Lebensfreude trotz Krebs?

Die moderne Medizin hat gerade im Bereich der Krebsforschung große Fortschritte gemacht. Neue Therapien ermöglichen nicht selten eine gute Lebensqualität.

Lebensfreude trotz Krebs?

Mehr als 400.000 Neuerkrankungen pro Jahr sprechen eine deutliche Sprache: die „Volkskrankheit“ Krebs betrifft einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung. Zwar sterben nach wie vor weit mehr Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen, aber für die Betroffenen ist die Diagnose „Krebs“ immer noch ein großer Schock. Allerdings hat die moderne Medizin gerade im Bereich der Krebsforschung große Fortschritte gemacht. Neue Medikamente und Therapien ermöglichen heutzutage meist ein Leben mit einer guten Lebensqualität.

Verbreitete Krebsarten

Während bei den Männern das Prostatakarzinom das häufigste Krebsleiden darstellt, ist bei Frauen die Gefahr an Brustkrebs (Mammakarzinom) zu erkranken, im Vergleich zu anderen Krebsarten am größten. Weit verbreitet ist immer noch der Lungenkrebs, in zunehmendem Maße auch bei weiblichen Patienten, der häufig durch das Rauchen verursacht wird. Krebserkrankungen an Darm oder Schilddrüse folgen in der Hitliste der häufigsten Krebsarten. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken. So erkranken am Prostatakarzinom überwiegend Männer jenseits der 50.

Überleben trotz Krebs?

Zwar steigt die Zahl der in Deutschland diagnostizierten Krebsfälle weiterhin an, doch liegt dies in der zunehmenden Lebenserwartung der hier lebenden Menschen begründet. Krebs ist in dieser Hinsicht ein typisches Altersleiden. Fünf Jahre, nachdem sie die Diagnose erhalten haben, leben laut Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums noch mehr als die Hälfte aller Betroffenen und haben damit gute Aussichten auf eine dauerhafte Heilung.

Wie entsteht ein Krebs im Körper?

Die Entwicklung einer Krebserkrankung vollzieht sich auf komplexe Weise in vielen Schritten. Die Gene in den menschlichen Körperzellen sind immer wieder von Veränderungen (Mutationen) betroffen. Normalerweise ist dies auch nicht schlimm, sofern die Zelle sich selbst reparieren oder abgestoßen werden kann.

Manchmal aber führen solche veränderte Erbinformationen im betroffenen Gewebe zu unkontrolliertem Wachstum: ein Tumor entsteht. Der Krebs kann in benachbartes fremdes Gewebe hineinwachsen oder über die Blutbahn an anderer Stelle Tochtergeschwülste bilden (Metastasierung).

Als Ursachen für die Krebsentstehung kommen sowohl äußere Einflüsse wie auch eine zufällige Entartung in Betracht. Die medizinische Forschung ist sich aber sicher, dass bestimmte Faktoren das Risiko, an Krebs zu erkranken, deutlich erhöhen.

Vorbeugung und Früherkennung

Als typische beeinflussbare Risikofaktoren gelten das Rauchen, Übergewicht, Alkohol und Stress. Genetische Faktoren können ebenso eine Rolle spielen wie Schadstoffe in der Luft oder Infektionen. Durch regelmäßige, intensive Sonnenbestrahlung steigt die Gefahr von Hautkrebs. Mit einer gesunden Lebensweise, die eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse sowie regelmäßiger Bewegung berücksichtigt, ist ein wichtiger Schritt vollzogen. Ein weiterer ist es, Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen und auf Veränderungen an seinem Körper zu achten. Denn je früher eine Krebserkrankung entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Bei Veränderungen wie Schwellungen oder Knoten, vergrößerten Lymphknoten am Hals oder in der Achselhöhle, hartnäckigen Wunden sowie sich verändernden Hautmalen, sollte unbedingt umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Moderne Mittel im Kampf gegen den Krebs

Zu kaum einer Krankheit wird so gründlich geforscht, wie zu Krebs. Laufend werden neue Medikamente erprobt und etablierte Präparate weiterentwickelt. Die Operationstechniken werden stetig verbessert und auch in der Strahlentherapie werden neue Erkenntnisse umgesetzt. Mit einer genauen, dreidimensionalen Erfassung des Tumors lassen sich die für die Krebszellen vernichtenden Gammastrahlen präziser als noch vor einigen Jahren auf ihr Ziel ausrichten. Die Bestrahlungsintensität sowie die Intervalle wurden zum Zwecke einer erhöhten Wirksamkeit angepasst.

Mit Chemie und Biomedizin gegen entartete Zellen

Weit verbreitet und in der Öffentlichkeit wohl bekannt sind die sogenannten Zytostatika, die in einigen Tumoren gut wirksam sind, indem sie das Zellwachstum hemmen. Sie gelten als die klassische medikamentöse Basistherapie bei Krebs, sind aber wegen ihrer teils heftigen Nebenwirkungen nicht unumstritten. Manchmal spielen Hormone bei der Tumorentstehung eine Rolle. Dann kann eine Hormontherapie Erfolg versprechend sein. In einigen Fällen kann eine Stärkung des körpereigenen Immunsystems mit regulierenden Substanzen wie Interferonen oder Interleukin-2 sinnvoll sein.

Neue Erkenntnisse aus der molekularbiologischen Forschung versetzen die Wissenschaftler nunmehr in die Lage, die Mechanismen der Tumorentstehung besser zu verstehen und Arzneimittel zu entwickeln, um die aus dem Ruder gelaufenen Prozesse, die bei der Krebsentstehung von Bedeutung sind, gezielt zu beeinflussen. Neueste Präparate greifen direkt in die bei Krebs außer Kontrolle geratenen molekularen Mechanismen des Zellwachstums ein oder unterbinden die Versorgung des Tumors durch umgebende Blutgefäße (Antiangionese-Therapien) und hungern ihn auf diese Weise aus. Hierzu zählen moderne Antikrebsmittel wie beispielsweise Herceptin® (Brustkrebs), Mab-Thera® oder auch Glivec®. Für die Zukunft hofft man auf eine Kombination solcher Mittel mit zellschädigenden Wirkstoffen.

Veränderte Anforderungen an den Patienten

Da sich die Krebserkrankung vom ehemals tödlichen hin zum eher chronischen Leiden entwickelt hat, gewinnen nun Begleitsymptome zunehmend an Bedeutung und damit ist auch die Initiative des Patienten wichtiger denn je zuvor. Ein wichtiges Ziel ist hierbei die Verbesserung der Lebensqualität. Gegen Schmerzen und Übelkeit bei einer Chemotherapie können weitere Medikamente helfen. Begleitende Therapien wie die Psychotherapie dienen der seelischen Unterstützung, Bewegung hilft gegen Antriebslosigkeit und Müdigkeit. Wird der Betroffene selbst aktiv und bewegt sich nach Kräften bevorzugt an der frischen Luft, so profitiert er in mehrfacher Hinsicht. Das Herz-Kreislaufsystem kommt in Schwung, der Körper wird gekräftigt und das Immunsystem gestärkt. Die Bewegung im Freien, das Licht und das Gefühl, selbst aktiv etwas gegen die Erkrankung zu unternehmen, hellt die Stimmung auf. Schon nach kurzer Zeit spürt man die Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit und erreicht so ein neues Selbstwertgefühl.

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