Heimliche Liebe : Warum das Geheime, Verborgene oft reizvoll ist

Es stellt sich die Frage, welche Aspekte einer heimlichen Liebesbeziehung besonders an- und aufregend für beide Partner sein können.

Unter heimlichen Liebesbeziehungen sind nicht nur Affären oder Verhältnisse zu verstehen, die meist im Verborgenen geführt werden, da mindestens einer der Beteiligten in einer anderen, festen Partnerschaft lebt, sondern auch „vollwertige“ Beziehungen, von denen das Umfeld des Pärchens jedoch nichts weiß. Manchmal gibt es besondere Gründe, die in der Familie von einem der Partner liegen – beispielsweise möchten die Eltern der 16-jährigen nicht, dass sie schon in dem jungen Alter einen Freund hat, damit sie die Schule nicht vernachlässigt oder die Eltern des türkischen Jungen wären gegen eine Beziehung mit einem deutschen Mädchen. Oft spielt somit bei heimlichen Beziehungen oder Verhältnissen auch der Reiz der „verbotenen Liebe“ mit hinein.

Vorteil einer heimlichen Liebesbeziehung: keine Einmischung von außen

Was Eltern, Freunde, Kollegen oder Bekannte nicht wissen, können sie auch nicht beurteilen. Bei einer Beziehung, die dem direkten Umfeld des Paares bekannt ist, erfolgen gerade bei Beziehungskrisen oder Streitigkeiten oft doch (gut gemeinte) Ratschläge und Einmischungen von außen, die gelegentlich auch sehr nervenaufreibend sein können – zu dem Stress in der Beziehung kommt noch weiterer Stress durch Einmischungen mit verschiedenen Sichtweisen hinzu. Im Kollegenkreis entfällt Klatsch und Tratsch über die Beziehung zwischen zwei Mitarbeitern.

Bei Beziehungen, die im Verborgenen geführt werden, entfallen (teilweise unqualifizierte) Einmischungen von Außen, so dass die Partner eventuelle Probleme und Schwierigkeiten alleine lösen können und müssen, ohne heulend zur Mutter oder zum besten Freund zu rennen.

Der Reiz des Geheimnisses

Viele Paare, die in einer heimlichen Beziehung leben, finden es besonders reizvoll, als Einzige das Geheimnis ihrer Liebe zu teilen. Häufig gibt es ihnen einen besonderen Kick, wenn sie sich heimlich irgendwo treffen müssen und eventuell Gefahr laufen könnten, doch irgendwann miteinander erwischt zu werden – und das nicht nur in sexueller Hinsicht.

Um jedes Restrisiko der Entdeckung ihrer heimlichen Liebe auszuschließen, müssen Paare in einer heimlichen Verbindung oft ihren Wohnort verlassen, um ganz sicher zu gehen, dass weder Eltern noch Freunde, Nachbarn oder Kollegen sie doch zufällig irgendwo treffen können. Das Gefühl, mit dem Anderen zumindest vorübergehend in eine andere Region durchzubrennen (und sei es nur für ein Wochenende), scheint einer der besonderen Reize in heimlichen Beziehungen zu sein. Gleichzeitig können beide Partner gegebenenfalls durch kurze gemeinsame Städtetrips ihren jeweiligen kulturellen Horizont erweitern.

Heimliche Liebe = Verbotene Liebe

Auch wenn dies nicht in allen Fällen zutrifft, müssen manche Liebesbeziehungen aus kulturellen, sozialen oder juristischen Gründen in aller Heimlichkeit geführt werden. Für soziale oder kulturelle Gründe wurden bereits in der Einleitung Beispiele angeführt. Juristisch relevant kann eine verbotene Liebe werden, wenn einer der beteiligten Partner noch nicht volljährig ist. Im Fachjargon hieße dies „Unzucht mit Minderjährigen“, wobei fraglich ist, ob alle Eltern den 18-jährigen Freund ihrer 17-jährigen Tochter vor den Strafrichter zerren würden, wenn es zu sexuellen Zärtlichkeiten gekommen ist. Relevanter könnte dieser Aspekt werden, wenn sich ein halbwüchsiges Mädchen mit einem Mann über Vierzig einlässt – auch freiwillig und aus Liebe.

Bei in der Regel heimlich geführten Beziehungen zwischen volljährigen Schülern/Schülerinnen und ihrem Lehrkörper bestünde zumindest das juristische Problem der Unzucht mit Abhängigen, da der Schüler solange vom Gutdünken des Lehrers abhängt, bis er nicht mehr von ihm unterrichtet wird beziehungsweise er/sie die Schule mit Abitur oder Fachhochschulreife verlassen hat. Analog gilt dies auch für eine Beziehung zwischen Chef und Angestellter.

Abgesehen von den eher trockenen rechtlichen Aspekten spielt gerade bei sehr jungen Menschen auch der Reiz des Verbotenen eine große Rolle, was sich nicht nur auf Rauschmittel aller Art, sondern auch auf die Partnerschaft beziehen kann. Sie empfinden sich oft als besonders erwachsen und reif, wenn sie eine verbotene Liebe führen, für die sie ganz allein beziehungsweise zusammen mit ihrem Partner verantwortlich sind.

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