Sexueller Missbrauch durch Frauen: Täterinnentypen

Warum vergreifen sich Frauen an Kindern und Jugendlichen? Was sind die Hintergründe und welche Motivation steckt dahinter?

Wird vom sexuellen Kindesmissbrauch gesprochen, denkt man zumeist an männliche Täter. Frauen, erst recht Mütter, werden selten als Täterinnen wahrgenommen. Doch dies ist ein Trugschluss. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass 10-15 Prozent der Missbrauchsfälle von Frauen initiiert werden. Die Dunkelziffer dürfte, da es noch keine aussagekräftigen Studien gibt, nochmals höher sein.

Nach heutigem Stand lassen sich drei Täterinnentypen voneinander unterscheiden.

Die Liebhaberin

Die Täterinnen missbrauchen vorpubertäre oder pubertäre Jungen. Sie suchen sich Heranwachsene, die sie in das „Mann-sein“ einführen können. Dabei belügen sie sich selbst, indem sie sich ihr eigenes Handeln mit Verliebtheit erklären. Sie sehen ihre Taten nicht als sexuellen Missbrauch an, sondern als echte Liebe und ernste Partnerschaft. So kommt es zu pressebekannten Konstellationen, in welchen die 30jährige Lehrerin zum Beispiel ein Kind von einem 15jährigen Schüler erwartet. Für die Täterinnen ist daran nichts Anstößiges, denn es handelt sich ihrer Meinung nach lediglich um eine Beziehung, die sich nicht an gesellschaftliche Konventionen hält.

Oft wurden diese Täterinnen in ihrer Jugend selbst Opfer von sexuellen Übergriffen und suchen sich deshalb Männer aus, die ihnen nicht „gefährlich“ werden können. Da sie ihre Tat mit dem Deckmantel der Liebe tarnen, braucht es für sie auch keine Gewalt, um den Missbrauch durchzuführen.

Die Mittäterinnen

Immer wieder behaupten Mütter, dass sie nichts davon mitbekommen haben, dass sich ihr Partner, der Onkel oder Großvater an den eigenen Kindern vergangen hat. Doch dies stimmt nur in etwa der Hälfte der Fälle. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass etwa 40 Prozent der Mütter sehr wohl wissen, was da geschieht und dies totschweigen. Sie glauben, dadurch die Familie zu schützen, machen sich dabei aber selbst zur stummen Mittäterin.

In anderen Fällen beteiligen sich die Frauen sogar aktiv am Missbrauch. Meist werden sie – zumindest anfänglich – vom männlichen Täter dazu gezwungen. Dieser leitet sie förmlich dazu an, wie sie den Missbrauch durchführen sollen. Gehören kinderpornographische Aufzeichnungen zum Missbrauch, treten die Frauen sogar selbst als Akteurinnen auf. Die Frau gerät dabei in eine immer enger werdende Spirale der Abhängigkeit zum männlichen Täter. Sie glauben, den Missbrauch begehen zu müssen, da es dem Kind ansonsten noch schlechter ergehen würde.

Die Opfer als Täterinnen

Frauen, die selbst Opfer sexuellen Missbrauchs waren, reinszenieren ihre Erfahrungen, indem sie selbst ihre sehr jungen eigenen Kinder missbrauchen. Sie erleben sich selbst in der der Machtposition, was eine entspannende Wirkung auf sie hat.

Um den Missbrauch durchzuführen schrecken die Täterinnen auch nicht vor Gewalt zurück. Sie sind aggressiv und fügen ihren Kindern dabei oft schwere Verletzungen zu. Daran geben sie den Kindern dann die schuld, denn sie hätten nur gehorchen und sich dem Missbrauch beugen müssen.

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