Holunder – Blüten und Beeren für Sirup, Saft und Gelee

Holunder ist nicht nur bei Erkältungskrankheiten medizinisch wirksam, er lässt sich auch in der Küche vielseitig verarbeiten.

Der Holunderbusch gehört zur Familie der Geißblattgewächse und ist hauptsächlich in Europa und im westlichen Teil Asiens heimisch. Die Blüten reifen je nach Region und Wetter Mitte Juni bis Anfang Juli, die Beeren im Hoch- bis Spätsommer. Holunder wurde schon vor Jahrhunderten aufgrund seiner heilsamen Eigenschaften angepflanzt. Häufig entdeckt man ihn in der Nähe von alten Klöstern oder auch Häusern, denn hier sollte er Schutz gegen böse Geister bieten.

Gesundheitliche Wirkungen von Holunder

Milde Pflanzenaufgüsse beziehungsweise Tees aus (frischen oder getrockneten) Holunderblüten sollen bei Erkältungen und Grippe helfen, unter anderem Katarrh und Nebenhöhlenbeschwerden zu mindern. Solch ein Holunderblütentee kann entzündungshemmend und sehr schweißtreibend wirken. Auch bei Heuschnupfen hat er sich bereits bewährt. Auch der vitamin- und mineralstoffreiche Holunderbeersaft wirkt, als Heißgetränk zubereitet, schweißtreibend und fiebersenkend. Ein Tee aus getrockneten Beeren kann bei Verstopfung und auch bei Nervosität helfen.

Verwendung von Holunderblüten und Holunderbeeren in der traditionellen Küche

Essbare Teile des Holunders sind die Blüten und später auch die reifen Beeren. Für traditionelle Hollerküchle werden die Blütendolden kurz gewaschen, in Eierkuchenteig gewendet und anschließend in heißem Öl ausgebacken. Aus den Blüten lässt sich weiterhin ein leckerer Sirup herstellen, den man mit Mineralwasser gemischt zu einem erfrischenden Getränk machen kann. Ansonsten verarbeitet man die Beeren hauptsächlich zu Saft oder Marmelade.

Herstellung von Sirup aus Holunderblüten

Für die Zubereitung von Holunderblütensirup gibt es regional unterschiedliche Rezepte, viele Familien besitzen ihr eigenes Hausrezept. Eine Variante, um den goldgelben, geschmacksintensiven Sirup zu gewinnen, lautet wie folgt:

  • 2 Liter Wasser mit
  • 3 kg Zucker aufkochen bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.
  • 5 Päckchen Zitronensäure und den Saft von 2 Zitronen hinzugeben.
  • Die Blüten von ca. 30 Dolden hinzugeben, unterrühren und nochmals aufkochen.
  • Das Ganze zugedeckt 24 Stunden ziehen lassen und anschließend durch ein Tuch abseihen und abfüllen.

Für eine kalorienarme Variante lässt sich auch Gelierzucker 3:1 verwenden. Hiervon ist dann nur noch etwa 1 kg notwendig.

Holunderbeersaft / Fliederbeersaft und Holunderbeergelee

Zu einem vitaminreichen Getränk oder auch wärmenden Heißgetränk mit oder ohne „Schuß“ lassen sich die vollständig reifen Beeren des Holunderbusches verarbeiten. Hierzu sollten sie sehr gründlich verlesen werden.

  • 1 Kg Holunderbeeren mit
  • 1/2 Wasser aufkochen und anschließend durch ein Sieb streichen.
  • Den Saft mit 150 g Zucker nochmals 5-10 Minuten kochen und dann noch heiß abfüllen oder mit Gewürzen, Alkohol etc. zu einem Heißgetränk weiterverarbeiten.

Holunderbeergelee lässt sich gut pur zubereiten mithilfe von Gelierzucker oder auch in Kombination zum Beispiel mit Äpfeln oder Bananen. Hierzu ebenso die Beeren (und gegebenenfalls andere Früchte) gründlich waschen und verlesen, mit Gelierzucker und Wasser aufkochen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist und noch heiß in Gläser füllen.

Tipps und Tricks

  • In Stielen, Blättern und unreifen Beeren ist Sambunigrin enthalten. Es kann Brechreiz auslösen, daher sollten die reifen Früchte immer gründlich verlesen werden.
  • Beim Ernten sollten sehr reife Holunderbüsche in sonniger Lage bevorzugt werden. Hier lassen sich die Früchte leicht mit einer Gabel abstreifen und die Ernte ist weniger zeitaufwändig.

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