Erziehung in der Pubertät – Einige Grundregeln

Wie Eltern mit einigen Regeln die Pubertät der Kinder überleben. Während der Pubertät sind Jugendliche oft recht chaotisch und undurchschaubar. Einige einfache Grundregeln helfen Eltern, ihre Kinder durch diese Zeit zu führen.

Pubertierende Jugendliche sind nicht leicht zu verstehen. Der Nachwuchs ist ständig launisch, motivationslos und kann sich nur schwer entscheiden. Schuld daran sind Umbauprozesse im Gehirn während der Pubertät. Dennoch können Eltern nicht einfach ausweichen. Eltern müssen mit den Pubertierenden zurecht kommen. Und das in jeder Situation. Es gibt einige Grundregeln, die Vätern und Müttern das Leben leichter machen und den Umgang erleichtern.

Bewahren sie die Ruhe

Die Pubertät ist nur ein vorübergehender Lebensabschnitt. Irgendwann wird sich ein Kind wieder in normalen und geregelten Bahnen bewegen. Spätestens wenn der Umbauprozess abgeschlossen ist, wird der „Ausnahmezustand“ nur noch eine Erinnerung sein. Während dieser zeitlich begrenzten, wenn auch Jahre dauernden Phase, ist es wichtig die Ruhe zu bewahren und Verständnis zu zeigen.

Seien sie Vorbild

Jugendliche lernen mehr durch Sehen als durch Hören. Dies hat zur Folge, dass genau beobachtet wird, was die Erwachsenen tun. Verlangen sie von ihrem Schützling nichts, was sie als Eltern nicht selbst zu tun bereit sind. Jedes Verhalten, dass sie zeigen oder auch nicht zeigen, wird sofort registriert. Jugendliche haben hierfür ausgeprägte Antennen.

Jugendliche neigen dazu, sich ungerecht behandelt zu fühlen, wenn sie Regeln aufstellen, die sie selbst nicht einhalten. Die Begründung „Wir sind bereits erwachsen“ wird von einem Jugendlichen nicht akzeptiert. Schließlich fühlt er sich selbst bereits erwachsen, auch wenn er noch nicht ausgereift ist.

Legen sie für Aufgaben einen Zeitrahmen fest

Jugendliche sind unmotiviert. Dennoch wollen sie für ihr Leben selbst Verantwortung übernehmen. Oftmals fehlt auch der Einblick, warum sie eine Aufgabe jetzt sofort erledigen sollen. Geben sie dem Pubertierenden Verantwortung und nehmen sie seine Meinung an. Vereinbaren sie für Aufgaben einen Zeitrahmen, in dem er die Aufgabe erledigen soll. Fragen sie aber nicht ständig nach oder erinnern sie ihren Sprössling nicht ständig an die Aufgabe. Lassen sie das Kind die Ergebnisse dann vorzeigen, wenn er es innerhalb des Zeitrahmens für richtig hält. Bei bestimmten Aufgaben, wie beispielsweise dem Zimmer aufräumen, sollten sie sich darauf einstellen, dass das Kind die Aufgabe nicht in Perfektion lösen wird. Verlangen sie eine Nachbesserung.

Nehmen sie die Freunde so an, wie sie sind

Pubertierende suchen sich oftmals einen Freundeskreis, der genau dem Gegenteil entspricht, den sie sich vorstellen. Fangen sie nicht an die Freunde zu kritisieren. Sie werden damit nur Widerstand erzeugen. Beziehen sie den Freundeskreis vielmehr in ihre Überlegungen mit ein, bleiben sie dennoch distanziert. Behalten sie die Kontrolle über die Aktivitäten ihres Sprösslings in seinem Freundeskreis. Schreiten sie aber nur aktiv ein, wenn es kritisch wird.

Bedenken sie: In der Pubertät nimmt der Einfluss der Familie ab, der Einfluss des Freundeskreises wird stärker.

Setzen sie Grenzen

Setzen sie ihrem Sprössling Grenzen. Achten sie aber darauf, dass diese auch den Lebensumständen entsprechen. Vertreten sie ihren Standpunkt, ohne den ihres Kindes zu ignorieren. Begründen sie ihre Meinung. „Das macht man eben so“ reicht als Begründung nicht aus.

Nehmen sie den Jugendlichen so, wie er ist

Sagen sie „Super, du bist schon fast erwachsen“. Vermeiden sie die Einstellung „Ich weiß was das Beste für dich ist“. Behandeln sie ihn nicht wie jemanden, der unbedingt auf sie hören muss.

Wenn ihr Kind Probleme hat, dann nehmen sie es ernst. Seine Probleme können für sie klein sein. Für ihren Sprössling können es beinahe unüberwindbare Hindernisse sein. Hören sie dem Jugendlichen zu und geben sie nicht gute Ratschläge. Stellen sie ihm bei Gesprächen keine Bedingungen. Wenn er ihre Meinung fordert, wird er es ihnen mitteilen. Geben sie ihrem Schützling genügend Freiraum um eigene Erfahrungen zu machen.

Führen sie den Unentschlossenen

Jugendliche sind durch Prozesse im Gehirn unentschlossen und motivationslos. Dies gilt unter Umständen auch für seine eigenen Ziele. Zeigen sie ihrem Sprössling Ziele auf. Helfen sie ihm, diese Ziele zu erreichen. Motivieren sie ihn, damit er seine Ziele erreicht. Drohen sie aber nicht mit Strafe. Locken sie ihn mit etwas, von dem sie wissen, dass er es haben will. Ein ernst gemeintes Lob ist hier manchmal wirkungsvoller als irgendwelche materiellen Dinge wie Geld. Geben sie dem Schützling für seine Leistung Anerkennung.

Interessieren sie sich für den Kaktus

Jugendlichen ist es wichtig, dass man sich für sie interessiert. Zeigen sie aber echtes Interesse. Wenn sie einem Schützling Interesse vortäuschen, wird er es sofort bemerken. Fragen sie sich vor lauter Interesse aber nicht bei jeder Gefühlswallung, was dahinter steckt. Oft genug hat eine Gefühlslage nicht viel zu bedeuten.

Heben sie Stärken hervor

Betonen sie, was ihr Schützling schon richtig gut kann. Zeigen sie ihm auch, wenn dies wirklich der Fall ist, dass er etwas kann, dass sie nicht können. Das stärkt sein Selbstvertrauen. Beurteilen sie nichts, das nur ein Ausschnitt der Person ist.

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