Das Geheimnis der Liebe

Was ist Liebe? Was versteht man darunter? Liebe ist nicht leicht zu finden.

In der Regel haben wir von der Liebe eine sehr verklärte und romantische Vorstellung. Kein Wunder. In den Texten von Liedermachern und Schriftsteller, in Filmen und Romanen wird die Liebe als das höchste der Gefühle dargestellt, sagt Dr. Doris Wolf. Die Frage, wie lange sich die Menschheit schon mit dem Begriff Liebe beschäftigt, kann wahrscheinlich nicht beantwortet werden.

Was bedeutet Liebe?

Liebe bedeutet die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen empfinden kann. Diese starke Form der Hinwendung ist zu allen anderen Lebewesen, Ideen, Objekten und Tätigkeiten möglich. Der Begriff Liebe wird kulturell und historisch in vielfältigen Kontexten und Bedeutungen verwendet und aufgefasst. Definition und Bedeutung wechseln deshalb zwischen sinnlichen Empfindungen und dem Begriff der wahren Liebe im ethischen Sinne. Oft wird Liebe mit sexueller Anziehung verwechselt. Ein Cocktail aus „verrückt“ spielenden Hormonen versetzt die Liebenden in Hochstimmung. Dieses Hochgefühl kann, ähnlich einer Droge, süchtig machen. Laut Neurobiologe Andreas Bartels werden die Bereiche im Belohnungssystem des Gehirns, die für die höchste Dichte an Rezeptoren der Hormone Vasopressin und Oxytocin verfügen, aktiviert. Diese beiden Hormone können als die wichtigsten Liebeshormone bezeichnet werden. Daneben sorgen Dopamin, Adrenalin und Testosteron für das verliebte Kribbeln im Bauch.

Formen der Liebe

Liebe kann sich vielfältig ausdrücken. Selbstliebe, heterosexuelle oder homosexuelle Partnerliebe, Nächstenliebe, Ideenliebe, Objektliebe, Tierliebe, Gottesliebe, die platonische Liebe sind nur einige Formen davon. Während bedingungslose Formen, wie Nächstenliebe oder Gottesliebe sich als reine Liebe äußern, ist Partnerliebe an Bedingungen geknüpft. Fast niemand ist zur bedingungslosen Liebe fähig, behauptet Dr. Doris Wolf. Partnerschaften funktionieren meist nur, wenn die Erwartungen und die gestellten Bedingungen an die Zuneigung des Anderen erfüllt werden. Werden die Erwartungen enttäuscht, erlischt die Liebe und die Gefühle verwandeln sich oft auch ins Gegenteil, in Hass und Gleichgültigkeit. Nur wer sich dessen bewusst ist, kann eine dauerhafte Partnerschaft führen.

Ist Liebe mehr als ein verrückter Hormoncocktail?

Die Euphorie und das Rauschhafte, sind schöne Gefühle, die Liebe im Menschen auslösen. Man kann behaupten, dass sich ein bedeutender Teil des Lebens um dieses Thema dreht. In der Twilight Saga „Bis(s) zum Morgengrauen“ von Stephenie Meyer, die fast jeden, sei es jung oder alt, erreicht hat, drückt sich noch etwas Anderes, etwas Geheimnisvolles aus. Diese Sehnsucht nach dem Geheimnis wird eindrucksvoll von den beiden charismatischen Jungdarstellern Kristen Stewart, die die 17-jährige Bella spielt, und Robert Pattinson als Vampir Edward Cullen dargestellt. Es ist etwas im Menschen, das ihn ruhelos suchen lässt, ohne dass er sich bewusst darüber ist, was es eigentlich ist. Reduziert man Liebe auf bloße Fakten und naturwissenschaftliche Erkenntnisse, verliert sie ihren Reiz, wird fad. Man schneidet sie ab vom großen Ganzen, nimmt ihr diesen Reiz. Ist das Geheimnisvolle verschwunden, ist Liebe nicht mehr ganz. Liebe passt genauso wenig in die Ordnung von Gesetzmäßigkeiten wie Glaube.

Vielleicht ist es die „Einswerdung“ die Friedrich Weinreb so oft in seinen Büchern beschreibt. Er sagt, damit die Schöpfung, besonders der Mensch, dieses Glückes der Einswerdung teilhaftig werden kann, machte Gott die Schöpfung, die „Zwei“. Die Einswerdung bedeutet die Einswerdung der Gegensätze. Das Wissen darum, dass alles, was hier als Zweiheit erscheint, wie Leben und Tod, Recht und Unrecht, Reichtum und Armut, gut und schlecht, Gesundheit und Krankheit, Geheimnis und Offenbarheit, ebenso „Eins“ werden kann. Um aber dieses Glück zu erleben, muss vorher die Trennung bestanden haben. Gott schuf daher die Welt aus dem Verlangen, der Schöpfung all das zu gewähren, was er selbst ununterbrochen kennt. Es würde wie ein Liebesspiel sein, wie es im Hohenlied Salomos besungen ist. Man weiß, man fühlt, dass man zueinander gehört, und wird keine Ruhe, keinen Frieden haben, bis man einander im großen Glück der „Einswerdung“ gefunden hat.

Es ist etwas, was viele Menschen vergessen haben, das Gott in den Menschen, wie auch den Glauben, eingepflanzt hat. Der Mensch, der auch in zwei Teile, Mann und Frau, geteilt ist sucht die Wiedervereinigung. Es lässt den Mann nach der Frau suchen und umgekehrt.

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