Kaufberatung: LCD- und Plasma-Fernseher

Darauf müssen Sie beim Kauf eines Flachbildfernsehers achten.

Soll es ein LCD- oder Plasma-TV werden? Mit Full-HD, Active Backlight und 24p-Modus? Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen und helfen Ihnen bei der Kaufentscheidung.

Wer sich für einen neuen Fernseher entscheidet, wird heute meistens bei Flachbildfernsehern fündig. Doch ist das Angebot an Geräten im Elektronikfachhandel oder gar im Internet schlichtweg erschlagend. Erschwerend kommt hinzu, dass die Werbung voll mit Anglizismen, Fachbegriffen und oft auch jeder Menge Marketing-Unsinn ist. Wer soll da noch den Überblick behalten und sich guten Gewissens für ein Gerät entscheiden?

Damit Sie auch ohne Elektrotechnik-Studium oder einen Abschluss in Digitaltechnik eine Auswahl treffen können, helfen wir Ihnen bei der Qual der Wahl: Wir zeigen Ihnen, worauf es bei beim Kauf ankommt und erklären Ihnen die wichtigsten Fachbegriffe. Tipp: Drucken Sie diese Kaufberatung einfach aus und nehmen Sie sie mit zum Shoppen – So haben Sie die wichtigsten Details und Fachbegriffe stets parat.

Der Bedarfs-Check – Was brauchen Sie?

Beginnen wir bei der Art Ihres TV-Empfangs und den Zuspielern, die Sie bereits nutzen: Wie kommen die Signale in Ihren jetzigen Fernseher? Schauen Sie per DVB-T? Dann nutzen Sie sicher einen entsprechenden Empfänger. Den können Sie entweder an den neuen Fernseher anschließen oder direkt einen neuen Fernseher mit DVB-T-Empfang kaufen – ganz wie Sie möchten. Funktionieren wird beides, bequemer ist die Variante mit integriertem DVB-T-Empfänger, weil Sie so nur eine Fernbedienung benötigen. Für Kabelkunden oder Sat-Zuschauer ist ein integrierter DVB-T-Empfänger uninteressant – und integrierte Sat-Empfänger werden leider nur sehr selten und dann oftmals zu einem stolzen Preis angeboten, ebenso wie digitale Kabelempfänger (DVB-C).

Sie haben einen DVD-Player, einen Videorekorder oder einen Sat-Receiver? Wie sind die Geräte momentan mit dem TV verbunden? Bieten die vorhandenen Zuspieler eventuell qualitativ bessere, aber bislang ungenutzte Anschlussmöglichkeiten? Eine Übersicht der wichtigsten Anschlüsse finden Sie im Anhang des Artikels, ebenso passende Abbildungen. So können Sie die Verbindungen mit Hilfe des jeweiligen Geräte-Handbuchs optimal zuordnen.

Tipp: Denken Sie über eventuelle Änderungen nach: LCD- und Plasmafernseher entlarven eine schlechte Bildquelle viel stärker als Röhrenfernseher. Vielleicht ist es ja angebracht, Ihren verstaubten analogen Sat-Receiver in Rente zu schicken, um sich ein qualitativ besseren Digitalempfänger zuzulegen – Oder sind Sie Kabelkunde? Viele Kabelbetreiber bieten digitales Kabelfernsehen gratis oder für kleines Geld an – eine lohnenswerte Investition. Vielleicht planen Sie aber auch bald den Kauf einer Spielkonsole? Welche Anschlüsse müssen dafür vorhanden sein?

Wie groß darf es sein und was ist besser: Plasma oder LCD?

Egal, wie verlockend es auch sein mag: Kaufen Sie Ihren LCD- oder Plasma-TV nicht überdimensioniert. Gerade bei HD-Ready-Fernsehern sieht eine zu große Bilddiagonale bei zu kurzem Betrachtungsabstand relativ schlecht aus. Die Faustformel: Sehabstand = 2,5 x Bilddiagonale. Bedeutet: Ein 42-Zoll-Fernseher (Bilddiagonale 107 Zentimeter) sollte mindestens 2,7 Meter vom Auge des Betrachters entfernt stehen. Ist der Abstand zum Fernseher geringer, sollten Sie das Gerät besser eine Nummer kleiner wählen. Umgekehrt bei Full-HD-Geräten: Da Full-HD eine höhere Auflösung und damit eine feinere Darstellung bietet, kann man hier die Bilddiagonale eine Nummer größer wählen.

