Granatapfelsaft & Co: Große Unterschiede bei Qualität und Wirkung

Große Unterschiede bei Granatapfelsaft, Granatapfel-Elexier, Muttersaft und Kapseln – welches Produkt hat die meisten Inhaltsstoffe und die größte Wirkung?

Der Granatapfelsaft ist bekannt für seine heilenden Kräfte und seine antioxidative Wirkung. Neben dem Granatapfelsaft gibt es noch viele andere Granatapfelprodukte auf dem Markt, die alle eine gesundheitsfördernde Wirkung versprechen. Doch die Unterschiede zwischen den Produkten sind verheerend. Nur die wenigsten Granatapfelprodukte helfen bei Krebs und viele davon haben gar keine Wirkung.

Granatapfelprodukte mit unterschiedlicher Qualität und Wirkung

Bei Granatapfelprodukten gibt es beträchtliche Unterschiede bezüglich Qualität und Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen. Davon sind die Granatapfelsäfte und auch die Granatapfelextrakte betroffen. Zu hohe Temperaturen während der Herstellung des Granatapfelextraktes verändern die kostbaren Polyphenole und beeinträchtigen somit deren Bioverfügbarkeit. Viele Granatapfelsäfte werden mithilfe von Gelatine geklärt, wobei die wichtigen Wirkstoffe herausgefiltert werden. Somit sind sie kein Gesundheitsgetränk mehr, sondern eignen sich nur noch für die Zubereitung von Cocktails und Erfrischungsgetränken.

Granatapfelsaft im Test – woran man hochwertige Granatapfelsäfte erkennt

Die meisten Granatapfelsäfte, die laut Hersteller zu 100% aus Granatapfelsaft bestehen, enthalten unnötige Zusätze, wie Zucker, Farbstoffe und andere Fruchtsäfte. Dadurch werden Kosten gespart, denn Granatäpfel sind sehr teuer. Da diese minderwertigen Granatapfelsäfte den Markt dominieren, wissen nur die wenigsten, wie ein echter Saft schmecken soll. Ein hochwertiger gesundheitsfördernder Granatapfelsaft zeichnet sich durch ein erfrischendes, leicht herbes Aroma aus. Aber auch bei echten Granatapfelsäften kann der Gehalt der Wirkstoffe aufgrund unterschiedlicher Herstellungsverfahren sehr unterschiedlich sein. Viele Vollfrucht-Säfte bestehen aus vermahlenen Granatapfelkernen, somit fehlen die herben Polyphenole, die für die heilende Wirkung erforderlich sind. Am besten sind immer noch die Granatapfel-Direktsäfte (Granatapfel-Muttersäfte), denn nur diese Säfte besitzen den heilsamen Effekt des ganzen Granatapfels.

Der Granatapfel-Muttersaft (Granatapfeldirektsaft)

Für den Granatapfel-Muttersaft werden ganze Früchte verarbeitet. Der Muttersaft ist reich an Polyphenolen, besitzt besonders viel Punicalagin, Ellagtannine, Katechine und andere gesunde Inhaltsstoffe. Aufgrund seiner konzentrierten Wirkstoffe und wegen des bitteren Geschmacks ist Granatapfel-Muttersaft kein Fruchtsaftgetränk. Der bräunliche Saft dient als reines Nahrungsergänzungsmittel. Er eignet sich zur Steigerung der Abwehrstoffe, zur Gesunderhaltung des Herz-KreislaufSystems und zum Schutz der Zellen und Gefäße. Man sollte darauf achten, dass er aus kontrolliert biologisch angebauten Früchten hergestellt wird und die Menge der Inhaltsstoffe mit anderen Säften vergleichen.

Das Granatapfel-Elixier

Für ein qualitatives Granatapfel-Elixier wird das rote Fruchtmark von den Granatäpfeln mittels schonendem Verfahren im Vakuum konzentriert. Zusätzlich sollte es Auszüge aus den Granatapfel-Blüten, den Granatapfel-Blättern und den Granatapfel-Schalen enthalten. Außerdem sollte man unbedingt darauf achten, dass die Granatapfelsaft-Polyphenole stets lebendfermentiert werden, da sie bioaktiver sind. Denn nicht alle Menschen können die Pflanzenstoffe des Granatapfels gleich gut aufnehmen und verwerten. Dies hängt primär mit der unterschiedlichen Beschaffenheit der Dickdarmflora zusammen. Außerdem können die gesundheitsfördernden Stoffe des Granatapfels durch Lebendfermentation leichter ins Blut gelangen. Bei hochwertigen Granatapf-Elixieren entspricht bereits ein Esslöffel der antioxidativen Kraft von ca. 200 ml Granatapfelsaft und sie haben einen Polyphenolgehalt von über 100 ml Granatapfelsaft.

Wie viel Granatapfel steckt in den Granatapfel-Kapseln?

Granatapfel-Kapseln sollen laut Hersteller bis zu einen Liter Granatapfelsaft ersetzen. Ob das glaubwürdig ist, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass bei den meisten Präparaten die Polyphenole aus der Schale des Granatapfels extrahiert und unter großer Hitze sprühgetrocknet werden. Durch die hohen Temperaturen werden die Wirkstoffe geschädigt. Man kann diese Schädigung an der bräunlich oxidierten Farbe sehr gut erkennen. Bei diesen Extrakten ist nicht mehr die volle Wirkung zu erwarten. Es empfiehlt sich, auf gefriergetrockneten Granatapfelextrakt zurückzugreifen, denn durch dieses Verfahren bleibt die Qualität der sekundären Pflanzenstoffe erhalten. In einer Veröffentlichung im „Journal of Medical Food 2006 Spring“ wurde darauf hingewiesen, dass bei der Einnahme von Granatapfelextrakt in Kapseln Vorsicht geboten sei, speziell wenn mit der Bezeichnung „standardisiert auf 40 % Ellagsäure“ geworben wird. Erstens reiche eine deutlich geringere Konzentration von Ellagsäure aus, um die Wirkung zu gewährleisten und weiter würde das Granatapfelextrakt erst bei einem Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe des Granatapfels (Saft, Schale, Kerne, Blätter und Blüten) gegen Krebs wirksam.

Fazit: Der Granatapfel-Muttersaft und das Granatapfel-Elixier sind die Spitzenreiter unter den Granatapfelprodukten. Aber wenn einem der typische Geschmack des Granatapfels absolut nicht zusagt, sollte man lieber auf Granatapfelkapseln ausweichen, bevor man ganz auf die Wirkung des Granatapfels verzichtet. Bei allen Produkten empfiehlt sich das Vergleichen der Inhaltsstoffe (Vielfalt und Konzentration) und des angewandten Verfahrens, mit dem sie gewonnen wurden!

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