Die Dagmar-Herzog-Methode

Mediengestützte Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen. Die meisten Übergewichtigen sind Rückfalltäter am Kühlschrank. Die Dagmar-Herzog-Methode versucht, mit Gefühlen zu arbeiten und dabei Essen uninteressant zu machen.

In Deutschland hat mittlerweile nur ein Drittel der Bevölkerung Normalgewicht. Mit dem Übergewicht und der krankhaften Adipositas sind schwerwiegende Erkrankungen und Risikofaktoren für die Gesundheit verbunden, wie Herzrhythmusstörungen, Insulinresistenz, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Die Hälfte der Übergewichtigen leidet an Bluthochdruck.

Herkömmliche Methoden versagen meistens

Diäten und andere konventionelle Strategien zum Fettabbau versuchen, die Probanden zu einem anderen Essverhalten zu bewegen. Dies geschieht jedoch durch Erklärungen und Vorgaben über den Kopf, also auf rationaler Ebene. In der Regel führen diese Interventionen nur zu kurz- oder mittelfristigen Erfolgen. Nach einer Diät nehmen die meisten wieder zu – der bekannte Jojo-Effekt.

Die Dagmar-Herzog-Methode

Die „mediengestützte Gewichtsreduktion“ – auch bekannt als Dagmar-Herzog-Methode nach der gleichnamigen Erfinderin – versucht, eine dauerhafte Verhaltensänderung über Gefühle zu erreichen, also auf emotionaler Ebene. Im Rahmen eines offenen Pilotprojekts wurde 2007 die Methode untersucht und für wirkungsvoll befunden.

Das Projekt

Zehn Patientinnen und Patienten nahmen an diesem Projekt teil. Sie alle hatten zwischen 2005 und 2007 ein Dagmar-Herzog-Wochenendseminar besucht und sich an die Vorgaben der Kursleiterin gehalten. Ihnen wurden über standardisierte, besprochene und musikalisch unterlegte CDs so genannte „Negativszenen“ und „Positivszenen“ präsentiert. Die Teilnehmer wurden angehalten, sich auf diese Szenen emotional einzulassen.

In den Negativszenen wurde „ungesundes Essen“ beispielsweise mit Ekel und Einsamkeit szenisch gekoppelt. In der nachfolgenden Positivszene wurde gesundes Verhalten, wie beispielsweise Teetrinken mit Harmonie, Erotik und einem guten Körpergefühl verbunden. Anschließende Harmonieszenen sollten die Probanden mental stärken.

Während des Seminars wurde betont, dass die Probanden weiterhin alles essen dürfen, worauf sie Lust haben. Sie sollten sich nur über einen Zeitraum von acht Monaten täglich je eine Negativ- , Positiv- und Harmonieszene anhören.

Ermutigende Ergebnisse

Sieben Frauen und drei Männer nahmen an diesem Projekt teil. Das Durchschnittsalter betrug 48,5 Jahre, sie waren im Schnitt 171 cm groß. Das durchschnittliche Ausgangsgewicht lag bei 102,2 Kilogramm (BMI 35,2). Nach zehn Monaten hatten die Probanden durchschnittlich 16,6 Kilo abgenommen, nach 18 bis 24 Monaten sogar 29,1 Kilo. Im Einzelnen haben die Probanden ihr Gewicht teils sehr moderat, teils aber auch sehr stark reduzieren können. Keiner hat jedoch weniger abgenommen als die Probanden in großen Studien, nämlich 2,7 bis 6,8 Prozent. Vielmehr nahmen die Teilnehmer an der Dagmar-Herzog-Methode fast alle deutlich mehr ab und konnten ihr reduziertes Gewicht auch über zwei Jahre halten.

Dieses Studienprojekt bestätigt den Erfolg der Dagmar-Herzog-Methode als neuen Therapieansatz bei Übergewichtigen. In einer prospektiven, randomisierten Studie sollen diese Ergebnisse 2008 überprüft werden.

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