Neue Liebe am Arbeitsplatz: Einmischung Dritter

Ständige Interventionen von außen können nerven. Wenn sich gerade eine neue Beziehung anbahnt oder noch ganz frisch ist, wartet das direkte Umfeld oft mit (gut gemeinten) Ratschlägen auf.

Gerade bei sich anbahnenden oder gerade begonnenen Beziehungen am Arbeitsplatz folgen oft Einmischungen von außen, die jede Geste und jede Äußerung auf die eine oder andere Art bewerten. Manchmal steckt Sensationsgier der Kollegen dahinter, ob nicht etwa ein Skandal in der Luft liegt, über den getratscht werden kann. Gerade Bürobeziehungen sind gerne Gegenstand von vermeintlich tiefsinnigen Analysen, wobei die neue Liebe im ungünstigsten Fall auch durch ständige Einmischungen von Außen im Keim erstickt werden kann.

Sich nicht verunsichern lassen

Bahnt sich eine Beziehung zwischen Kollegen an, sollten beide Partner sich ihre eigenen Urteile über Verhalten und Äußerung des Anderen bilden. Häufig kommen dann jedoch vielfach auch gut gemeinte Ratschläge oder Analysen von außen, wie „Vielleicht ist ja doch alles ganz anders.“, „Hast du gesehen, wie er/sie Dich angeschaut hat?!“, „Das ist doch ein Indiz hierfür oder hierfür…“ Am besten können dies die beiden betreffenden Kollegen selbst beurteilen unter der Voraussetzung, dass man sich früher oder später öffnet – auch auf die Gefahr hin, dass manche Dinge wie Berührungen, Gesten oder Äußerungen fehlinterpretiert wurden.

Manchmal folgen auch offensive, teilweise unqualifizierte Kommentare aus dem Kollegenkreis wie etwa „Der/Die ist doch zu alt/zu jung/zu dick/zu dünn/zu groß/zu klein…“. Auch hier gilt: Wichtig sind die Gefühle der beiden Partner füreinander und nicht das, was das Umfeld meint – die Beiden müssen in der Beziehung miteinander klar kommen und nicht etwaige nörgelnde Dritte.

Bei Tratsch von unzufriedenen Kollegen: einfach weghören

Gerade unzufriedene Menschen neigen dazu, schöne Dinge schlecht zu reden oder total überzuinterpretieren – oft werden dann Dinge wie Zuneigung oder deren offensichtliche Bekundung eher in den Schmutz gezogen oder rein sexualisiert. In diesen Fällen ist es tatsächlich am besten, einfach wegzuhören und die Gemeinsamkeiten und/oder schönen Situationen mit dem Anderen zu genießen.

Sich nicht drängen lassen

Gerade wenn eine Beziehung noch nicht ganz fest ist oder noch nicht zu 100 % klar ist, ob zwischen zwei Menschen tatsächlich mehr als kollegiale Sympathien im Spiel sind, neigen auch wohlgesinnte Kollegen dazu zu sagen: „Klär die Situation jetzt ganz schnell, bevor du dich da in was verrennst…“

Es ist in jedem Fall richtig, gerade unklare Gefühlssituationen zwischen zwei Menschen schnellstmöglich zu klären, aber man sollte sich nicht drängen lassen. Zeit, Ort, die eigene Stimmung und die Umstände müssen stimmen. Es hat keinen Zweck, über Gefühle sprechen zu wollen, wenn einer der beiden Partner gerade im Stress ist, sich geärgert hat oder wenn schon das halbe Büro an der geschlossenen Tür klebt, um zu lauschen. Ruhe – am besten außerhalb des Büros – ist in diesem Fall die günstigste Rahmenbedingung.

Einmischungen von Dritten vermeiden: einige Tipps

  • am besten nur mit vertrauenswürdigen Kollegen/Kolleginnen über den Anderen sprechen, zu denen ein freundschaftliches Verhältnis besteht – Tratschtanten also meiden
  • kommen die Tratschtanten dann von sich aus angelaufen, um irgendwelche Interpretationen zu einer Situation oder einem Verhalten des Anderen abzugeben: freundlich, aber bestimmt in die Schranken weisen, nicht auf Diskussionen oder Analysen einlassen
  • Zärtlichkeiten im Büro sind tabu!
  • gemeinsame Gespräche und eine Klärung einer eventuell unklaren Gefühlssituation am besten außerhalb des Büros vornehmen, etwa in einem Café oder Restaurant, bei dem davon auszugehen ist, dass sich dort nicht ebenfalls massenweise Kollegen aus dem eigenen Unternehmen aufhalten. Auch ein gemeinsamer Spaziergang in ruhiger Umgebung kann eine ideale Rahmenbedingung sein.

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