Motivation für Anfänger im Fernstudium

Schwierigkeiten, die Motivation aufrechtzuerhalten. Fernstudien sind nicht immer leicht. Sie gewährleisten eine große Flexibilität, erfordern aber auch eine hohe Konzentration und ein großes Durchhaltevermögen.

Die Möglichkeit, ein Fernstudium zu absolvieren, gibt Menschen, die mitten im Berufsleben stehen oder Müttern mit Erziehungspflichten, die Chance, sich beruflich intensiv weiter zu entwickeln. Ein Fernstudium beinhaltet aber auch Gefahren in Bezug auf die Motivation.

Eine leichte Entscheidung

Der Einstieg ist immer einfach. Man hat seine Vorstellungen, welches Berufsbild interessant ist. Meistens findet man auch eine dazupassende Studienrichtung, die mal mehr und mal weniger Bereiche der einzelnen Interessensschwerpunkte abdeckt. Noch dazu ist der Zugang zu einem Fernstudium um vieles leichter als auf einer ordentlichen Universität: die Vorraussetzung eines Abiturs ist vielfach nicht mehr gegeben. Die Entscheidung für ein Fernstudium fällt also in den meisten Fällen nicht schwer. Die Vorfreude kann unermesslich sein und das Eintreffen der ersten Studienbücher wird sehnlichst erwartet.

Der hochmotivierte Start

Als Studierender – vor allem im ersten Semester – stürzt man sich dann auch sogleich auf die Literatur und verschafft sich einen Überblick, was denn alles zu tun ist. Alles ist neu, alles wirkt spannend. Und der Stoff ist doch gar nicht so viel. Man ist sich bewusst, dass eine gute Zeitplanung wichtig wird. Also erstellt man diese einmal. In diesem Moment bekommt der Studierende erstmals ein kleines Gefühl dafür, dass der Stoff doch ein beträchtliches Ausmaß hat. Aber egal – man hat doch noch fünf bis sechs Monate Zeit, alles zu bewältigen. Und so beginnt man, sich auf den Stoff zu stürzen. Anfangs macht es auch noch Spaß.

Nach einiger Zeit merkt man, dass der Zeitplan nicht so exakt eingehalten werden kann, wie man es sich zu Beginn vorgestellt hat. Sei es durch berufsbedingte Mehrarbeit, durch ungeplante private Termine, man hinkt einfach immer mehr nach. Ist egal – das wird noch alles nachgeholt, es ist ja noch ausreichend Zeit! Der Glaube, den Stoff schon noch unterzukriegen, bleibt aufrecht.

Die Schwierigkeiten werden bewusst

Je mehr Zeit vergeht, umso mehr gerät man in Rückstand. Zwischendurch kann sich schon Verzweiflung einschleichen beim Überblick, was noch alles zu tun und zu bewältigen ist. Ein großes Problem dieser Anfangsphase ist auch, den Inhalt der Lehrbücher überhaupt zu verstehen! Die Texte beinhalten Fachbegriffe und sind für Anfänger oft schwierig zu lesen. Man liest und grübelt, grübelt und liest, und hat den Inhalt des Textes noch immer nicht begriffen. Aber wen kann man nach Rat fragen? Es handelt sich schließlich um ein Fernstudium, somit sind auch keine Professoren für Rückfragen verfügbar. Und Internet-Foren, die es häufig für Studierende im Fernstudium gibt, werfen oft mehr Fragen auf als sie beantworten – man erkennt, dass es den meisten Studierenden so ergeht wie einem selbst.

Ein zusätzliches Problem stellt noch die Tatsache dar, dass für viele Fernstudierende die Schulzeit doch schon eine Weile zurückliegt und sie somit das Lernen „verlernt“ haben. Diese fehlende Orientierung, mit einem neuen Stoff umzugehen, macht sich spätestens bei der Prüfungsvorbereitung bemerkbar. Wie prägt man sich das Gelesene ein? Nach intensiver Beschäftigung mit dem Stoff ist ein Grundwissen vorhanden, nur wie kann man sich dieses neues Wirken merken, so dass es auch abrufbar ist?

Hinzu kommt noch die übliche Prüfungsangst. Je näher der Prüfungstermin rückt, umso größer wird die Unsicherheit. Viele Fernstudierende geben auf, vertrösten auf den nächsten Termin (der erst etwa ein halbes Jahr später stattfindet) und hoffen, bis dahin den Stoff verinnerlicht zu haben. Fernstudieren ist also nicht leicht. Erfreulicherweise gibt es Studierende, die sich der Herausforderung stellen und nicht verzagen.

Selbstmotivation ist angesagt

Ein Fernstudium erfordert eine hohe Konzentration, um regelmäßig den Alltag auszublenden und sich voll und ganz mit den Büchern zu beschäftigen. Und das ohne das übliche Netzwerk, das persönlich mit Rat zur Seite steht. Ein Interesse am Stoff ist unbedingte Voraussetzung. Ein wichtiger Aspekt ist auch das Durchhaltevermögen. Es hat keinen Sinn, zu verzweifeln. Die Devise ist, sein möglichstes zu tun und nicht aufzugeben.

Von Anfang an muss ein gewisser Zeitplan eingehalten werden, um zu vermeiden, am Ende nicht ausreichend vorbereitet in die Prüfung zu gehen. Und falls es doch mal vorkommt, dass einem die Zeit davonläuft, eine motivierte Einstellung aus Erfahrung: Kopf hoch, Zähne zusammen und zur Prüfung antreten. Geht es schief, passiert außer der bevorstehenden Wiederholung nichts, und geht es gut, dann ist die Freude doppelt so groß.

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