Japanisches Heilpflanzenöl: richtige Anwendung und Gegenanzeigen

Was muss man vor der Anwendung von Japanischem Heilpflanzenöl beachten und wie wird das pflanzliche Arzneimittel dosiert?

Es ist beinahe schon ein Klassiker, denn seine Wirkungen sind vielfältig: Japanisches Heilpflanzenöl hilft bei Atemwegserkrankungen, funktionellen Magen-Darm-Beschwerden, die mit Blähungen einhergehen, Juckreiz, Kopfschmerzen sowie Muskel- und Nervenschmerzen. Die Pflanze ist eine Mentha-Art, die allerdings nicht nur in Japan, sondern auch in Brasilien und Indien kultiviert wird. Sie enthält als Hauptwirkstoff das japanische Minzöl, das dem europäischen Pfefferminzöl sehr ähnlich ist, aber einen deutlich höheren Anteil an Menthol hat. Weitere Wirkstoffe sind Pinen, Limonen, Methon, Methylacetat und Piperiton. Wer das ätherische Öl schon einmal verwendet hat, kennt die starke Wirkung auf Haut und Schleimhäute. Daher verträgt nicht jeder dieses scharf riechende und schmeckende Pflanzenheilmittel.

Wer darf Japanisches Heilpflanzenöl nicht anwenden?

Es versteht sich fast von selbst, dass man bei Überempfindlichkeit auf Minzöl oder Menthol auf eine Anwendung verzichten sollte. Aber auch Asthmatiker, die leicht auf stark aromatische Stoffe mit Atemnot reagieren, dürfen Arzneizubereitungen mit diesem Inhaltsstoff nicht verwenden, schon gar nicht pur. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr kann es beim Einatmen von Minzöl zum Kehlkopfkrampf kommen, daher ist es für sie ebenfalls tabu. Patienten mit Gallenblasenentzündungen, einem Gallenblasenverschluss, Gallensteinen oder schweren Leberschäden müssen das Öl in jeder Anwendungsform ebenfalls meiden.

Verletzte Haut und Schleimhäute sowie Augen dürfen auf keinen Fall in Kontakt mit Minzöl kommen. Schwangere müssen unbedingt Ihren Frauenarzt befragen, ob sie es einnehmen dürfen oder nicht. Erfahrungen mit Japanischem Heilpflanzenöl während der Schwangerschaft liegen bisher nicht vor, daher ist Vorsicht geboten. Während der Stillzeit sollte sich die Mutter nicht im Brustbereich damit einreiben, da die Dämpfe automatisch vom Säugling aufgenommen würden.

Minzöl richtig anwenden und dosieren

Da das ätherische Öl eine starke Wirkung hat, darf es nur in geringen Mengen eingenommen oder eingerieben werden. Meist genügt ein Tropfen, um die entsprechenden Beschwerden zu lindern. Wer zu viel nimmt, riskiert Reizungen an Haut oder Schleimhaut. Bei Verdauungsproblemen empfiehlt es sich daher, nur ein bis zwei Tropfen in einem Glas mit warmem Wasser verrührt langsam auszutrinken. Bei Kopfschmerzen reicht ein Tropfen aus: Man verreibt ihn auf der Stirn, im Nacken oder jeweils ein Tropfen an den Schläfen, muss aber darauf achten, dass man nicht in die Nähe der Augen kommt, da bereits die Dämpfe zu Reizungen führen können.

Bei Muskel- und Nervenschmerzen sowie Juckreiz darf man etwas großzügiger dosieren und drei bis vier Tropfen auf die betroffenen Partien auftragen. Auch zum Inhalieren ist die gleiche Menge geeignet. Wer lieber mildere Dampfbäder mag, fängt mit einem Tropfen an und kann bei Bedarf nachdosieren. Bei Hustenreiz gibt man einen Tropfen auf den Handrücken und leckt ihn ab. Beim Einatmen fühlt sich die Luft kalt an, was den Reiz in Hals und Bronchien meist nach wenigen Sekunden hemmt. Alle Anwendungen dürfen mehrmals täglich wiederholt werden. Geeignet sind sie für Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren.

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