Radwandern im Chiemgau

Tourenvorschläge zeigen, wie lohnend es ist, einen der schönsten Zipfel Deutschlands mit dem Fahrrad zu erkunden.

Deutschlands südöstlichster Winkel ist der malerische Chiemgau. Namensgeber ist der Chiemsee, wegen seiner Größe auch Bayerisches Meer genannt. Die zauberhafte hügelige Landschaft mit zahllosen Gewässern wurde durch die Eiszeit geprägt. Flüsse und Seen beherrschen den nördlichen Chiemgau, während sich der Süden seiner bis zu 2.000 Meter hohen Bergen berühmen kann.

Von gemütlich bis schweißtreibend

So unterschiedlich wie die Landschaft sind auch die hier vorgeschlagenen Touren. Relativ eben sind die Strecken rund um den Chiemsee. Wer die sportliche Herausforderung sucht, findet sie im Voralpengebiet und die insbesondere für das Mountainbike geeigneten Steigerungen, je mehr man sich den Chiemgauer Alpen nähert.

Der Klosterweg

Langsam und beschaulich kann man es angehen lassen, wenn man mit dem 43 Kilometer langen Klosterweg beginnt. Diese Rundtour mit wenig Steigung und Gefälle führt streckenweise an den Flüssen Traun und Alz entlang und bietet weite Ausblicke in die malerische Landschaft. Zahlreiche Gaststätten verlocken zur Einkehr bei Bier und Weißwurst. Ihren Namen verdankt der Tourenvorschlag den sehenswerten Klöstern Baumburg in Altenmarkt an der Alz, Seeon im Klostersee und Frauenchiemsee auf der gleichnamigen Insel im Chiemsee.

Auf dem waldigen Hochufer am Zusammenfluss von Alz und Traun thront die ehemalige Augustiner -Chorherrenstiftskirche St. Margareth zu Baumburg, ein Juwel des Rokoko. Romantisch umrahmt vom Klostersee lädt die ehemalige Benediktinerabtei Seeon aus dem 11. Jahrhundert mit der romanischen Säulenbasilika St. Lambert zur Besichtigung. Weiter geht es zur Klosterinsel Frauenchiemsee. Im Sommer ein einziger Blütengarten wird die Insel vom mächtigen achteckigen Glockenturm des Benediktinerinnen-Klosters St. Marien dominiert, zugleich ein Wahrzeichen des Chiemgaus. Hier findet noch ein aktives Klosterleben statt. Eine höhere Mädchenschule wurde bis 1995 von Nonnen geleitet.

Benedikt-Radweg

Von den Benediktinerinnen von Frauenchiemsee ist es gedanklich nur ein kleiner Sprung zu Papst Benedikt. Eine 248 Kilometer lange Rundtour führt auf verkehrsarmen Straßen zu den ehemaligen Wirkungsstätten Ratzingers. Von Traustein aus geht es zunächst nach Nordosten gen Tittmoning und weiter über Marktl (Geburtsort von Papst Benedikt XVI.) nach Altötting, Bayerns berühmtestem Wallfahrtsort und zurück unter anderem über Waldkraiburg, Wasserburg am Inn und Traunreut. Auf der Webseite erfährt man Genaueres.

Chiemgau-Radweg

Obwohl die Orte Reit im Winkel und Ruhpolding sofort an Wintersport und alpine Skiabfahrten denken lassen, verläuft die 34 Kilometer lange Strecke im Talboden einer eindrucksvollen Berglandschaft mit idyllischen Seen.

Chiemsee-Uferweg

Gemächlicher geht es auf dem Chiemsee-Uferweg zu. Wer zwischendurch auch mal baden will, nutzt die 57 Kilometer lange, am Ufer des Chiemsees entlang führende Strecke. Zahlreiche idyllische Plätzchen mit Einkehrmöglichkeiten laden zur Rast. Von Mai bis Oktober kann man – auch auf Teilstrecken – den Drahtesel auf der Chiemsee-Ringbus-Linie befördern oder sich per Schiff zu den Inseln im Chiemsee transportieren lassen. Keinesfalls sollte man einen Besuch auf Herrenchiemsee versäumen. Wie die benachbarte Insel Frauenchiemsee findet man auch hier ein Kloster. Nach der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts verlor die einst so wichtige Abtei an Bedeutung. Dass die Insel zwischenzeitlich nicht ganz verödete, ist Bayernkönig Ludwig II zu verdanken. Er ließ nämlich ab 1873 ein aufwändiges Schloss nach Versailler Vorbild bauen, welches zwar nie vollendet wurde, gleichwohl jedoch zu den großen Touristenattraktionen Bayerns zählt.

Genaue Karten mit Anregungen Touren, Informationen zu Gepäckbeförderung, Übernachtungsmöglichkeiten und Radverleih gibt es beim Chiemgau Tourismus, Ludwig- Thoma-Str. 2, 82278 Traunstein.

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