Elektrosmog und EMV-Schirmung

Viele technische Geräte sind störungsanfällig gegen elektromagnetische Felder. Wie EMV-Schirmung schützen kann, zeigt ein Buch von Hans A. Wolfsperger.

Technische Geräte wie Computer, Laptops und Mobilfunktelefone haben schon längst das Alltagsleben breiter Bevölkerungsschichten erobert. Umso erstaunlicher mutet die Tatsache an, dass das erste deutschsprachige Buch zur EMV-Schirmung erst im Jahr 2008 erschienen ist. Denn die Elektromagnetische Verträglichkeit (kurz EMV) ist für den einwandfreien Betrieb mehrerer Geräte gleichzeitig eine unverzichtbare Voraussetzung. Und potenzielle Störquellen gibt es viele. Ob kabellose DECT-Telefone, drahtloses Internet (WLAN) oder die Mikrowelle in der Küche: Sie alle strahlen in stärkerem oder schwächeren Maße elektromagnetische Wellen ab.

Elektromagnetische Schirmung: Theorie und Praxisbeispiele

Vielleicht liegt es ganz einfach daran, dass man Magnetfelder nicht sehen kann. Sie riechen nicht, man hört und erkennt sie nicht an einem Brummen – aber sie dringen durch Türen und durch Wände. Wahrscheinlich liegt es aber auch ganz einfach daran, dass die Auswirkungen der Felder sich oft nur marginal, wie auf leisen Pfoten, bemerkbar machen. Ein kleiner Aussetzer des Fernsehers: Wer denkt schon daran, dass die Telefonanlage des Nachbarn daran schuld sein könnte. Außerdem ist es der Technik weitgehend gelungen, größere Ausfälle wegen elektromagnetischer Unverträglichkeit im normalen Alltag eher zu verhindern.

Störungen durch elektromagnetische Felder

Ein Hauptfeld der elektromagnetischen Schirmung ist daher auch der Schutz von besonders sensiblen Einrichtungen. Beispielsweise Rechenzentren, Forschungseinrichtungen oder medizinische Anlagen benötigen ggf. eine solide Abschirmung. Zu groß wäre die Gefahr, dass es durch Störquellen zu Funktionsbeeinträchtigungen kommt. Feldgekoppelte Störungen können dabei theoretisch durch elektrische, magnetische sowie elektromagnetische Energie entstehen. Man merkt schon: Um die Hintergründe zu verstehen, braucht es ein wenig Sachverstand.

Worum geht es bei EMV-Schirmung?

Davon (vom notwendigen Sachverstand) vermittelt das Buch von Hans. A. Wolfsperger eine ganze Menge. Von den Grundlagen möglicher Feldursachen über die Wellenausbreitung bis zu Beispielen der Gehäuseschirmung, der Kabel- oder Raumschirmung schreitet die Darstellung viele neuralgische Punkte der EMV-Schirmung ab. Dabei pflegt der Autor einen äußerst angenehmen Schreibstil, der Schritt für Schritt in die Materie einführt, und scheut sich für eine bessere Lesbarkeit auch nicht vor Wiederholungen bzw. zahlreichen Querverweisen zwischen den Kapiteln.

Zu den Inhalten des Buchs gehört unter anderem auch ein Kapitel zur Theorie der elektromagnetischen Schirmung. Hier lernt der Leser die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Feldtypen kennen und deren Abschirmmöglichkeiten:

  • der elektrostatische Schirm
  • der magnetostatische Schirm
  • der elektrodynamische Schirm

Fundierte Informationen aus Wissenschaft und Praxistätigkeit

Auch wie Feldeinkopplungen durch kleine Öffnungen entstehen und wie die Absorption, Reflexion bzw. Transmission elektromagnetischer Wellen funktioniert, wird in den Grundzügen referiert. Die Einzelkapitel sind bewusst so angelegt, dass eine abschnittsweise Lektüre möglich ist und sich der Buchleser die Kapiteleinheiten aussuchen kann, die ihn besonders interessieren. Ausführlich werden zudem Messverfahren und Normierungen behandelt. Der gesamten Arbeit kommt die ausgedehnte Praxistätigkeit des Autors als EMV-Prüfingenieur und in der technischen Entwicklung bei mehreren Firmen spürbar zugute. Hans A. Wolfsperger hat an der UNI Karlsruhe promoviert und arbeitet seit 2008 im Raumfahrt-Testzentrum Ottobrunn.

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