Kwaß – ein Getränk für Wellness und Gesundheit

Milchsäure, die probiotisch wirkt, vitalisiert den Körper.

Kwaß ähnelt dem in Deutschland entwickelten Brottrunk, enthält im Gegensatz zu diesem aber Alkohol. Ein klassisches Kwaß-Rezept.

Kwaß ist ein alkohol- und kohlesäurehaltiges Getränk, welches besonders in Russland, der Ukraine, Estland Polen und in den baltischen Staaten gerne getrunken wird. In Litauen ist Kwaß unter dem Namen (Duonos) Gira, in Lettland als Kvass und in Estland unter Kali bekannt. Kwaß kann aus Getreide, Birnen oder anderen Früchten hergestellt werden. Klassischerweise wird er mit Roggenbrot zubereitet und heißt darum auch „Brotgetränk“ .

Ein russische Volksweisheit besagt: „Nicht der Pelz hält warm, sondern das Brot“ und lobt damit auch die Gesundheit fördernde Milchsäure, die bei der Herstellung von Kwaß entsteht. Das Wort Kwaß bedeutet so viel wie „saurer Trank“ oder „Gegorenes“. Er schmeckt leicht säuerlich und hat eine gelbe bis hellbraune Farbe. Kwaß enthält durchschnittlich 0,05-1,44 Prozent Alkohol und hat, durch seinen Milchsäuregehalt von rund 0,18-0,48 Prozent, eine verdauungsfördernde Wirkung. Kwaß wird im Sommer in vielen Teilen Russlands und der Ukraine auf der Straße aus Tankwagen angeboten, wird heute aber auch in Flaschen als Erfrischungsgetränk im Supermarkt angeboten. Kwaß, aber auch der alkoholfreie Brottrunk wirken ähnlich probiotisch, wie in Japan das Miso.

Der in Deutschland entwickelte Brottrunk enthält keinen Alkohol

In Deutschland wurde vom Bäckermeister Wilhelm Kanne von 1945 an unter seinem Namen ein Brottrunk entwickelt. Dieser hat den Vorteil, dass bei seiner Herstellung kein Alkohol entsteht.

Milchsäure vergorene Lebensmittel erhalten gesund

Mediziner stellten weltweit fest, dass in Gegenden, in denen viele Milchsäure vergorene Speisen verzehrt werden, die Bevölkerung gesünder ist und länger lebt. Dort werden viele Lebensmittel traditionell nach diesem schonenden Konservierungsverfahren für den Winter eingelegt. Ein Vorteil: Die Inhaltsstoffe der Lebensmittel bleiben erhalten.

So wirkt Milchsäure:

  • keimtötend
  • regt den Stoffwechselprozess an
  • beeinflusst die Darmflora günstig
  • vitalisiert

So wird der klassische Kwaß hergestellt

Für die klassische Zubereitung von Kwaß werden etwa zwei Tage benötigt. Je nach Außentemperatur ist der Kwaß nach ein oder zwei Tagen oder bis zu einer Woche trinkfertig. Diese Gegenstände werden bei der Kwaßherstellung benötigt: Zum Vergären können kleine Spezialbehälter mit Gärspund, aber auch große offene Gefäße verwendet werden (im Haushaltswarengeschäften erhältlich)

Zutaten:

  • 250 g Roggenbrot
  • 2 l Wasser
  • 1 Würfel Hefe
  • 100 g Zucker
  • 30 g Rosinen

Das Roggenbrot wird in dünne Scheiben geschnitten und bei 150 Grad im Backofen geröstet. Es kann auch altes, hartes, zerkleinertes Roggenbrot verwendet werden. Das Brot wird in den Gärbehälter, Topf oder Schüssel gelegt und mit dem aufgekochten und auf etwa 60 Grad abgekühlten Wasser übergossen. Der Behälter wird, gut abgedeckt, über Nacht stehen gelassen. Am nächsten Morgen wird etwa 50 ml Wasser erwärmt. Hefe und Zucker werden in das lauwarme Wasser gerührt und etwa 15 Minuten gehen gelassen. Anschließend wird dieses Hefegemisch mit dem Kwaß verrührt und alles nochmals 5-10 Stunden, bis sich auf der Oberfläche ein weißer Schaum bildet, ruhen gelassen. Der fertige Kwaß wird durch ein Sieb oder Tuch gegossen und in Flaschen gefüllt. Die Flaschen dürfen nicht ganz gefüllt und nicht fest verschlossen werden. Einige Hausfrauen schwören darauf, dass der Geschmack durch eine erneute Zugabe von Rosinen in die Flaschen lieblicher wird und Kwaß nach einer weiteren Reifezeit von zwei bis drei Tagen kühl gelagert erst richtig gut wird.

Kauf von Instant-Kwaß möglich

Bei der Herstellung von Kwaß kann es beim Gärprozess leicht zu einer Fehlgärung kommen. Um sich sicher zu sein, einen gesunden Kwaß herzustellen, kaufen viele deutsche Verbraucher in russischen Läden Instantpulver zur Kwaßherstellung. Dieses braucht nur im Wasser angerührt und mit Hefe versetzt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.