Leben mit Hepatitis C

Hepatitis C wird schwer erkannt und führt unbehandelt zu Leberzirrhose sowie möglicherweise zum Karzinom. Die Therapie ist langwierig.

Die durch ein Virus ausgelöste Leberentzündung Hepatitis C beeinträchtigt die Lebensqualität stark. Das zu Grunde liegende Virus ist überhaupt erst seit 1989 bekannt. Von ihm existieren sechs verschiedene Geno-Typen mit an die 30 Untertypen. Krank machen sie alle. Für die Therapie ist deren Unterscheidung wichtig.

Derartige Infektionen sind inzwischen weit verbreitet und stellen ein schwerwiegendes medizinisches und gesundheitspolitisches Problem dar. In vier von fünf Fällen verläuft die Krankheit chronisch und führt in vielen Fällen zur Leberzirrhose, in einigen Fällen auch zum Karzinom. Bislang ist es nicht gelungen, eine Schutzimpfung zu entwickeln.

Symptome von Hepatitis C sind meist untypisch

Viele Jahre sind die Kranken beschwerdefrei. Daher bleibt die Infektion lange Zeit unerkannt. Die Fachleute erwarten, dass der Gipfel dieser Krankheitsentwicklung erst in einigen Jahren erreicht werden wird. Schon jetzt ist die Hepatitis C einer der häufigsten Gründe für Leberstransplantationen.

Weltweit sind mit 180 Millionen Menschen rund drei Prozent der Bevölkerung infiziert. In Deutschland sollen es bis zu einer halben Million Menschen sein. Auf 100.000 Einwohner kamen 2008 rund 7,5 Neuerkrankungen. Die Fachleute gehen davon aus, dass nur zehn Prozent der Erkrankungen erkannt werden.

Dies umso weniger, als dass die Anzeichen für eine solche Erkrankung meist nicht spezifisch sind. So können grippeartige Symptome, Kraftlosigkeit, allgemein reduziertes Wohlbefinden, Müdigkeit, Übelkeit, Druck im Oberbrauch und Appetitlosigkeit auf die Infektion hinweisen. Eine „stille Epidemie“ nennen europäische Drogenfachleute diese Krankheit.

Übertragungswege des Virus

Übertragen wird das Virus meist durch Kontakt mit kontaminiertem Blut. Bis 1990 waren Bluttransfusionen eine häufige Ursache. Besonders Drogenabhängige sind durch infizierte Spritzen und Kanülen gefährdet. Selten kommt es zu einer sexuellen Übertragung. Besonders gefährdet ist das medizinische Personal durch Unfallereignisse. Auch kann die Mutter das Virus auf ihr Kind vorgeburtlich übertragen. Umstritten ist, ob die Krankheit durch Stillen übertragen werden kann.

Die Inkubationszeit einer Hepatitis-C-Infektion beträgt zwischen fünf und zwölf Wochen. Nur ein Drittel der Erkrankten entwickelt eine Gelbsucht, Dunkelfärbung des Urins oder Entfärbung des Stuhls. Nach einem halben Jahr geht die Infektion in eine chronische Erkrankung über. Bis zu zwei Dritteln der Infizierten sind davon gefährdet.

Auf dem Weg zur Leberzirrhose

Die Entzündung schränkt die Regenerationsfähigkeit der Leber ein. Das Gewebe vernarbt. Giftstoffe können nicht mehr vollständig abgebaut, Eiweiße nicht mehr ausreichend produziert werden. Langfristig entwickelt bis zu einem Drittel der Patienten eine Leberzirrhose, die überdies zu einem Karzinom führen kann. Diagnostiziert wird die Hepatitis C durch Blutuntersuchungen. Allerdings sind Antikörper noch viele Jahre nach Ausheilung der Krankheit im Blut nachweisbar

Die Diagnose wird erschwert durch Alkoholmissbrauch, Autoimmunerkrankungen und Stoffwechselerkrankungen. Ultraschalluntersuchungen sind hilfreich. Die können auch bei der Früherkennung von Karzinomen helfen. Abschließend kann eine Leberpunktion Aufschluss geben.

Behandelt wird die Erkrankungen mit dem Gewerbehormon Interferon alfa. Die Pharmaindustrie hat in den letzten Jahren ständig verbesserte Wirkstoffe entwickelt und hofft auf einen endgültigen Durchbruch bis 2012.

Neue Wirksotffe bessern die Heilungschancen

Bei den Genotypen 2 und 3 wurde inzwischen ein Therapieerfolg von über 80 Prozent erreicht. Zur Therapietreue trägt bei, dass neuartige Medikamente nur einmal wöchentlich eingenommen werden müssen. Auch beim Genotyp 1 ist inzwischen eine merkliche Besserung möglich.

Problematisch aus der Sicht von Arzt und Patienten ist, dass mehr als ein Drittel auf eine solche Therapie entweder nicht anspricht oder einen Rückfall erleidet. Seit zwei Jahren ist für Rückfallpatienten eine neuartige Therapie mit Wirkstoffen unter den Handelsnamen PegIntro und Rebetol zugelassen.

Häufig leiden HIV-Patienten gleichzeitig an Hepatitis-C. Auch diese können mit der neuen Therapie behandelt werden. Bedenklich ist, dass auch nach einer Lebertransplantaion die Krankheit wieder auftreten kann. Hier muss erneut eine antivirale Therapie einsetzen. Frühere Drogenabhängige, die eine Substitionsbehandlung erhalten, können bei stabiler sozialer und psychischer Lage nach einem halben Jahr therapiert werden. Vermeiden lassen sich solche Infektionen nur durch strenge Hygiene.

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