Die gängigsten Irrtümer zum Thema Impfung

Bei bestehendem leichten Infekt darf nicht geimpft werden! Solche und andere Mythen um das Thema Impfung halten sich hartnäckig.

Nicht nur zu Beginn der aktuellen Grippesaison kursieren viele Gerüchte und Irrtümer zum Thema Impfung. Bei vielen Patienten stellen sich angesichts einer bevorstehenden Impfung regelmäßig die unterschiedlichsten Fragen, die sich nicht nur mit dem ob, wann und womit einer bestimmten Impfung beschäftigen, sondern vielmehr mit dem Impfmanagement im Allgemeinen. So besteht zum Beispiel schon seit einiger Zeit Unklarheit bei Patienten darüber, ob bei leichten Erkältungskrankheiten geimpft werden soll oder nicht. Da auch das medizinische Personal und vereinzelt sogar die niedergelassenen Ärzte selbst nicht immer bestens über Impffragen informiert sind und manchmal widersprüchliche oder sogar falsche Auskünfte über das Impfmanagement herausgegeben werden, vergrößert sich die Unsicherheit bezüglich des Impfens bei den Patienten noch. Dies kann im schlechtesten Fall dazu führen, dass Impfungen ganz unterbleiben. Viele Fehlinformationen ließen sich aber vermeiden, wenn Arztpraxen generell den Impfempfehlungen der STIKO (ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut) folgen würden. Neben der Frage nach der Impfbarkeit bei vorhandenem Infekt sollen an dieser Stelle auch andere Irrtümer vorgestellt und untersucht werden.

Folgenden Mythen zum Thema Impfen halten sich hartnäckig

1. Nach einer Impfung darf kein Sport gemacht werden

Dies wird von der STIKO verneint. Zwar sollte exzessiver Sport wie beispielsweise Marathonläufe oder länger andauernde Turniere aufgrund der großen Belastung vermieden werden, aber gegen eine Joggingrunde oder eine Stunde im Fitnesskurs nach der erfolgten Impfung ist aus medizinischer Sicht nichts einzuwenden.

2. Bei vorhandenem leichten Infekt sollte nicht geimpft werden

Falsch, solange es sich bei dem Infekt nur um eine leichte Infektion wie zum Beispiel eine Erkältungskrankheit handelt. Diese darf sogar mit subfebrilen Temperaturen bis 38,5° C einhergehen. Eine tatsächliche Kontraindikation ist erst bei einem starken Infekt gegeben. Hier sollte wegen der daraus entstehenden Überbelastung für den Körper die Impfung bis zur vollständigen Genesung verschoben werden. Häufig werden durch die genannte Fehlinformation wichtige Impfungen verpasst, nur weil ein harmloser Infekt dazu geführt hat, nicht zu impfen.

3. Die Grippeimpfung macht krank

Viele Patienten verzichten auf die Grippeimpfung, weil sie aufgrund bereits gemachter Erfahrungen davon ausgehen, dass nach einer Impfung erst recht ein grippaler Infekt auftritt. Dass, was oft als Grippe oder grippaler Infekt fehl interpretiert wird, ist einfach nur die Allgemeinreaktion auf die erfolgte Impfung, bei der sich der Organismus des Patienten mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Die Allgemeinreaktion äußert sich durch Symptome, die einem Infekt sehr ähnlich sein können: Fieber, Gelenk- und Kopfschmerzen, Unwohlsein etc. Diese Reaktion ist aber völlig harmlos und nur vorübergehender Art.

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