Pelz – das Leiden für den Luxus

Im Winter und zur Weihnachtszeit geht es den Pelztieren wieder besonders an den Kragen.

Es gibt immer noch zu viele Leute, die es nicht besser wissen oder denen es egal ist, wie der Pelz tragfähig gemacht wurde. Dabei scheinen die Zeiten des Pelzes als Statussymbol zum Glück zumindest in der westlichen Welt vorbei zu sein. Das Image vom Pelz hat dank der Aufklärung von Tierschutzorganisationen über das blutige, grausame Geschäft mit den Fellen gelitten. Gerade bei der jüngeren Kaufklientel ist es eher verpönt, Pelz zu tragen. Verschiedene Umfragen in den letzten Jahren haben immer wieder bestätigt, dass ein Großteil der Deutschen Pelze und Pelzfarmen ablehnt. Und mittlerweile werden Pelzimitate auch von bekannten Designern salonfähig gemacht.

Aber die Pelzbranche versucht weiter, das Tierfell an den unwissenden oder gewissenlosen Kunden zu bringen. Bekleidung wird mit Pelz in allen möglichen Varianten verziert. Der Pelzimport aus China boomt und das macht das Material so sündhaft billig. Es gibt schon Mäntel mit Pelzkrägen für weit unter 50 Euro und mancher Kunde redet sich gerne ein, für den Preis kann das Fell am Kragen gar nicht echt sein. Falsche oder mangelhafte Auszeichnung des Materials macht es dem Verbraucher schwer, echten von künstlichem Pelz zu unterscheiden. Und wieder andere vertrauen auf die Beschönigung der „artgerechten Pelztierhaltung“. Aber, da sind sich alle Tierschutzorganisationen einig; kein Pelz kann ohne Tierquälerei produziert werden.

Wie viele Tiere braucht ein Pelzmantel?

Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes werden: In der EU jährlich circa 25 Millionen Tiere ihres Pelzes wegen getötet. Weltweit ungefähr 100 Millionen Füchse, Nerze, Waschbären, Chinchillas, Kaninchen, Wölfe, Bären und sogar Hunde und Katzen auf grausamste Weise gehalten und getötet. Für einen Pelzmantel müssen 40-60 Nerze sterben, 10-20 Füchse, 30-50 Waschbären, 6-10 Biber, 110 Eichhörnchen oder 130 – 200 Chinchillas.

Das trostlose Leben auf einer Pelztierfarm

Laut deutschem Pelzinstitut stammen: 47% aus der Pelztierfarmhaltung, 38% von Nutztieren aus der Landwirtschaft (Lamm, Schafe, Kaninchen) und 15 % aus dem Wildfang.

Die Pelzzucht ist besonders grausam. Pelztiere werden zu Massen in winzigen Drahtkäfigen gehalten und damit jeder Möglichkeit beraubt, sich artgerecht zu verhalten. Auf Pelztierfarmen werden nicht einmal die Mindestansprüche, die diese Tiere an ihre Umgebung stellen und die sie benötigen, um sich einigermaßen wohl zu fühlen, befriedigt.

Nerze, die normalerweise das Schwimmen zu ihrem Leben brauchen, haben keinerlei Bademöglichkeit. Füchse können nicht graben und wühlen und die spring freudigen Chinchillas sind zur Bewegungslosigkeit verurteilt. Keines dieser Tiere sieht jemals die Sonne, spürt den Wind in seinem Fell oder fühlt das Gras unter seinen Pfoten.

Das Leben dieser neugierigen, lebhaften Tiere ist eine einzige Qual. Fast alle zeigen stereotypisches Verhalten, das keinen biologischen Sinn macht. Wie das ständige Hin-und Herlaufen, die Selbstverstümmelung und der Kannibalismus. Verstörte Mütter fressen sogar ihren eigenen Nachwuchs auf.

Die qualvollen Tötungsmethoden finden allein unter dem Aspekt der Fellschonung statt. Vergasungen, Elektroschocks oder die Gift-Injektionen hinterlassen keine Spuren im Pelz.

Der Wildnis entrissen

Der Wildfang ist brutal. In freier Wildbahn werden Pelztiere auch heute noch in vielen Ländern mit Schlingen oder den Fangeisen gefangen. Die Tiere kämpfen oft tagelang um ihr Leben, bevor sie an Erschöpfung, Hunger, Durst oder an ihren Verletzungen sterben. Bei ihren verzweifelten Befreiungsversuchen reißen sie sich tiefe Wunden ins Fleisch, verrenken oder brechen sich die Gliedmaßen. Manche Tiere beißen sich sogar die eingeklemmten Pfoten ab, um zu entkommen.

Pelze aus der Nutztierhaltung

Auch der Pelz aus der Nutztierhaltung ist nicht weniger verwerflich. Vor allem Kaninchen werden ähnlich gezüchtet wie Nerze oder Chinchillas und vegetieren in viel zu kleinen Drahtkäfigen trostlos vor sich hin.

Die Gier nach dem Pelz kennt keine moralischen Grenzen

Die Felle von Persianern stammen von den Lämmern der Karakulschafe aus Afghanistan, Russisch-Zentralasien und Namibia. Unmittelbar nach der Geburt werden den Lämmern die Kehlen durchgeschnitten, um das weiche Fell zu verwerten. Als extrem ethisch verwerflich ist die Produktion des Breitschwanzpelzes zu bezeichnen. Dieser Pelz stammt von zu früh geborenen Lämmern. Die Frühgeburt wird oft künstlich verursacht, indem man die Bäuche der Mutterschafe aufschlitzt, um an das Ungeborene heran zu kommen. Das Muttertier verendet elend bei dieser barbarischen Praktik.

Katzen- und Hundefelle aus China

China ist der größte Pelzhersteller weltweit. Dort werden neben unzähligen Pelztieren auch ca. 1-2 Millionen Hunde und Katzen jährlich für ihr Fell getötet. Die Tötungsmethoden in Asien sind wie so oft gerade dort, als die grausamsten überhaupt anzusehen. Katzen werden stranguliert und ersticken langsam. Hunde zu Tode geprügelt. Den Tieren wird oft noch bei lebendigem Leibe das Fell abgezogen, weil das einfacher für die Arbeiter ist.

Zum Glück ist die Einfuhr von Katzen-und Hundefellen seit Ende 2008 in die EU verboten. Doch auch die anderen Pelztiere, die aus China weltweit exportiert werden, sterben oft noch bei vollem Bewusstsein, den höllischen Tod.

Die Zeiten sind vorbei, in denen die Menschen den Pelz brauchten, um die Kälte des Winters zu überstehen. Heute sind Pelze unnütze Luxusgüter, die auf dem unsäglichen Leid des Tieres produziert werden. Und mit nur ein bisschen Hintergrundwissen über das, was man da trägt und wie es dahin gekommen ist, kann sich niemand mehr wohl – oder schön fühlen in einem Pelz.

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