Raufaser selbst tapezieren – Anleitung für Heimwerker

Für Anfänger ist das selber Tapezieren mit Raufasertapeten ein guter Einstieg. Eine Raufaser lässt sich leicht verarbeiten und später beliebig schmücken.

Wer sowieso Spaß am Heimwerken und schon mal das eine oder andere mutig in Angriff genommen hat, wird eine Raufasertapete mit Leichtigkeit an die Wände bringen. Abseits dessen spart man fernerhin eine Menge Geld, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert. Dafür macht es Spaß, wenn man am Ende vor dem vollendeten Machwerk steht und mit seiner neuen Umgebung zufrieden ist.

Eine gute Vorbereitung zum selber Tapezieren ist die halbe Miete

Bevor Sie loslaufen und die Tapeten kaufen, messen Sie das Zimmer, welches Sie renovieren möchten, zunächst aus. Messen Sie in dem Raum in allen Ecken die Raumhöhen, mitunter wird man erstaunt sein, wie unterschiedlich Deckenhöhen sein können. Sodann ermitteln Sie die Breite oder Länge Ihrer Wände. Kalkulieren Sie Türen und Fenster mit ein. Mit den nun erlangten Messwerten können Sie errechnen, wie viel Tapetenrollen und wie viel Kleister Sie beanspruchen. Zur Berechnung der benötigten Bahnen kalkulieren Sie mindestens fünf, aber nicht mehr als zehn Zentimeter bei der Deckenhöhe mehr ein.

Hinsichtlich der Kleisterfrage erkundigen Sie sich beim Fachhändler. In Abhängigkeit von Ihrer Tapetenwahl wird er Ihnen den passenden Kleister empfehlen. Häufig ist aber auch auf dem Produkt dokumentiert, für welche Tapeten der Kleister geeignet ist. Welche Materialien benötigen Sie noch zum Tapezieren? Ein Tapeziertisch ist durchaus ratsam, wenn nicht sogar notwendig. Des Weiteren sollten folgende Gegenstände nicht fehlen: Scharfe Schere oder alternativ ein Tapeziermesser, ein Kantenroller, eine Tapezierbürste, eine Wasserwaage, ein Zollstock, ein Bleistift, ein Kleisterpinsel oder auch Quast genannt und, sofern Sie Ihren Boden oder andere Sachen schützen mögen, eine Abdeckfolie.

Bevor Sie nun starten, sollten die Wände frei von Rückständen sein, Nägel und auch Papierreste der alten Tapeten müssen entfernt werden. Dübellöcher oder gar andere Beschädigungen der Wand sollten zugespachtelt werden. Steckdosen und Lichtschalter oder Wandlampen müssen natürlich demontiert werden. Seien Sie sorgfältig bei der Demontage und treffen Sie Vorsichtsmaßnahmen, versehen Sie zum Beispiel Kabelenden mit entsprechenden Klemmen. Nunmehr müssen die Wände gesäubert und vom Staub befreit werden. Nun kann es aber endlich losgehen.

Das Tapezieren mit Ihrer Raufasertapete

Ihre Wände sollten sauber und trocken sein. Je nach Zustand ist eine entsprechende Grundierung oder ein Vorkleistern erforderlich, meist ist dies bei sehr trockener Wandbeschaffenheit der Fall. Ein Hinweis an dieser Stelle: eine grundsätzliche Regel besagt, dass man immer vom Licht weg tapezieren soll, also fangen Sie am Fenster an. Messen Sie nun, also ausgehend von der hellsten Ecke Ihres Zimmers das Maß der Tapetenbreite ab und zeichnen Sie einen senkrecht verlaufenden Strich auf die Wand, dafür nutzen Sie Ihre Wasserwaage. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die erste Bahn auch tatsächlich gerade senkrecht, demnach also in der “Waage”, angebracht wird und es nach der vierten oder fünften Bahn oder spätestens in der nächsten Ecke keine bösen Überraschungen gibt.

Kleistern Sie nun, falls nötig, die Wand ein. Anschließend die bereits zurechtgeschnittenen Tapetenbahnen, Sie haben auch sicherlich daran gedacht, die Bahn circa fünf Zentimeter länger abzuschneiden. Tragen Sie reichlich Kleister auf. Nachdem die Bahn nun gut getränkt ist, falten Sie sie an den Enden zusammen, das heißt, klappen Sie das eine Ende um und legen sozusagen Kleister auf Kleister. Das Ganze an beiden Enden, an der einen Seite etwa ein Drittel, von der anderen Seite klappen Sie ungefähr zwei Drittel um. Lassen Sie die Tapete circa 10 bis 15 Minuten liegen. Während dieser Zeit bereiten Sie einfach schon die nächsten Bahnen vor.

Nun nehmen Sie die fertige Bahn und halten diese exakt an den von Ihnen angezeichneten Strich. Lassen Sie an der Decke sowie am Boden die Tapete überlappen. Nun streichen Sie mit Ihrer Bürste die Tapete von innen nach außen blasen- und faltenfrei glatt. Bildet sich mal eine Falte, so ist es nicht schädlich, die Tapete an der entsprechenden Stelle nochmals vorsichtig abzuziehen, um sie dann erneut mit der Bürste glattzustreichen. Sodann schneiden sie oben und unten die überschüssige Tapete ab und bürsten kurz nach.

So verfahren Sie auch mit den nächsten Bahnen. Legen sie die jeweils anzubringende Bahn immer auf Stoß (direkt daneben) an die vorherige. Die Stoßkanten können Sie mit dem Kantenroller glätten. Nachdem Sie fertig sind, benötigt die Tapete einige Zeit zum Trocknen. Es können sich auch durchaus Blasen bilden. Vermeiden Sie Zugluft und zeigen Geduld. Bei circa 20 Grad Zimmertemperatur sind die Blasen am nächsten Tag verschwunden und die Tapeten sind trocken. Sodann können Sie die Steckdosen und Lichtschalter, die Sie übertapeziert haben, freischneiden.

Hinweis für Problembereiche

Sie müssen Fensterecken nicht mit einem Stück bekleiden und sich als wahrer Scherenvirtuose beweisen. Es schadet nicht, die Tapete auch mal an geeigneter Stelle abzuschneiden, wenn die Farbe erstmal drauf ist, sieht man nichts mehr. Vermeiden Sie nach Möglichkeit durch die Innenecken zu tapezieren. Schneiden Sie die Tapete in den Ecken ab, lassen Sie ungefähr einen Zentimeter überstehen. Diesen einen Zentimeter scheiden sie alle 10 Zentimeter waagerecht ein, somit erzielen Sie einen Ausgleich bei nicht geraden Wänden in den Ecken. Viel Spaß und gutes Gelingen.

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