der seinen Körper und seine Seele kaputt macht

Informationen

Was kann man tun, um dem entgegen zu wirken? Die gefährliste Droge unserer Zeit, die in jeden Einzelhandel verkauft wird und die fast jeder konsumiert oder konsumiert hat, wie kann man gegen sie angehen?

Diese Frage lässt sich in diesem Rahmen nicht erörtern und sie soll auch hier nicht erörtert werden. Hier soll nicht über den Alkohol und über die Menschen, die ihn konsumieren, gerichtet werden, denn dies ist eine freie Entscheidung der Gesellschaft.

Aber mehr Informationen über das konsumierte Produkt und dessen Auswirkungen könnten schon eine Menge bewegen und dazu beitragen, dass Fälle, wie die oben genannten, nicht mehr so stark in der Gesellschaft vertreten sind.

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