Mit Bewegung den Ruhepuls senken

Die Inititave Pulsgesund will zu gesünderem Leben beitragen. Mit guten Ratschlägen sollen die Gefahren eines erhöhten Pulsschlages vermindert werden. Mehr als siebzig Schläge gefährden das Herz.

In einer groß angelegten internationalen Studie mit rund 11.000 Herzpatienten sind die Auswirkungen einer gezielten Pulssenkung untersucht worden. Dazu erhielten die Teilnehmer den neuartigen Wirkstoff Ivabradin. Der wirkt ausschließlich auf die Pulsfrequenz ohne andere Herzfunktionen zu beeinflussen.

Dabei hat sich erstmals herausgestellt, dass ein erhöhter Puls ab siebzig Schlägen pro Minute ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen am Herzen darstellt. Eine gezielte Pulssenkung kann das Herz schützen. Dazu sagt Professor Karl Werdan von der Martin-Luther-Universität in Halle: „Die Studie zeigt, dass der Puls einen genauso großen Einfluss auf den Verlauf von Herzerkrankungen hat wie Blutdruck oder Cholesterin.“

Internationale Studie zur gezielten Pulssenkung in 33 Ländern

An der Studie haben 10.917 Patienten mit koronarer Herzkrankheit in dreiunddreißig Ländern teilgenommen. Die neue Substanz wirkt direkt und ausschließlich auf den Taktgeber der Herzfrequenz und reduziert den Pulsschlag von Infarktpatienten um etwa zehn Schläge pro Minute – ausgehend vom Ruhepuls. Andere Herzfunktionen wie Schlagkraft, Blutdruck oder die Fähigkeit, sich zusammenzuziehen, bleiben unbeeinflusst.

Die Ergebnisse dieser Studie sind im August 2008 erstmals auf einer Fachtagung von europäischen Kardiologen in München vorgestellt worden und fanden dort große Beachtung. Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass bei mehr als siebzig Schlägen pro Minute das Risiko für einen Herz-Kreislauf-bedingten Tod um rund ein Drittel (34 Prozent), das allgemeine Risiko für einen Herzinfarkt sogar fast um die Hälfte (46 Prozent) steigt. Andererseits lässt sich die Prognose für derartige Patienten mit dem neuen Wirkstoff wesentlich verbessern. Bei mit Ivabradin behandelten Patienten sank innerhalb von zwei Jahren das Infarktrisiko um rund ein Drittel (36 Prozent). Bei der Koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose verengt. Wenn daraus eine Unterversorgung entsteht, die sich in Symptomen äußert, kommt es beispielsweise zu Angina pectoris oder gar zum Herzinfarkt.

Initiative Pulsgesund

Die neu gegründete Initiative Pulsgesund in Köln rät daher Herzpatienten, ihren Ruhepuls regelmäßig zu überwachen oder durch den Arzt überwachen zu lassen. Eine Broschüre soll über Möglichkeiten und Risiken dieses Patientenkreises informieren. Immerhin sind in Deutschland im Jahre 2017 fast 62.000 Menschen an einem akuten Herzinfarkt gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass koronare Herzerkrankungen weltweit bis 2030 das führende Gesundheitsproblem bleiben werden. Das Wissen über die Gründe von Herzerkrankungen, wie sie sich vermeiden oder lindern lassen, beeinflusst nachweislich den Krankheitsverlauf. Ein Wissen, das bei den Patienten noch immer unzureichend verbreitet ist.

Dies sollen die erwähnte Broschüre und die Internetseite der Initiative ändern. Die Ratschläge sind einfach und im Grunde nicht neu:

  • Mehr Bewegung
  • Mehr Obst und Gemüse verzehren

Das reicht bei vielen Menschen schon aus, um den Puls zu reduzieren.

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