Schlechter Sex trotz guter Partnerschaft?

Auch (und gerade) in guten Partnerschaften ist der Sex auf Dauer oft langweilig und stereotyp. Was kann man tun, um schlechtem Sex zu entgehen?

Sie leben in einer langjährigen Beziehung und schätzen Ihren Partner sehr oder lieben ihn sogar innig? Dann werden Sie sich vielleicht fragen, warum in Ihrer Beziehung alles prima klappt – Sex einmal ausgenommen. Keine Angst, nicht nur Ihnen geht es so! Dass Sex in einer längeren Partnerschaft langweilig wird oder sogar ganz einschläft, kommt sehr häufig vor. Im Folgenden lesen Sie, woran es liegt und was man gegen schlechten Sex unternehmen kann.

Die Bedeutung von Sexualität in einer „versexten“ Gesellschaft

In unserer „ver- und übersexten“ Gesellschaft hat angeblich jeder Sex, und selbstredend ist der Sex leidenschaftlich und erfüllend. Das suggerieren vor allem die Medien. Die Realität sieht jedoch anders aus. Nach der Phase der akuten Verliebtheit, die höchstens zwei Jahre dauert, ändert sich in einer Beziehung meist auch die Sexualität. Die Häufigkeit und Intensität der sexuellen Begegnungen nimmt ab. In vielen Fällen wird das erotische Begehren und die Leidenschaft durch gepflegte Langeweile im Bett ersetzt. Die gemeinsame Schlafstätte wird zum Kuschelplatz und nicht mehr zum Ort der gegenseitigen lustvollen Verführung.

Die Gründe für die sexuelle Flaute liegen vor allem darin, dass sich ein Paar zu vertraut geworden ist, also in einem Nähe-Distanz-Problem. Zugespitzt formuliert: Je harmonischer die Beziehung verläuft, desto langweiliger wird es im Bett. Erotik lebt nun einmal von einem gewissen Maß an Fremdheit und Distanz. Bei (zu) viel Nähe, die in zwischenmenschlicher Hinsicht durchaus wünschenswert ist, geht die sexuelle Spannung häufig verloren.

Die Voraussetzungen für ein dauerhaft glückliches Sexualleben

Die besten Chancen für eine in sexueller Hinsicht erfüllende Partnerschaft auf Dauer haben Paare, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind sexuell und in körperlicher Hinsicht kompatibel und haben in erotischer Hinsicht ähnliche Wünsche, Phantasien und Vorstellungen.
  • Sie verfügen über eine gute Kommunikationsfähigkeit, die sie befähigt, mit dem Partner offen und unverklemmt über ihre Sexualität zu sprechen.
  • Sie haben eine positive Einstellung zur eigenen Sexualität und der des Partners und entwickeln gemeinsam eine individuelle Sexualkultur.
  • Sie lassen sich weder von den Medien noch von anderen Meinungsmachern unter sexuellen Leistungsdruck setzen, sondern folgen ihrem eigenen Rhythmus und ihren eigenen Bedürfnissen.

Fakt ist: Sexuelle Leidenschaft hat meist ein Verfallsdatum

Paare, denen es im Verlauf ihrer Partnerschaft nicht gelingt, ein für beide Seiten befriedigendes Sexualleben zu gestalten, müssen deshalb nicht unbedingt unglücklich und frustriert sein. Viele arrangieren sich mit der Situation, weil sie Sicherheit, Vertrautheit und emotionale Geborgenheit höher einschätzen als sexuelle Befriedigung. Das ist sicherlich nicht der schlechteste Weg, sofern beide Partner damit zufrieden sind. Andere Paare suchen sich therapeutischen Rat von einem Sexual- oder Paartherapeuten. Fachleute empfehlen bei schlechtem Beziehungssex gern erotische Rollenspiele und Sexspielzeug. Ob das geeignete Mittel sind, um das Sexleben wieder aufregend zu gestalten, sei dahingestellt. Nicht wenige Paare fühlen sich eher unter Druck gesetzt, zumal sich sexuelles Begehren nicht auf Knopfdruck herstellen oder reaktivieren lässt.

Wieder andere Paare erlauben sich unter bestimmten Bedingungen sexuelle Erfahrungen mit Dritten oder führen eine offene Beziehung. Solange Loyalität für ein Paar zu den Grundprinzipien der Beziehung gehört, muss rein körperliche „Untreue“ noch lange kein Trennungsgrund bei einer ansonsten gut funktionierenden Partnerschaft sein. Entgegen der herrschenden Sexualmoral ist strikte Monogamie durchaus nicht für jeden Menschen das ideale Beziehungskonzept.

Auch ein Besuch im SwingerClub kann für das eine oder andere Paar durchaus eine Möglichkeit sein, der sexuellen Langeweile zu entgehen und das Liebesleben zu bereichern. Wie immer die Lösung im Einzelfall aussieht: Entscheidend ist, dass beide Partner offen darüber kommunizieren und sich wohl damit fühlen.

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