Fünf gute Gründe, Vegetarier zu werden

Die zahlreichen Vorteile einer fleischlosen Ernährung. Es gibt viele Gründe, vegetarisch zu essen. Unter anderem können dabei ethische, ökologische, gesundheitliche, ökonomische und spirituelle Erwägungen eine Rolle spielen.

In den letzten Jahren erfreut sich die vegetarische Ernährung zunehmender Beliebtheit, was sich an einer wachsenden Zahl vegetarischer Gerichte, vegetarischer Restaurants und vegetarischer oder veganer Kochbücher niederschlägt. Und es gibt auch gute Gründe, die für eine fleischlose Ernährung sprechen. Hier sind fünf Gründe, warum Sie erwägen sollten, Vegetarier (oder sogar Veganer) zu werden.

Ethische Gründe für die vegetarische Ernährung

Schlachttiere sind in der Regel hoch entwickelte Lebewesen. Marc Bekoff, Biologie-Professor an der Universität von Colorado und Autor des Buches „The Emotional Lives of Animals“ ist der Meinung, dass zahlreiche Tierarten ein an Emotionen reiches Seelenleben und ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzen. Solch hoch entwickelte Lebewesen nur ihres Fleisches wegen zu töten und dabei ihr ganzes Leben nur auf die Fleischproduktion zu reduzieren, widerspricht allen ethischen Grundsätzen. Und die schlichte Tatsache, dass die meisten Menschen beim Anblick des Schlachtvorgangs nichts als Abscheu und inneren Aufruhr empfinden, weist darauf hin, dass Fleisch zu essen der menschlichen Natur widerspricht.

Ökologische Gründe für die fleischlose Ernährung

Dies mag Sie überraschen, aber die (Massen-)Tierhaltung ist eines der größten Umweltverschmutzer weltweit. Sie ist für etwa 20 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, was mehr ist als der gesamte Verkehrssektor einschließlich aller Autos, Flugzeuge und sonstiger Fortbewegungsmittel zusammen. Rinderhaltung ist zudem wesentlich mitverantwortlich für die Abholzung des Amazonasgebiets, wo zum Zwecke der Viehhaltung und zum Anbau von Tierfutter-Soja kostbarer Regenwald zerstört wird.

Ein Nebenprodukt der (Massen-)Tierhaltung ist Ammonium, welches zur Versauerung der Böden beiträgt. Außerdem hat die Fleischindustrie (indirekt durch den Futtermittelanbau) beträchtlichen Anteil an der Wasserverschmutzung durch Stickstoff und Phosphor. Und schließlich hilft eine vegetarische Ernährung auch, der dramatischen Überfischung der Weltmeere entgegenzuwirken, welche von Greenpeace International als die größte Bedrohung des Ökosystems Meer bezeichnet wurde. Wohl kaum eine Maßnahme nutzt der Umwelt so einfach und durchschlagend wie die vegetarische oder, noch besser, die vegane Ernährung.

Gesundheitliche Gründe, vegetarisch zu essen

Fleischkonsum wird mit zahlreichen Gesundheitsrisiken wie einem hohen Cholesterinspiegel, Fettleibigkeit sowie Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Bluthochdruck, Arthritis und verschiedenen Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. Ein weiteres Problem stellen die Rückstände von Wachstumshormonen und Antibiotika dar, welche sich in Fleisch und Fleischprodukten finden. Zudem birgt Fleischkonsum eine erhöhte Gefahr der Lebensmittelvergiftung durch vergammeltes Fleisch.

Der menschliche Körper benötigt nicht unbedingt Fleisch, um gesund zu bleiben – und zu viel davon ist auf jeden Fall schädlich. Es gibt zahlreiche vegetarische Eiweiß-Quellen wie Nüsse oder Hülsenfrüchte. Hochwertige pflanzliche Öle sind eine viel gesündere Fettquelle als Fleisch oder Fleischprodukte.

Ökonomische Gründe für die vegetarische Ernährung

Fleischproduktion ist verschwenderisch. Die für das menschliche Leben notwendigen Nährstoffe und Kalorien können viel wirtschaftlicher über eine vegetarische Ernährungsweise produziert werden – die Fleischindustrie verbraucht ein Vielfaches an Ressourcen wie Wasser, Energie und Ackerland, um die gleiche Menge an Eiweiß oder Kalorien herzustellen. Es wird daher oft gesagt, dass zwanzig Vegetarier vom Land eines Fleischessers leben könnten.

Spirituelle Gründe, Vegetarier zu werden

Viele spirituelle Traditionen, insbesondere der Yoga, warnen vor subtilen negativen Auswirkungen des Fleischkonsums auf den menschlichen Geist. Swami Sivananda erwähnt in seinem Buch “May I answer that” Angst, Aggressivität und Reizbarkeit als Folge von Fleischkonsum. Ein Versuch im Maryland Correctional Adjustment Center des Baltimore Gefängnisses zeigte, dass die Insassen deutlich weniger aggressiv waren, wenn sie eine vegane Ernährung erhielten. Zudem erzeugt nach der Yoga-Lehre fleischliche Nahrung schlechtes Karma, und zwar sowohl für den Produzenten als auch den Konsumenten. Kein Fleisch zu essen kann eine Übung in Gewaltlosigkeit (ahimsa) werden – ein Konzept, das im Buddhismus, Hinduismus und Jainismus von zentraler Bedeutung ist. Überhaupt kann Vegetarismus ein Ausdruck von Liebe und Mitgefühl sein und damit die grundlegenden Werte aller spirituellen, religiösen und humanistischen Traditionen vertreten, insbesondere auch des Christentums.

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