Bei der Frage Plasma oder LCD gibt es keine klare Antwort: Aber meist erübrigt sich die Frage ohnehin nach der Wahl der Bilddiagonale – Plasma-TVs gibt es erst ab 37 Zoll aufwärts. Und vergessen Sie das Märchen, dass Plasma-TVs Stromfresser sind: LCDs und Plasmas unterscheiden sich bei gleicher Bilddiagonale im Verbrauch kaum noch. Legen Sie sich also im Vorfeld nicht fest, was die Bildschirmtechnik angeht – Hier zählt Ihr persönlicher Eindruck vom Bild. Meist wirken LCDs pixeliger als Plasmas – und trotz aller Technik sind die Bilder von LCDs seitlich betrachtet immer fahl und grau.

HD-Ready oder Full-HD?

Wenn es nach den Herstellern und Händlern geht, muss es ein Full-HD-Gerät sein. Doch wer kann HDTV tatsächlich nutzen? Ein Beispiel: Erst ab 2010 wollen ARD und ZDF etwa ein Viertel ihres täglichen Programms in HD ausstrahlen. Ebenso Pro Sieben und Sat1: Die Sendergruppe will ebenfalls ab 2010 Teile ihres Programms in HD ausstrahlen. Momentan kann man HD nur über Anixe HD oder kostenpflichtig über Premiere empfangen. Prüfen Sie daher genau, wie wichtig Ihnen die volle HDTV-Auflösung ist. Wenn Sie planen, HDTV per Blu-Ray-Player zu gucken, sollten Sie tatsächlich in perfektes Full-HD investieren. Wenn nicht, können Sie getrost zu HD-Ready greifen: Das Bild ist für SDTV und HDTV gleichermaßen gut und ebenso zukunftssicher wie Full-HD. Benötigen Sie zu diesem Thema konkrete Produktvorschläge? Hier finden Sie aktuelle Produktbeispiele und Preisinformationen.

Sinnvolle und unsinnige Ausstattungen

Eine Frage des persönlichen Geschmacks sind (teure) Spielereien wie die Rahmenbeleuchtung Ambilight von Philips, ein motorbetriebener Standfuß, der sich per Fernbedienung drehen lässt oder ein Cardreader, wenn Sie keine Digitalkamera besitzen. Sinnvoll sind dagegen: Ein Lichtsensor, der das Umgebungslicht misst und das Bild optimal einstellt, ein echter Ein- und Ausschalter sowie ein gut zugänglicher Front- oder Seitenzugang zum Anschluss eines Camcorders.

Gängige Bilddiagonalen: Zoll, Zentimeter und optimale Entfernungen bei HD-Ready-Geräten

19″ – entspricht 48 Zentimeter, Sehabstand mindestens 120 Zentimeter

32″ – entspricht 81 Zentimeter, Sehabstand mindestens 203 Zentimeter

37″ – entspricht 94 Zentimeter, Sehabstand mindestens 235 Zentimeter

40″ – entspricht 102 Zentimeter, Sehabstand mindestens 255 Zentimeter

42″ – entspricht 107 Zentimeter, Sehabstand mindestens 268 Zentimeter

Die wichtigsten Fachbegriffe:

24p – Optimal synchronisierte Darstellung ohne Ruckler bei Hollywood-Filmen mit 24 Bildern pro Sekunde

100Hz-Technik – Bessere Darstellung von schnellen Bewegungen und Kameraschwenks

Active Backlight – Partielle Abdunkelung von LCD-Hintergrundbeleuchtungen für ein satteres schwarz

Blu-Ray – Nachfolger der DVD, bietet mehr Speicherplatz und kann daher HD-Videos speichern

DVB-T – Digitales Antennenfernsehen

Full-HD – Optimaler Standard zur pixelgenauen Darstellung von HDTV (Auflösung 1920 x 1080 Bildpunkte)

HDMI – Anschlussnorm für digitale Audio- und Videosignale (HDTV)

HD-Ready – Basis-Standard zur Darstellung von HDTV (Meist in Verbindung mit einer Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten)

HDTV – High Definition Television, hochauflösendes Fernsehen

Komponente – Anschlussnorm für analoge Videosignale (HDTV)

LCD – Bildschirmtechnik, bei der der gesamte Hintergrund permanent leuchtet und die Bildpunkte durch das Umschalten von Licht-Barrieren gebildet werden

Plasma – Bildschirmtechnik, bei der die einzelnen Bildpunkte leuchten können

SDTV – Standard Definition Television, Fernsehen in Standard-Auflösung

Scart – Anschlussnorm für analoge Audio- und Videosignale

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