Der Lebenslauf in der Bewerbung

Amerikanische oder deutsche Variante? In der amerikanischen Variante des Lebenslaufs wird die aktuellste berufliche Station zuerst genannt. Welche Vorteile bietet das?

Menschen mit Berufserfahrung wählen am besten die amerikanische Variante des Lebenslaufs, da diese den Vorteil bietet, dass der Personaler auf den ersten Blick sieht, was der Bewerber zurzeit beruflich macht. Bei der deutschen Variante werden die beruflichen Stationen erst später genannt, wobei dann die älteste berufliche Tätigkeit zuerst genannt wird, so dass der Personaler gezwungen ist, im Lebenslauf hin- und herzublättern. Dies kann trotz entsprechender Akuratesse der Bewerbungsunterlagen negativ gewertet werden, wenn die aktuelle berufliche Tätigkeit irgendwo im Lebenslauf versteckt ist.

Wann ist die deutsche Variante für den Lebenslauf empfehlenswert?

Dies empfiehlt sich besonders bei jungen Menschen, die gerade eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben und erste Berufspraxis erwerben wollen. Die beruflichen Kenntnisse sind in der Regel noch nicht so umfangreich, so dass der Fokus besonders auf das Studium bzw. die betriebliche Ausbildung gelegt werden kann.

Bei Personen mit mehrjähriger Berufserfahrung, die ohnehin die amerikanische Fassung wählen sollten, ist ein Studium oder eine Ausbildung natürlich ebenfalls anzugeben, der Fokus sollte hierauf aber nicht mehr gelegt werden. Bei Arbeitnehmern, die seit Jahren im Berufsleben stehen, ist der Fokus entsprechend auf die Berufspraxis ausgerichtet.

Bestandteile eines amerikanischen Lebenslaufs

Dieser unterscheidet sich nicht von der deutschen Variante, wobei die Reihenfolge, wie bereits erwähnt, zumindest bei der beruflichen Tätigkeit eine andere ist:

  • Persönliche Daten (Name, Anschrift, Telefon [ggf. mobil], E-Mail-Adresse, Familienstand und Anzahl der Kinder (mittlerweile optional)
  • berufliche Stationen, wobei die aktuellste zuoberst genannt wird. Als Letztes folgt entsprechend die allererste Anstellung nach Ausbildung oder Studium
  • Studium/Ausbildung
  • Schulbildung. Bei Bewerbern über 35 kann sogar auf die Angabe der Grundschulzeit verzichtet werden
  • Praktika
  • Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen
  • Hobbys und Interessen.

Die Eltern und deren Berufe sollten nur noch von Schulabsolventen angegeben werden, die auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder Praktikumsplatz sind. Es kann unfreiwillig komisch wirken, wenn ein Bewerber über 20, der mittlerweile eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, immer noch seine Eltern im Lebenslauf nennt.

Der Lebenslauf: Tabellenform und Stichpunkte

Es empfiehlt sich, bei den einzelnen beruflichen Stationen Monats- und Jahresangaben in der Form MM/JJJJ zu machen (z. B. 06/1989–02/1994). Reine Jahresangaben wirken lieblos und könnten beim Personaler den Eindruck erwecken, dass der Bewerber etwas zu verbergen hat.

Die einzelnen beruflichen Tätigkeiten sollten stichpunktartig näher spezifiziert werden. Ausformulierte Sätze und die Nennung von Nebensächlichkeiten, die zum Berufsbild an sich gehören, sind tabu. Hierzu zählen beispielhaft (vgl. Fettdruck):

Finanzbuchhalterin

Schiffer KG, Ludwigsburg

  • Finanzbuchhaltung
  • Erstellung der Monatsabschlüsse und Umsatzsteuer-Voranmeldungen
  • Annahme von Telefonaten. Hierbei war ich sehr kundenorientiert.

Telefonieren gehört in Büroberufen zum Tagesgeschäft, so dass es nicht extra erwähnt werden muss. Es könnte der Eindruck entstehen, dass der Bewerber außer Selbstverständlichkeiten nicht viel zu bieten hat oder nicht in der Lage ist, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Die hohe Kundenorientierung gehört so explizit nicht in den Lebenslauf – entweder geht sie aus den Arbeitszeugnissen hervor oder wird entsprechend im Anschreiben belegt. Eine bessere Alternative wäre:

Finanzbuchhalterin

Schiffer KG, Ludwigsburg

  • Finanzbuchhaltung inkl. aller anfallenden Abstimmungsarbeiten, auch mit den ausländischen Tochtergesellschaften
  • Kassenführung
  • Erstellung der Monatsabschlüsse und Umsatzsteuer-Voranmeldungen

Der Lebenslauf fasst kurz und prägnant die praktischen Erfahrungen und das Rüstzeug zusammen, das einen Bewerber für eine Stelle besonders qualifiziert. Aus diesem Grunde sollte von Selbstverständlichkeiten und komplett ausformulierten Sätzen Abstand genommen werden.

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