Medikamente in der Schwangerschaft – Schäden fürs Kind 

Bei jeder Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft muss ein Arzt um Rat gebeten werden, denn auch vermeintlich harmlose Präparate schaden dem Kind.

Für die meisten Mütter ist eine Schwangerschaft etwas Wunderschönes. Gerade in der ersten Zeit der Euphorie möchte man sich nicht mit eventuellen Krankheiten oder Medikamenten befassen.

Manche Krankheiten erfordern Medikamente

Viele Beschwerden während einer Schwangerschaft, wie z.B. fieberfreie Erkältungen oder leichte Schmerzen sind natürlich ohne Tabletten auszuhalten, doch es gibt Krankheitsbilder, die therapiert werden müssen. Es kann sein, dass diese während der Schwangerschaft erstmals auftreten, aber selbstverständlich haben auch chronisch kranke Frauen einen begründeten Kinderwunsch. Im Einzelnen können natürlich nur durch ein Gespräch mit dem behandelnden Gynäkologen oder durch den Besuch eines qualifizierten Beratungszentrums (z.B. die Gynäkologische Klinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena) die genauen Risiken für Mutter und Kind abgeschätzt werden.

Den Arzt über Medikamenteneinnahme informieren

Obwohl bei vielen Medikamenten bekannt ist, ob sie unbedenklich genommen werden können oder ob durch die Einnahme Gefahren für das Ungeborene bestehen, muss bei wirklich jeder Einnahme – auch wenn die Medikamente wie z.B. Paracetamol frei verkäuflich sind – der Arzt gefragt werden. Selbst pflanzliche Präparate oder Vitamine ( besonders gefährlich ist Vitamin A ) sind längst nicht immer unschädlich.

Das Kind schluckt mit

Jede Tablette, jeder Tropfen eines Medikamentes, den die Schwangere nimmt, gelangt auch zum Kind. Natürlich ist es daher am besten, während der Schwangerzeit und Stillzeit keinerlei Medikamente einzunehmen.

Krankheiten der Mutter – ebenfalls eine Gefahr fürs Kind

Doch es gibt Ausnahmen. Leidet die Mutter an chronischen Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck, Krampfanfällen, Diabetes oder Depressionen, ist es für das Ungeborene sowie für die Schwangere schädlicher, wenn die Mutter nicht therapiert wird.

Auch schwere akute Erkrankungen, wie z.B. hochfieberhafte Infektionen oder Entzündungen müssen behandelt werden. Hier können Antibiotika und Schmerzmittel notwendig werden.

Wichtig ist, dass die werdende Mutter jeden Arzt, den sie aufsucht, über ihre bestehende Schwangerschaft informiert! Auch der Augenarzt, der HNO-Arzt oder der Zahnarzt könnten in Unkenntnis der Schwangerschaft Therapien anordnen, die dem Kind schaden.

Contergan–Skandal – nie wieder

Insgesamt ist leider immer noch zu wenig über den Einfluss, den Medikamente auf das entstehende Leben haben, bekannt.

Vor ca. 40 Jahren haben extrem viele Schwangere das als sicher geltende Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan von ihrem Gynäkologen verschrieben bekommen. Diese Ärzte handelten nach bestem Wissen und Gewissen, denn Contergan galt als vollkommen unbedenklich. Mehr als 8000 Kinder mit Missbildungen der Extremitäten sind die Folge dieses „harmlosen“ Medikamentes.

Ältere Medikamente sind oft besser

Deshalb gilt heute die Prämisse, Schwangeren, wenn sie Medikamente benötigen, Präparate zu verschreiben, die schon länger auf dem Markt und deren Risiken abzuschätzen sind. Denn bei neuen Medikamenten liegen zu wenige Erfahrungen vor, um sie als unbedenklich einzustufen.

„Alles-oder-Nichts-Prinzip“ zu Beginn der Schwangerschaft

Wenn zu Beginn der Schwangerschaft – bis zum 15. Tag – schädigende Substanzen auf den Embryo einwirken, kommt es zu einer Reaktion nach dem „Alles-oder-Nichts-Prinzip“. Das werdende Kind übersteht die Schädigung entweder unbeschadet oder stirbt und geht mit der nächsten Regelblutung ab. So hart dies für die Eltern ist, diese Regelung der Natur ist sinnvoll, schützt sie doch das Kind vor späteren stärksten körperlichen und geistigen Missbildungen. Diese Kinder wären zu einem äußerst hohen Prozentsatz nicht lebensfähig.

Gefahr in der 6. – 12. Schwangerschaftswoche

Am empfindlichsten reagiert das Ungeborene in der Zeit zwischen der 6. und der 12. Schwangerschaftswoche. Dann entwickeln sich die inneren Organe, und Schädigungen zu diesem Zeitpunkt können zu schweren Fehlbildungen an Gehirn, Herz, den Sinnesorganen, Geschlechtsorganen sowie dem Gaumen (Wolfsrachen oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten) führen.

Das zweite Drittel

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel ist das Ungeborene in seiner Entwicklung schon weiter vorangeschritten und insgesamt resistenter gegenüber äußerlichen Einflüssen. Nichtsdestotrotz gibt es auch Medikamente, die zwischen der 12. und 24. Schwangerschaftswoche keinesfalls gegeben werden dürfen (z.B. das Antibiotikum Tetracyclin ) Bis zur 16. Woche ist die Entwicklung des Zentralen Nervensystems gefährdet, auch später kann es unter anderem zu Wachstumsstörungen des Skelettsystems und Zahnfehlbildungen kommen.

Die Geburt in Sicht – doch trotzdem Vorsicht

Im letzten Drittel der Schwangerschaft stellt sich die Situation noch einmal ganz anders da. Zwar ist der Fötus weiter gereift und dadurch widerstandsfähiger, aber jetzt können medizinische Präparate den Geburtsverlauf beeinflussen. Je nach Medikament kann es zu Früh- oder Fehlgeburten, zu verstärkten Blutungen oder zu Atemstörungen beim Neugeborenen kommen. Vorsicht ist also weiterhin angesagt!

Oft ist weniger mehr

Es ist voraus zu setzen, dass jede werdende Mutter das Beste für ihr Kind möchte. Umso verwunderlicher ist es, dass die Anzahl der Medikamente, die von Schwangeren genommen werden, sich mit 3-8 verschiedenen Präparaten nicht von dem Konsum nicht schwangerer Frauen unterscheidet.

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