Reife Wassermelonen: Leckere Urlaubserfrischung

Melonen wollen singen und duften, unreife sind mucksmelönchenstill. Nehmen Sie beim Melonentest die Gurken aus der Nase, die Tomaten von den Augen und die Melonen aus den Ohren! Sie brauchen alle Sinne, um die süßeste Melone zu finden.

Mucksmelönchenstille!?: Ihr Handrücken schmerzt noch vom harten Schlag gegen die panzerharte Melonenschale der Panzerbeere, doch die Melone will nicht singen? Dann haben Sie vielleicht noch Melonen in den Ohren! Beim Meloneneinkauf müssen Sie Frau und Herr ihrer Sinne sein: Melonen muss man beschnuppern, verhorchen und mit Stielaugen an der Melonenschale und am Stielansatz begutachten. Deswegen die Gurken aus der Nase, die Tomaten von den Augen und die Melonen aus den Ohren; dann hören sie auch reife Wassermelonen als Kürbisgewächs singen.

Urlaubsreife Wassermelonen haben genussreife Leistungen vollbracht

Wenn die Wassermelone als Afrikaner in Deutschland reift, muss sie als Melonenurlauber im deutschen Freilandanbau eine urlaubsreife Reifeleistung vollbringen. Durchschnittlich etwa fünfeinhalb Kilogramm wiegt die Wassermelonensorte „Red Star“ vom „Sugar Baby“-Wassermelonen-Typ, wenn sie im deutschen Versuchsanbau urlaubsreif wurde: Etwa 5 bis 6 Wochen nachdem die Blüten befruchtet wurden, oder etwa 12 bis 18 Wochen nach der Aussaat ist der Erntetermin der verschiedenen Melonensorten.

Reife Wassermelonen werden süß wie ein „Sugar Baby“

Wie unreife Zuckermelonen leiden auch Wassermelonen vom kommerziell wichtigen „Sugar Baby“-Typ anfangs noch an Hypoglykämie – sie sind unterzuckert und noch nicht süß. Wie Zuckermelonen müssen auch Wassermelonen einen bestimmten Brix-Wert an Zucker intus haben, um urlaubsreife Mindestreifekriterien zu erfüllen: Nach der europäischen Verordnung Nummer 1862/2004 gelten Wassermelonen als ausreichend reif, wenn sie mindestens 8 Grad Brix an Zuckergehalt aufweisen.

Der Duft der Melonen – Gurken aus der Nase

Reife Melonen sind fast immer duftende Melonen. So duften genussreife Kantalup-Melonen genießerisch und stark aromatisch, sie geben unter leichtem Druck nach und verströmen einen aromatischen Duft. Zu den Kantalup-Melonen gehören die Amerikanische Netzmelone, die Cantaloupe-Melone, die Rockmelone und die Western Shipper-Melone. Auch die in Deutschland sehr beliebten Galia-Melonen duften als Netzmelonen aromatisch, wenn sie genussreif sind. Galia-Melonen entstanden aus der Kreuzung von Ogen-Melonen mit Zuckermelonen des Typs „Honey Dew“. „Honey Dew“-Melonen duften aromatisch, wenn sie genussreif sind, aber stark aromatisch, wenn sie überreif sind – dann können sie schon fade schmecken. Doch innerhalb der so genannten Winter-Melonen-Gruppe oder Inodorus-Gruppe ist „Honey Dew“ eine Ausnahme: Die Wintermelonen wie „Amarillo liso“-Melonen, „Gelbe Kanarische“-Melonen, „Piel de Sapo“-Melonen und „Tendral“-Melonen verduften keinen Duft. Die Genussreife lässt sich bei den Wintermelonen auch wegen der fehlenden Trennschicht oder Abszissionsschicht am Stiel schlecht abschätzen. Hier hilft es, wenn man die Melonen drückt und mit dem Klopftest beim Singen zuhört.

Wassermelonen sind singende Afrikaner – Melonen aus den Ohren

Wintermelonen erkennt der Melonenexperte an der sortenspezifischen Melonengröße, der charakteristischen Schalenfarbe und an der leichten Verformbarkeit des Panzerbeerenpanzers, also ruhig einmal drücken. Am einfachsten kann man genussreife Wassermelonen am Klang erkennen, wenn man gegen die Melonenschale klopft: Reife Wassermelonen fangen an zu vibrieren und singen, überreife Wassermelonen klingen hohl, unreife Wassermelonen klingen wie mit Melonenstimmbruch metallisch hell, oder sind mucksmelönchenstill.

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