Beziehungsprobleme lösen – aber wie am besten?

Aus dem Konflikt wird ein Streit & und aus ihm oft Entfremdung. Jedoch: Mit einem simplen Konzept lassen sich selbst schwierige Beziehungsprobleme lösen.

Was wäre eine problemlose Beziehung? Womöglich problematischer als man denkt. Uneinigkeiten und Konflikte sind völlig normal und gehören zum fragilen Gleichgewicht der Beziehung. An ihnen lernen beide Partner einander besser kennen, gehen einen gemeinsamen Weg durch gemeinsame Probleme. Zumindest sollte es so sein. Lügen, Intrigen und nicht erfüllte Erwartungen sind heute das Resultat eines langen „Nebeneinander herlebens“, dass eine Beziehung immer mehr auf eine tiefe Schlucht zurutschen lässt. Was also tun, wenn es (mal wieder) zum Streit kommt?

Der Vorwurf

Der wohl schlechteste Versuch eine eskalierende Situation zu lösen, ist ein verbaler Gegenangriff. Denn in den meisten Fällen verursacht ein Vorwurf einen Gegenvorwurf. Keiner möchte auch freiwillig einen für ihn ungerechtfertigten Vorwurf entgegennehmen. Vielleicht aber sollte man das ab und an. Denn häufig sagt einer der zukünftigen Streitpartner für längere Zeit nichts, spricht das Problem aber ab und zu an und rastet dann plötzlich aus.

So ein „explodierender Vulkan“ im Haus zeigt viel Verzweiflung. Denn der Ausbruch kommt erst dann zu Stande, wenn man nicht anders auf sich, beziehungsweise das Problem aufmerksam machen kann. Schüttet man dann auch noch mit einem Gegenvorwurf Öl ins Feuer, ist der Streit meist perfekt. Fehlende Kommunikation ist der Hauptauslöser für Dauerstreits in den sonst so ruhigen vier Wänden. Und fehlt diese mal eine sehr lange Zeit, wird nur noch geschrien. Eines sollte klar sein: Ein Problem muss besprochen, nicht bekriegt oder begraben werden. Im Streit wird man kein Problem aus dem Weg schaffen. Ganz im Gegenteil. Durch den Vorwurf und den darauffolgenden Gegenvorwurf kommt ein Stein ins Rollen, und aus dem ursprünglichen Problem werden plötzlich ziemlich viele.

Die Lösung

Sagen Sie ihrem Lebenspartner was Sie bedrückt, und tun Sie es sobald es Sie bedrückt. Warten Sie nicht Tage auf einen „günstigen“ Zeitpunkt. Das fordert etwas Mut und drückt einwenig auf das Ego, ist aber von existentieller Bedeutung, wenn Sie eine Eskalation vermeiden wollen. Was den Lebenspartner anbelangt, so sollte er die Vorwürfe oder Bitten anhören, ohne zu unterbrechen oder gleich einen Gegenangriff zu starten. Reden und Zuhören. Klingt eigentlich ziemlich logisch, ist für die meisten Kriege(r) aber ein Fremdwort. Die friedliche Lösung ist also wohl das Anhören des Vorwurfes gegen einen selbst. Denn oft macht man große Fehler, ohne es zu merken.

Schuld, Schuld, Schuld

Die Schuldfrage ist alles andere als eine notwendige. Wenn sie dem Gegenüber etwas vorwerfen und ihm dann auch noch die Schuld wie Salz in die Wunde streuen, wird es ihm noch schwerer fallen einen Fehler (womöglich auch sich sebst) einzugestehen. Die Schuld ist nicht das Problem des Streits. Legen Sie den Stolz beiseite, dann wird es auch das Gegenüber tun. Das gilt für das streitende Paar genau soviel wie für die Mutter, die ihrem Kind gerne klarmachen würde es solle das Zimmer aufräumen. Packen Sie mit an. Räumen Sie (das Problem) mit auf. Wenn Sie Lösungsbereitschaft teilend zeigen, überwinden Sie ihren Stolz. Sieht das das Gegenüber, wird es darauf äußerst positiv reagieren.

Vermeidung

Der Konflikt kann nicht vermieden werden. Der Streit aber schon. Dafür gibt es keine Zauberformel, es ist lediglich eine Frage der Selbstbeherrschung und des eigenen Stolzes. Legen Sie diesen beiseite, auch wenn es schwer ist. Zeigen Sie Schwäche, denn sie eingestehen und zeigen zu können ist eine große Stärke. Umarmen sie ihren Partner während einem Konflikt – dies zeigt Vertrauen. Gestehen Sie Fehler ein. Auch Sie sind nicht perfekt. Vor allem in Beziehungen kann das offene Zeigen der Schwäche die beiden Streitenden viel mehr zusammenschweißen als man glaubt.

So kann aus einem Streit ein Konflikt mit Lösungsbereitschaft, eingestandenen Fehlern, und Vertrauen dem anderen gegenüber werden. Probieren Sie es aus. An Möglichkeiten fehlt es ja nicht.

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