Geistige Fitness: Gehirnjogging – Wie funktioniert Gehirnjogging

Das Gehirn braucht Bewegung – Leistungssteigerung um 30 Prozent

Gegen das so genannte schlechte Gedächtnis kämpfen Experten durch Gehirnjogging an. Das kann man immer und überall betreiben, um geistig fit zu bleiben.

Jährlich am 10. Oktober ist der von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufene Welttag der geistigen Gesundheit. Körperlich hält man sich gerne fit, ein Körperkult hat in den letzten Jahren viele Menschen ergriffen. Ob Jogging, Schwimmen oder Radfahren: Für die körperliche Fitness unternehmen die meisten etwas. Die geistige Fitness dagegen bleibt oft auf der Strecke. Man merkt schließlich nicht, wenn sie langsam nachlässt. Und doch setzt der Abbau schon bei jungen Erwachsenen ein. Konzentrationsschwäche, Lernprobleme und kleinere Gedächtnislücken werden zum Alltag. Die Gesellschaft für Gehirntraining e.V. (GfG) hat diesem Phänomen den Kampf angesagt. Sie nutzt wissenschaftlich anerkannte Methoden dazu, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu steigern, zu erhalten und wiederherzustellen – und das unabhängig vom Lebensalter.

Gehirnjogging gegen das untrainierte Gedächtnis

Dieter Reifenschneider ist rheinland-pfälzischer Landesvorsitzender des Vereins, der seinen Hauptsitz im bayerischen Ebersberg hat. Er meint: So wie der Körper brauche auch das Gehirn Bewegung, müsse immer wieder trainiert und neuen Reizen ausgesetzt werden. Das Stichwort heißt Gehirnjogging. Wie das konkret aussieht, schildert er in einem abendfüllenden Vortrag. Jeder einzelne kann demnach die Leistungsfähigkeit des Gehirns um bis zu 30 Prozent steigern. Dabei sei es besonders wichtig, dass man nicht bloßes Auswendiglernen betreibe und das eigene Gehirn zu einem Faktenspeicher degradiere, sondern das Gehirn immer wieder neuen Reizen und Aufgaben aussetze. „Nur solche Dinge, die wir nicht kennen und gewohnt sind, stellen Reize dar. Ständige Wiederholungen erzielen für die geistige Leistungsfähigkeit keinen Effekt.“ Einen Seitenhieb auf teilweise veraltete Lehr- und Lernmethoden im deutschen Bildungswesen verkneift er sich dabei nicht.

Landläufig spricht man oft vom so genannten schlechten Gedächtnis, wenn man sich an etwas nicht direkt erinnert. Das untrainierte Gedächtnis wäre die bessere Bezeichnung. Abhilfe schaffen kontinuierliche Übungen. Die GfG hat das Mentale Aktivierungstraining (MAT) entwickelt.„Hierbei geht es darum, unseren Kopf leistungsfähiger zu machen.“ Durch Gehirnjogging wird gezielt trainiert.

Trainieren kann man überall

Wer Lust auf MAT hat, dem bleiben nur wenige Ausreden. Der Trainingsaufwand beträgt lediglich fünf bis zehn Minuten pro Tag. Trainieren kann man eigentlich überall. Und die Möglichkeiten scheinen nahezu unendlich zu sein. Worte und Zahlen sind beim Gedächtnistraining förderliche Hilfsmittel. Kleine Wortspiele, Wortverdrehereien oder Zahlenspiele können Wartezeiten beim Arzt überbrücken und sind sinnvoller als die Lektüre der bunten Blätter, die dort ausliegen. Gleichwohl, so Reifenschneider, erfülle das Lesen natürlich grundsätzlich auch die Bedingungen neuer Reize: „Mit jedem Buch, ob ernst, ob heiter, wirst du auf jeden Fall gescheiter.“ Der Fantasie beim Mentalen Aktivierungstraining sind keine Grenzen gesetzt. Hilfsmittel braucht man kaum, einen Partner auch nicht. Gleichwohl gelte auch, dass das Gedächtnistraining natürlich kein Allheilmittel sei: „Es hilft lediglich dabei, den Alltag leichter zu bewältigen und dem natürlichen geistigen Abbau vorzubeugen.“ Jedoch sei belegt, dass das Mentale Aktivierungstraining auch bei schon bestehender Altersdemenz positive Ergebnisse erziele.

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