Cellulite bekämpfen ohne teure Cremes

Cellulite ist ein fast ausschließlich weibliches Problem. Acht von zehn Frauen schlagen sich damit herum. Was hilft dagegen und kostet nicht viel?

Schuld an den unschönen Dellen ist der spezielle Aufbau von Frauenhaut und deren Reaktion auf weibliche Hormone. Damit sich die Haut von Frauen während einer Schwangerschaft ausdehnen kann, ist sie viel nachgiebiger als die von Männern. Außerdem finden sich selbst bei schlanken Frauen in der Unterhaut vermehrt Fettzellen. Das weibliche Hormon Östrogen sorgt zusätzlich dafür, dass Fettpolster vor allem an den Oberschenkeln und in der Gesäßregion gebildet werden. Die elastischen Fasern lagern bei der Frau parallel nebeneinander, während sie beim Mann netzartig ineinander verwoben sind. Fettzellen können sich bei Frauen viel leichter zwischen diesen Fasern hervordrängen.

Je üppiger die Fettspeicher gefüllt sind, desto mehr „Fettzell-Trauben“ drücken sich nach außen. So entsteht die typische Cellulite-Struktur.

Das Östrogen bewirkt nicht nur eine verstärkte Fettbildung, sondern auch eine vermehrte Wassereinlagerung. Denn mit der Ausdehnung der Fettzellen entsteht ein größerer Druck auf die benachbarten Lymphgefäße. Mit der Folge, dass der Lymphabfluss gebremst und die Blutzufuhr verringert werden. Flüssigkeit bleibt im Gewebe. Ein verringerter Lymphabfluss fördert dann wiederum vermehrte Fettablagerungen im Bindegewebe. Es entsteht ein Teufelskreis…

Entscheidend: Bindehaut, Fettverteilung, Hormonempfindlichkeit

Man unterscheidet drei Stadien der Cellulite. Stadium I: Die Dellen zeigen sich nur, wenn man den so genannten Kneif-Test macht. Dabei drückt man das Gewebe zusammen – es entsteht das typische Bild der Orangenhaut. Im zweiten Stadium ist die Cellulite im Stehen zu sehen, aber nicht im Liegen. Im dritten Stadium sieht man die Hautveränderung in jeder Lage.

Veranlagung spielt leider bei diesem Thema eine große Rolle: So sind die schwache Bindehautstruktur, die Verteilung des Fettgewebes, die Hormonempfindlichkeit (= Hormonsensitivität) der betroffenen Zellen und schwache Gefäßwände erblich – allesamt Faktoren, die Cellulite begünstigen. Doch wie stark diese Veranlagung in Erscheinung tritt, da kann man ein Wörtchen mitreden.

Bewegungsmangel, falsche Ernährung (zu süß, zu fett) und zu wenig Flüssigkeit (mindestens zwei Liter kalorienfreie Getränke pro Tag sollten es sein!) fördern die Orangenhaut. Radfahren, Schwimmen, Gymnastik und Laufen sowie regelmäßiges Trockenbürsten bzw. Massagen mit Produkten, die durchblutungsfördernde und entwässernde Wirkstoffe enthalten, sorgen dafür, dass die Beine schön bleiben.

Gewichtsreduktionen dürfen bei Orangenhaut nur behutsam erreicht werden, da sonst die Haut zusätzlich schlaff wird.

Nichtraucher haben ein geringeres Cellulite-Risiko. Nikotin und viele andere Schadstoffe in Zigaretten verengen zum einen die Blutgefäße der Haut, und das drosselt den Stoffwechsel in dieser Region. Zum anderen wird die Kollagenstruktur des Bindegewebes geschädigt.

Sonnenschutz bewahrt vor Hautschäden auch in tieferen Schichten. Elastische Fasern im Bindegewebe sorgen dafür, dass die Fettzellen sich nicht vordrängen können und damit das Cellulite-Bild fördern. Übertriebenes Sonnenbaden draußen oder im Solarium schädigt diese Fasern. Vor allem UVA-Strahlung beschleunigt die Alterung von Haut und Bindegewebe. Wichtig ist also ein hoher Lichtschutzfaktor, auch im UVA-Bereich.

Der Kampf gegen Cellulite braucht Geduld

Durch gezieltes Ausdauertraining im so genannten aeroben Bereich – das heißt bei einem Pulsschlag, bei dem man sich noch unterhalten kann – wirkt der Cellulite-Entstehung entgegen und kann Dellen deutlich vermindern. Optimal sind Sportarten, bei denen besonders die Oberschenkel trainiert werden, z.B. Inline-Skating, Walken, Joggen, Radfahren oder auch Schwimmen. Für einen dauerhaften Erfolg muss man aber regelmäßig mindestens eine halbe Stunde (drei- bis viermal die Woche) trainieren.

Muskelaufbau statt Fettpolster

Durch gezielte Gymnastikübungen kann man den Muskelaufbau an den entsprechenden Körperstellen fördern. Wo Muskeln sind, ist kein Platz für Fettzellen. Beispiel: Stellen Sie sich mit dem Rücken an eine Wand oder an einen Türrahmen. Nun lassen Sie sich so weit nach unten rutschen, bis sich zwischen Unter- und Oberschenkel ein rechter Winkel bildet. Diese Stellung so lange wie möglich halten. Zählen Sie die ersten Male bis 20, dann steigern Sie auf 30, 40, 50 …

Massagen bringen Blut und Lymphe in Schwung

Massagehandschuh, Bürste und Wechselduschen helfen, die Durchblutung anzukurbeln und den Lymphfluss zu aktivieren. Haut, die regelmäßig massiert wird, bleibt länger elastisch. Besonders effektiv ist die Zupfmassage, bei der vorsichtig kleine Hautpartien zwischen zwei Fingern angehoben und wieder fallen gelassen werden. Für eine Bürstenmassage keine zu harte Bürste verwenden und nur sanft kreisend massieren, sonst schädigt man das Bindegewebe noch mehr. Danach abwechselnd mit kaltem und warmen Wasser duschen, der Wasserstrahl sollte dabei von unten nach oben, also zum Herzen hingeführt werden. Anschließend die Haut abtupfen und mit einer wirkstoffhaltigen Lotion oder einem speziellen Anti-Cellulite-Pflegeprodukt verwöhnen.

Orangenhaut durch Stress

Stress fördert Cellulite, denn Stresshormone wie Cortisol begünstigen auf Dauer Wassereinlagerungen und bewirken Veränderungen im Eiweiß- und Fettstoffwechsel mit Abbau von Muskelmasse und Zunahme des Fettgewebes. Außerdem essen viele Menschen in Stressphasen unbewusst mehr und vor allem mehr Süßes und Fettes. Regelmäßige Entspannung beugt in gewissem Maße der Celluliteentstehung vor.

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